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„Bürgergespräch vor Ort“

Rheinmünsterner Bürgermeisterkandidat Thomas Lachnicht spricht viel mit Menschen

Kandidat Thomas Lachnicht tritt ohne Programm zur Bürgermeisterwahl in Rheinmünster an. Stattdessen soll das Manifest vor Ort in Gesprächen entstehen. Dazu war er in der vergangenen Woche vor der Bäckerei Lempert.

Bürgermeisterkandidat Thomas Lachnicht mit Bürgern vor Ort in Stollhofen.
Foto: Ulrich Philipp

„Die Menschen wünschen sich einen Bürgermeister für alle, jemanden der verbindet.“ Das ist vermutlich eine der wesentlichsten Erkenntnisse, die Thomas Lachnicht in den vergangenen Wochen gewinnen konnte.

Der 35-Jährige Absolvent der Hochschule für Öffentliche Verwaltung in Kehl (Public Management) ist bereits im Juni in den Wahlkampf um das freiwerdende Amt des Bürgermeisters in Rheinmünster eingestiegen. Seither hat er versucht die Wünsche, Sehnsüchte und Nöte der Bürger in Greffern, Söllingen, Scharzach und Stollhofen kennenzulernen, die zusammen Rheinmünster bilden.

„Ich bin nicht mit einem Wahlprogramm angetreten, mein Wahlprogramm entsteht in den Gesprächen mit den Menschen, die ich seit hundert Tagen führe“ erklärt Lachnicht gegenüber dieser Zeitung. Am frühen Samstagmorgen hat er sich im Regen und bei kühlen Temperaturen vor die Bäckerei Lempert gestellt und mit den Menschen das Gespräch gesucht.

Kandidat Lachnicht ist Hauptamtsleiter in Gernsbach

Anwohner aus den umliegenden Ortschaften kommen hierher um ihre Frühstücksbrötchen zu kaufen, bereits ab sechs Uhr herrscht reges Treiben. „Woher kommen Sie? Was haben Sie bisher gemacht? Welcher Partei gehören Sie an?“

Ein älterer Herr hat gleich mehrere Fragen auf einmal und von Lachnicht offensichtlich noch nichts gehört. Der Kandidat gibt bereitwillig Auskunft, berichtet von seinem Beruf als Hauptamtsleiter in Gernsbach, dass er mit seiner Familie in Bühl lebt und Mitglied der CDU ist.

Auf das Thema Verkehr werde ich oft angesprochen
Thomas Lachnicht, Bürgermeisterkandidat

„Ich trete aber überparteilich an“, das ist ihm wichtig zu betonen und der Fragesteller entschuldigt sich ob seiner Unkenntnis, er sei gerade aus dem Urlaub zurückgekommen.

Älterer Mann kritisiert Autofahrer auf Stollhofener Hauptstraße

Für andere Bäckereikunden scheint Lachnicht bereits so etwas wie ein alter Bekannter zu sein. Ein kleiner Junge wünscht sich, „dass die Autos nicht mehr so durch den Erlengrund brettern“ und Lachnicht stellt hierzu fest: „Auf das Thema Verkehr werde ich oft angesprochen“.

Ein sehbehinderter, älterer Mann berichtet dem Bürgermeisterkandidaten von seinen gefährlichen Erfahrungen beim Überqueren der Hauptstraße L5007, die durch den Ort führt. Manche Autofahrer seien manchmal einfach um seinen ausgestreckten Blindenstock herumgefahren anstatt anzuhalten, so der Mann.

Zwei Frauen regen an, auch in Zukunft Seniorenspaziergänge zu organisieren. „Das ist ein tolles Angebot und eine gute Möglichkeit in Kontakt zu kommen“ so eine der beiden.

Grefferner bittet Kandidat um Erhalt des Schwimmbades

Ein Mann aus Kambodscha, der sehr gut Deutsch spricht und offenbar in Stollhofen lebt, wünscht sich einen gut ausgebauten Fahrradweg nach Schwarzach und eine junge Frau kritisiert, die Gemeinde habe sie in den Anfängen der Corona-Pandemie „alleine gelassen“ und nicht ausreichend über die verschiedensten Maßnahmen informiert.

Ihre Begleiterin beklagt: „Die Busfahrer gehen ganz furchtbar mit unseren Kindern um, sie werden beleidigt und bedroht“, räumt aber auch ein, dass die Fahrt mit den sechs bis Zehnjährigen für die Busfahrer bestimmt sehr anstrengend ist.

Bei dem Schwimmbad gibt es einen Sanierungsstau, es muss ein Finanzierungskonzept gefunden werden.
Thomas Lachnicht, Bürgermeisterkandidat

Ein junger Mann aus Greffern bittet Lachnicht darum, sich für den Erhalt des dortigen Schwimmbades einzusetzen. „Unsere Kinder müssen Schwimmen lernen können“ sagt der Mann und der Bürgermeisterkandidat stellt fest: „Bei dem Schwimmbad gibt es einen Sanierungsstau, es muss ein Finanzierungskonzept gefunden werden“.

Auf die Frage Lachnichts, was ihm zum Thema Bürgermeister einfalle und was er sich wünsche, antwortet der Mann: „Dass wieder mehr Ruhe einkehrt im Ort“.

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