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Petition übergeben

Mehr als 1.300 Stimmen für den Erhalt der Postfiliale in Bühl

Mit einer Online-Petition hofft Yulian Botyov, die Bühler Postfiliale doch noch zu retten. Eine Liste mit den Namen von mehr als 1.300 Unterstützern übergab er jetzt an den Oberbürgermeister. Der ist allerdings skeptisch.

Übergabe Namensliste für Erhalt der Bühler  Postfiliale
Übergabe: Stefanie Stedry (rechts), Dagmar Gall-Neff, Barbara Becker und Yulian Botyov (von links) setzen sich bei Hubert Schnurr für die Postfiliale ein. Foto: Wilfried Lienhard

Exakt 1.297 Namen umfasst die Liste, die Yulian Botyov am Donnerstagmorgen an Oberbürgermeister Hubert Schnurr (FW) übergeben hat. Es ist ein Zwischenergebnis der Online-Petition, mit der Botyov die Schließung der Postbank und der Postfiliale in der Bühler Eisenbahnstraße verhindern möchte.

Bis zum 4. Mai können sich weitere Interessierte noch der Petition anschließen, kündigte der Initiator bei der Übergabe an. Das ist der Tag, an dem die Filiale zum letzten Mal öffnen soll. Bis zum Donnerstagnachmittag stieg die Zahl der Unterstützer bereits auf 1.334.

Das seien mehr als drei Prozent aller Bühler Einwohner, sagte Botyov. Zuvor schon hatte er gegenüber der Redaktion eine solche Zahl als ein aussagekräftiges Argument gegenüber der Postbank als Pächterin der Räume bezeichnet.

Er und seine Frau seien Kunden der Postfiliale. Als er aus dem Acher- und Bühler Boten von den Schließungsplänen erfahren habe, habe er sich Gedanken über die Folgen eines solchen Schritts gemacht. Ältere Menschen hätten künftig möglicherweise Probleme, Bankgeschäfte zu erledigen.

Müssten jüngere, mobile Kunden nach Baden-Baden oder Rastatt, erhöhe das den CO2-Ausstoß. Im Internet sei er auf Berichte von Protesten gegen ähnliche Vorhaben in anderen Orten gestoßen, etwa in einem Hamburger Stadtteil. Die Beweggründe seien identisch gewesen. So initiierte Botyov die Petition mit dem Titel „Schließung der Postfiliale in 77815 Bühl verhindern!“.

Bühler Stadträtin spricht von Unding

Zur Übergabe der Liste im Büro des Oberbürgermeisters begleiteten ihn Barbara Becker, Stefanie Stedry und Dagmar Gall-Neff von der Bühler SPD. Becker, die Mitglied im Gemeinderat ist, nannte es ein „Unding, dass es im Zentrum einer Stadt wie Bühl keine eigenständige Postfiliale mehr geben soll“.

Partnerfilialen könnten den Bedarf hier nicht vollständig abdecken. Explizit verwies Becker auf den Versorgungsauftrag und regte eine Prüfung dieser Frage bei der Netzagentur an.

Es sei absurd, „dass ich in einem Dorf in Uganda Geld bei der Postbank abheben kann, aber nicht hier in Bühl“. Stefanie Stedry, die stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, brachte ein weiteres Argument vor: Bühl stehe im Wettbewerb mit den Nachbarstädten. Wenn Einrichtungen wie die Post wegfielen, könne dies zu einem Standortnachteil werden.

Oberbürgermeister Schnurr sagte zu, das Ansinnen zu unterstützen. Dabei verhehlte er aber seine Skepsis nicht. „Wir waren nicht untätig“, meinte er. Es sei aber schon sehr schwierig, den richtigen Ansprechpartner zu finden.

Die Stadtverwaltung habe zwischenzeitlich auch die Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises eingeschaltet. Doch außer dem Hinweis auf Kontaktmöglichkeiten bei den zuständigen Stellen sei da nichts zurückgekommen.

Gespräch in der nächsten Woche

In der kommenden Woche stehe noch ein Telefongespräch mit einem Verantwortlichen der Postbank an. Die Chancen, dass sich die Entscheidung noch einmal umkehren lasse, schätze er als sehr gering ein.

Er kündigte aber an, das Thema in der kommenden Woche in der Fraktionsvorsitzendenrunde des Gemeinderats zu besprechen. Eventuell könne der Gemeinderat dann in einer kommenden Sitzung noch eine Erklärung abgeben, um so das Ansinnen noch zu stärken.

Am 16. März hatte der ABB erstmals über die Schließungspläne berichtet. In den sozialen Medien hagelte es heftig Kritik an der Entscheidung. Nach einem weiteren Artikel über die Online-Petition zeichneten zahlreiche Menschen sie. Initiator Botyov hatte angekündigt, dass er nach 700 bis 800 Unterschriften die Liste an den Oberbürgermeister übergeben wolle.

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