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Umstrittener Theologe

Nach Straßenumbenennung ist Antisemit Stolz im Bühler Volksmund oft noch ein Thema

Zu Lebzeiten wurde der Theologie-Professor und Volksschriftsteller Alban Stolz bewundert. Nach seinem Tod wurden seine Schriften bald vergessen, er selbst aber mit Straßen und Denkmälern geehrt. In den beiden vergangenen Jahrzehnten haben Wissenschaftler den erschreckenden Antisemitismus in den Veröffentlichungen von Stolz entdeckt.

Umstritten: Das Alban-Stolz-Denkmal vor der Konviktskirche in Freiburg wurde 1913 vom Künstler Emil Stadelhofer geschaffen. Foto: Pascal Lienhard

Nach den jahrelangen und kontroversen Diskussionen im Vorfeld fiel die Entscheidung im Gemeinderat am Mittwochabend überraschend schnell und nach nur zwei Stellungnahmen von Gemeinderäten. Alle anwesenden Stadträte (AfD-Stadtrat Peter Schmidt fehlte) wollten, dass der Name Alban Stolz aus dem Bühler Straßenbild verschwindet.

Es fand sich quer durch alle Fraktionen kein einziger, der den antisemitischen Freiburger Theologie-Professor in seiner Geburtsstadt auch in Zukunft mit einem Straßennamen ehren will. Die Straße wird nun nach der NS-Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ benannt.

Die Enthaltung von Daniel Fritz (CDU) drückte in diesem Zusammenhang keine Sympathie für Alban Stolz aus. Seine Forderung, die Straße nach dem jüdischen Architekten und Kunsthistoriker Friedrich Hirsch (1871 – 1938) zu benennen, ging eigentlich sogar einen Schritt weiter.

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