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Meinung

von Ulrich Coenen

Große Hilfsbereitschaft

Schnelle Hilfe für einen Witwer aus Bühlertal: Das Internet zeigt seine sanfte Seite

Die Welt ist schlecht und die sozialen Medien im Internet rücksichtslos. Im traurigen Fall eines Witwers aus Bühlertal zeigte sich die Community aber von ihrer besten Seite. Ein Kommentar.

Dank zahlreicher Spenden kann eine 71-jährige Bühlertälerin nun endlich auf dem Bühler Friedhof beerdigt werden. Dem Witwer fehlte das Geld. Foto: Ulrich Coenen

Die Welt und ihre Menschen sind doch nicht so schlecht und rücksichtslos, wie dies oft behauptet wird. Auch die sozialen Medien, in denen es nur allzu häufig sehr rau zugeht, haben eine andere Seite.

Die Badischen Neuesten Nachrichten haben am Montagabend auf bnn.de und am Dienstag in ihrer Printausgabe über den traurigen Fall einer 71-jährigen Bühlertälerin berichtet, die bereits vor knapp drei Monaten in einer Karlsruher Klinik gestorben ist. Bislang konnte sie nicht beerdigt werden, weil der Witwer kein Geld hat.

Dieses Schicksal bewegte die Menschen in den mittelbadischen Facebook-Gruppen sofort. Der Artikel war kaum online, schon organisierte Lisa Yardley auf Moneypool im Internet ein Spendenkonto. Bis zum nächsten Morgen war die notwendige Summe zusammen. Der Bühler Steinmetz Benjamin Dielmann erklärte sich spontan bereit, die Grabplatte kostenlos anzufertigen.

Menschen und Behörden in Mittelbaden zeigten sich großzügig

Die Hilfsbereitschaft der Leser dieser Zeitung war ebenso schnell wie groß. Zahlreiche Anrufer oder E-Mail-Schreiber, die sich erst im Laufe des Dienstags oder Mittwochs in der Redaktion meldeten, um den Witwer finanziell zu unterstützen, kamen zu spät. Die notwendige Summe war längst erreicht.

Dass auch Behörden und Politiker nicht herzlos sind, bewies der Bühler Oberbürgermeister Hubert Schnurr am Dienstagnachmittag mit seinem Anruf. Obwohl die Verstorbene aus Bühlertal stammt und nur wegen der günstigen Bestattungsgebühren auf dem Bühler Friedhof beerdigt wird, erklärte er sich bereit, notfalls auf dieses Geld zu verzichten.

Es war eine spontane Welle der Hilfsbereitschaft, die in diesem rasanten Tempo nur durch das Internet möglich war. Wo sich kurz vorher noch Impfbefürworter und -gegner auf Facebook mit Worten bekriegten, herrschte Einigkeit. Das war schön!

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