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Kleiner Trost in der Corona-Zeit

Krippenweg in Bühl-Moos: Premiere in der Pandemie

Adventszeit auf Abstand und doch im Herzen gemeinsam – das wünscht sich die Dorfgemeinschaft im Bühler Stadtteil Moos für die bevorstehende Zeit. Jetzt organisiert der Verein den ersten Krippenweg der Dorfgeschichte.

Kreativ und besinnlich: Bis zum 6. Januar führt ein Krippenweg durch Bühl-Moos, um die Weihnachtszeit etwas zu versüßen. Foto: Bernhard Margull

Pünktlich zum Beginn der Adventszeit sind Hauswände und Fenster mit leuchtenden Girlanden und Weihnachtsfiguren dekoriert und tauchen Straßen in ein goldenes Lichtermeer. Auch die Dorfgemeinschaft in Bühl-Moos hat sich eine Aktion für die Bewohner ausgedacht. Bis zum 6. Januar soll ein Krippenweg, der durch das Dorf führt, die Weihnachtszeit versüßen. Es soll ein kleiner Trost sein in diesen Tagen, denn mit der Verlängerung des Teil-Lockdowns wird klar: Weihnachten 2020 wird anders. Mit strengen Abstands- und Hygiene-Regeln steht die fröhlichste und schönste Zeit nun unter keinem prunkvollen Stern.

Städte, Händler und Vereine stehen vor einer gemeinsamen Herausforderung. Wie lässt sich die Adventszeit unter Corona-Auflagen sicher und dennoch besinnlich gestalten? Diese Frage stellte sich auch die Mooser Dorfgemeinschaft. Die Idee für den Krippenweg wurde von einem Besuch ins Tiroler Zillertal inspiriert. Elke Haungs, stellvertretende Vorsitzende des Mooser Vereins, reiste vor der Pandemie öfter in das österreichische Feriengebiet. Dort gehöre der Krippenweg zur Tradition, sagt Haungs: „Irgendwann dachte ich: So etwas sollte es in Moos auch geben.“

Die Planung läuft wieder seit dem Sommer

Zurück in der Heimat, fand sich die Dorfgemeinschaft zusammen, um den Plan in die Tat umzusetzen. Doch dann kam Corona. Somit wurde die Idee zunächst auf Eis gelegt. Erst im Sommer wurde die Planung fortgesetzt. Mit einem Okay der Stadt Bühl und einem Konzept, dass die Abstands- und Hygiene-Regeln berücksichtigen würde, hat der Verein den Krippenweg geplant.

Mit dieser Aktion möchte der Verein in der Adventszeit einen Anreiz schaffen. Die Dorfbewohner können sich so auf die besinnliche Zeit einstellen. Am besten bei einem Spaziergang an frischer Luft, der ohnehin gerade in dieser Zeit zur Gesundheit beitragen kann, so Haungs. „In der aktuellen Situation wünschen wir uns auch, auf diese Weise die besondere Zeit auf Abstand und im Herzen doch gemeinsam zu erleben“, betont sie.

27 Krippen säumen den Weg

Der Rundweg beginnt an der Karl-Reinfried-Halle und führt den Besucher quer durch Moos. 27 Krippen sollen den Weg schmücken und so den Besuchern einen winterlichen Spaziergang mit Advents-Flair ermöglichen. Sowohl Mitglieder des Vereins als auch Dorfbewohner beteiligen sich an der Aktion und gestalteten ihre individuellen Krippen. „Die Kunst liegt in der Betrachtung des Erbauers“, sagt Haungs.

Gewöhnliche Krippen, wie man sie aus dem Wohnzimmer kennt, sind es laut der stellvertretenden Vorsitzenden nicht. Man habe sich vor allem an natürlichen Materialien bedient: Baumwurzeln, Baumhöhlen oder geflochtenen Körbe. Ein Krippenbauer goss eine widerstandsfähige Krippe aus Beton. Doch nicht nur die Einfahrt dient als Platz für die Wald-Krippen. Aus Holzplatten ausgesägt schmückt eine Krippe den Balkon eines Erbauers. Für den Spezial-Effekt sorgt ein Lichtstrahler hinter den Platten.

Der Weg soll eine Alternative zum tristen Alltag bieten

Seit 2018 organisiert der Verein für Mooser Bewohner Veranstaltungen wie Spielenachmittage mit Senioren, Info-Abende, als auch Dorfputzaktionen. Solche Aktionen sind fester Bestandteil im Jahresprogramm. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden in diesem Jahr alle Veranstaltungen abgesagt. Deshalb freue man sich umso mehr, dass der Wald-Krippenweg stattfinden kann. Er stellt eine Alternative zum tristen Alltag dar und bringt wieder ein bisschen Licht in die dunkle Jahreszeit, so Haungs.

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