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Abstimmungen im Eisentaler Ortschaftsrat und Bühler Gemeinderat

PFC-Problematik: Bewertungskommission gibt grünes Licht für Sanierungsplan in den Bühler Bußmatten

Der Plan sorgte zunächst für einen Riesenwirbel. Nun hat eine Bewertungskommission grünes Licht dafür gegeben, die Erweiterung des Gewerbegebiets Bußmatten auf „PFC-Gebiet“ mit der Sanierung PFC-verunreinigter Flächen zu kombinieren. Nun stehen noch wichtige Abstimmungen an.

Mit Fachwissen und einer kreativen Idee entwarf Markus Benkeser ein Konzept gegen eine weitere PFC-Belastung des Grundwassers. Foto: Patricia Klatt

Ein sehr kreativer Lösungsansatz, den man bei dieser PFC-Problematik oftmals vergeblich sucht – so könnte man das Ergebnis des Ringens um eine praktische Lösung von einem Teil des Bühler PFC-Problems vielleicht zusammenfassen. „Dabei war dieser Weg kein leichter, und er hat viel Nerven, Zeit und Überzeugungsarbeit gekostet“, sagt der Bühler PFC-Beauftragte Markus Benkeser. Seit 2017 hat er nach einer Lösung für die PFC-belasteten Flächen rund um Bühl gesucht.

„Dringend zu bearbeiten waren und sind die beiden Flächen vor dem Wasserwerk in Balzhofen, von denen die PFC ins Grundwasser gelangen und damit den Ortsteil Balzhofen unterfließen. Außerdem stockt der genehmigte Einbau der vierten Reinigungsstufe in der Kläranlage. Dort ist die weitere Verwendung des PFC-belasteten Bodenaushubs das Problem“, erklärt Benkeser.

Er überlegte sich ein Konzept, nach dem mit diesen belasteten Böden eine ebenfalls hochbelastete Fläche in den Bußmatten aufgefüllt und dann versiegelt werden soll. Eine Erweiterung des Gewerbegebiets Bußmatten auf „PFC-Gebiet“ soll also mit der Sanierung PFC-verunreinigter Flächen kombiniert werden, was nur dort in dieser Form möglich ist.

Der Plan sorgte für Riesenwirbel

„Dieser Plan sorgte für einen Riesenwirbel und viel Gegenwind. Das Landratsamt hat uns aber immer unterstützt. Auch die Regierungspräsidentin Felder und das Regierungspräsidium in Karlsruhe konnten wir überzeugen. Das Umweltministerium schaltete sich ebenfalls ein. Es sollte sichergestellt werden, dass wir nicht mal ganz nebenbei eine PFC-Deponie in Bühl einrichten würden. Auch die Landesanstalt für Umwelt hatte noch weitere Fragen“, zählt Benkeser auf.

Manche Sitzungen hätten bis zu sechs Stunden gedauert, das sei alles schon kräftezehrend gewesen.Die Stadt habe als Entscheidungsgrundlage neben seinem Konzept ein Sanierungsgutachten der Arcadis GmbH unter der Federführung von Michael Reinhard und Christopher Schenkel erstellen lassen.

Bei der dritten Sitzung der zuständigen, fachübergreifend besetzten Bewertungskommission sei der Knoten endlich geplatzt.

„Die Kommission hat das Konzept einstimmig akzeptiert und grünes Licht gegeben“, zeigt sich Benkeser zufrieden. Die nächsten Schritte werden jetzt mit dem Ortschaftsrat von Eisental, auf dessen Gemarkung von der Umwandlung betroffene Flächen liegen, und mit dem Bühler Gemeinderat abgestimmt.

Ansiedlung nachhaltiger Firmen gewünscht

Die Umsetzung des Ganzen wird die Stadt circa 1,5 Millionen Euro kosten. Dazu kommen die Erschließungskosten des Gewerbegebietes. Die „normale“ Entsorgung des PFC-Bodens auf geeigneten Deponien, die es im Landkreis übrigens nicht gibt, würde hingegen sowohl für das Wasserwerk als auch die Kläranlage mit je drei Millionen Euro zu Buche schlagen.

Nun soll als erstes der Boden in den Bußmatten mit einem Kalk-Zement-Gemisch nach unten abgedichtet werden, dann kommen darauf die PFC-Böden, um letztendlich alles mit einer Bodenplatte durchgängig zu versiegeln. Das zukünftige Gewerbegebiet sollte nach Benkesers Vorstellungen auch Platz für nachhaltige und zukunftsorientierte Firmen bieten.

Wenn es nach Plan läuft, ist Anfang nächsten Jahres Umsetzungsbeginn, und dann wäre das Wasser im Zustrom zum Wasserwerk durch diese Maßnahmen in drei bis fünf Jahren PFC-frei – ebenso wie der Ablauf der Kläranlage nach dem Einbau der vierten Reinigungsstufe.

Regierungspräsidenten Felder freut sich über Einigung auf gemeinsamen Sanierungsplan

Auch Regierungspräsidentin Sylvia Felder zeigt sich zufrieden darüber, „dass es Bühl in Abstimmung mit den zuständigen Behörden gelungen ist, einen gemeinsamen Sanierungsplan für zwei Teilgebiete zu entwickeln“.

Dies zeige, dass eine Sanierung PFC-verunreinigter Flächen im Einzelfall möglich sei, betont Felder. Die Lösung könne aber nicht pauschal auf andere Flächen übertragen werden.

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