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Projekt von Transnet BW

Regierungspräsidium genehmigt Stromtrasse in Bühl - Klagt die Stadt?

Die Entscheidung ist gefallen: Transnet BW darf die neue Höchstspannungsleitung bauen. Details sind aber noch unklar. Das betrifft den Bühler Stadtteil Weitenung, wo eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss nicht ausgeschlossen ist.

Strom Weitenung
Der Abstand zum Dorf: Das ist für viele Weitenunger der entscheidende Punkt bei der künftigen Stromtrasse von Transnet BW. Foto: Bernhard Margull

Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat die von der Transnet BW beantragte Höchstspannungsleitung genehmigt. Damit kann die 380-kv-Netzverstärkung im Abschnitt zwischen Daxlanden und der Regierungsbezirksgrenze südlich von Ottersweier umgesetzt werden. Das geht aus einer Pressemitteilung der Karlsruher Behörde hervor. Das Regierungspräsidium ist die zuständige Planfeststellungsbehörde.

Details sind noch nicht bekannt. Der Planfeststellungsbeschluss samt Unterlagen ist erst ab Donnerstag, 21. Juli, öffentlich einsehbar. Zahlreiche Bewohner des Bühler Stadtteils Weitenung sehen diesem Termin mit Spannung entgegen. Denn noch wissen sie nicht, wie weit die künftige Stromtrasse von ihren Häusern entfernt sein wird.

Bürgerinitiative gegen geplante Transnet-Trassenführung

Genau das aber ist der Knackpunkt. Bereits vor sechs Jahren hat sich in Weitenung eine Bürgerinitiative gegründet. Sie möchte die Trasse deutlich weiter vom Ort abgerückt sehen, als das die Planungen der EnBW-Tochter Transnet BW vorsahen.

Die vom Unternehmen vorgeschlagene und in der Planfeststellung untersuchte Trasse verläuft etwa 70 Meter von der Wohnbebauung entfernt, derzeit sind es etwa 35 Meter. Die Bürgerinitiative setzt auf eine Bündelung mit der 300 Meter entfernten Autobahn.

Transnet BW möchte auf einer Länge von 47 Kilometern im Wesentlichen die bestehende 220-kV-Höchstspannungsfreileitung durch eine neue 380-kV-Freileitung mit neuen Masten und Leiterseilen ersetzen. Die neue Leitung wird laut Regierungspräsidium überwiegend in der Trasse der bestehenden und rückzubauenden 220-kV-Freileitung geführt. In einigen Bereichen werde die Bestandtrasse kleinräumig verlassen, um die Leitung von der Wohnbebauung abzurücken, so etwa in Forchheim, Bietigheim, Rauental, Sandweier, Halberstung und Weitenung.

„Die Genehmigung umfasst eine Reihe verbindlicher Zusagen der TransnetBW GmbH und umfangreiche Nebenbestimmungen der Planfeststellungsbehörde, insbesondere zum Natur-, Arten- und Gewässerschutz sowie zum Schutz vor Immissionen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Ob es auch für den Trassenverlauf bei Weitenung solche Bestimmungen gibt, ist die Frage. Rückendeckung haben ihr sowohl die Ortsverwaltung als auch die Stadtverwaltung signalisiert.

Reicht Stadt Bühl Klage gegen Stromtrasse ein?

Der Gemeinderat pochte auf eine größere Entfernung vom Ort, Oberbürgermeister Hubert Schnurr (FW) schloss im vergangenen Jahr eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss nicht aus. Eine solche kann innerhalb eines Monats nach der Bekanntgabe des Planfeststellungsbeschlusses beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eingereicht werden.

Die Verstärkung einer bestehenden Leitungsverbindung steigere die Übertragungskapazität im Stromnetz, ohne einen Neubau zusätzlicher Freileitungen in komplett neuen Trassenräumen erforderlich zu machen, heißt es vom Regierungspräsidium. Es sieht in dem Projekt einen maßgeblichen Beitrag zur Sicherung einer leistungs- und zukunftsfähigen Energieversorgung zwischen Karlsruhe und Freiburg.

Service

Der Planfeststellungsbeschluss und die festgestellten Planunterlagen liegen in der Zeit vom 21. Juli bis einschließlich 4. August 2022 bei den Städten und Gemeinden Baden-Baden, Bühl, Karlsruhe, Kuppenheim, Rastatt, Rheinstetten, Au am Rhein, Bietigheim, Durmersheim, Muggensturm, Ottersweier, Ötigheim und Sinzheim zur Einsicht aus.

Der Planfeststellungsbeschluss und die zur Einsicht ausgelegten Unterlagen sind ab diesem Zeitpunkt auch auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Karlsruhe zu finden.



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