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Videokonferenz mit Lehrkräften und Eltern

Kultusministerin Eisenmann kündigt faires Abitur an

Das Thema Bildung unter Corona-Bedingungen beschäftigt viele Eltern. In einer Videokonferenz des Ottersweierer CDU-Landtagsabgeordneten Tobias Wald hat Kultusministerin Susanne Eisenmann ein faires Abitur versprochen. Geschenkt werde es aber nicht.

Schrittweise zurück zur Normalität: Am Montag, 22. Februar, sollen Kitas und Grundschulen wieder öffnen. Foto: Robert Michael/dpa

Schulen und Kitas unter Corona-Bedingungen: Dieses Thema stand im Mittelpunkt einer Videokonferenz mit Susanne Eisenmann. Zu der vom Ottersweierer Landtagsabgeordneten Tobias Wald organisierten Veranstaltung mit der Kultusministerin und CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl am 14. März hatten sich mehr als 60 Interessierte angemeldet.

Eisenmann sprach mit Blick auf die laufenden Impfungen vom Licht am Ende des Tunnels. Natürlich reiche der Impfstoff noch nicht aus, aber mit dessen steigender Verfügbarkeit könne es wieder in Richtung jener Normalität gehen, „nach der wir uns alle sehnen“.

Sie setzt dabei auch auf eine veränderte Teststrategie und bekräftigte: „Wir müssen testen, testen, testen.“ Ob es verpflichtende Tests für Lehrer geben solle, sei noch nicht entschieden. Zuerst brauche es genügend Testkapazitäten. Zudem machte sich Eisenmann für kommunale Testzentren stark: „Dann können wir niederschwellige und kostenlose Angebote machen.“

Sie verwies auch auf Schulen, wo Lehrer bereits Tests machen, etwa in Tübingen, und dort laufe es sehr gut. Das überzeugte nicht alle in der Runde: „Ich sehe mich als Lehrerin dadurch nicht geschützt. Selbsttests sind kein Schutz, wenn er positiv ist, ist es bereits passiert“, so eine Teilnehmerin.

Die Befürchtung, dass Kindern und Jugendlichen ein ganzes Bildungsjahr verloren gehe, teilte Eisenmann nicht. Deshalb sehe sie auch keine Veranlassung, das Schuljahr generell zu wiederholen. „Das greift ziemlich in die Lebensplanung Einzelner ein“, sagte Eisenmann. Sie glaube nicht, „dass sich die die Mehrheit das wünscht“.

Die Pandemie wird uns auch 2022 beschäftigen.
Susanne Eisenmann Kultusministerin Baden-Württemberg

Ein besonderes Augenmerk lag auf den Abschlussklassen. Dabei machte die Ministerin klar, dass Abschlussklassen seit Dezember Präsenzunterricht haben können: „Es ist mir ein Rätsel, warum das manche Schulen nicht machen.“

Eine Kalibrierung der Abiturnoten lehnte sie mit dem Hinweis auf bundesweite Einheitlichkeit ab: „Es wird ein faires, machbares, aber kein geschenktes Abitur.“

Der Blick müsse aber auch auf die Klassen gehen, die im nächsten Jahr die Schule abschließen, wurde angemahnt. „Die Pandemie wird uns auch 2022 beschäftigen“, antwortete Eisenmann. „Da werden die gleichen Regeln gelten, das geht gar nicht anders.“ Das gelte für alle Schularten.

Auch technische Fragen wurden angesprochen, neben den Voraussetzungen für den virtuellen Unterricht ging es um Lüftungsanlagen. Solche zusätzlichen Geräte hält Eisenmann für nicht sinnvoll: „Wir geben viel Geld aus, und wenn Lüftungsanlagen in Klassenzimmern helfen würden, dann hätten wir sie auch angeschafft.“

Seien sie noch so groß und teuer, es müsse zusätzlich regelmäßig stoßgelüftet werden.

Wir sind an einem Limit, wo wir nicht mehr weiterkommen.
Erzieherin aus einer Kita mit 180 Kindern

Der Kritik, dass die Schulen der Lebenshilfe geöffnet seien, obwohl es dort viele Risikopatienten gebe, widersprach Eisenmann. Die Entscheidung sei auf der Grundlage von Erfahrungen aus dem ersten Lockdown und der Rückmeldungen von Eltern getroffen worden, die im Zweifel eine Notbetreuung in Anspruch genommen hätten. Die Kinder bräuchten feste Strukturen, eine Präsenzpflicht gebe es zudem nicht.

„Wir sind an einem Limit, an dem wir nicht mehr weiterkommen“, klagte eine Erzieherin aus einer Kita mit 180 Kindern. Wenn jetzt wieder geöffnet werde, würden die Eltern zwar gebeten, die Möglichkeit zu bedenken, ihre Kinder Zuhause zu lassen. „Aber die Eltern sind froh, wenn sie die Kinder nach langer Zeit wieder bringen können.“ Woran es fehle, seien Erzieherinnen, der Bewerbermarkt sei leergefegt.

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