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Bundesweiter Warntag am 10. September

Kriegskind Bernd Reichert bereiten Sirenen noch heute Alpträume

Am 10. September findet der erste bundesweite Warntag statt. Um 11 Uhr heulen alle Sirenen. Damit verbinden Menschen, die den 2. Weltkrieg erlebt haben, schlimme Erinnerungen. Auch der folgende Kalte Krieg hat Spuren hinterlassen. Bühls ehemaliger Bürgermeister Bernd Reichert und Ordnungsamtsleiter Andreas Bohnert berichten, was sie mit Sirenen verbinden.

17 Sirenen gibt es im Stadtgebiet Bühl. Eine steht auf dem Dach des Rathauses II. Foto: Bernhard Margull

Bernd Reichert ist ein selbstbewusster und keineswegs ängstlicher Mann. Doch Sirenen klingen für den ehemaligen Schramberger Oberbürgermeister und früheren Bühler Bürgermeister bedrohlich. Sie wecken Erinnerungen an eine Kindheit im Krieg. Der dreijährige Bernd Reichert, der aus Achern stammt, verbrachte die Bombennächte mit seiner Mutter und seinem älteren Bruder in Stuttgart, wo die Großmutter lebte. Der Vater war an der Front und die Familie hatte die Heimat verlassen und bei der Oma Unterschlupf gefunden.

Großmutter starb bei Bombenangriff

Für Bernd Reichert bleiben kindliche Alpträume. „Erst heulten die Sirenen, dann kamen die Leuchtkerzen, die die Nacht taghell machten“, erinnert er sich. Während die Familie längst aus den Betten geflüchtet und sich voller Angst im Keller verschanzt hatte, hörten die beiden Kinder das dumpfe Grollen der Flugzeugmotoren, das immer näherkam.

Dann fielen die Bomben. „Heulende Sirenen sind noch heute für mich unangenehm“, sagt Reichert. „Ich bin froh, dass ich sie nur selten hören muss. Ich weiß natürlich, dass sie eine wichtige Warnfunktion für die Bevölkerung haben.“

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