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Viele besuchen die Familie

Mallorca-Urlauber am Baden-Airpark fühlen sich sicher und wehren sich gegen Kritik

Häufig ist es ein Besuch bei Familienmitgliedern, der Reisende am Flughafen Karlsruhe/Rheinmünster über Ostern zu einer Visite auf Mallorca animiert hat. Die Polizei zieht Bilanz über die Testpflicht der Rückkehrer.

In Wartestellung: Die Schlange vor den Check-In-Schaltern war beim Flug nach Mallorca noch überschaubar. Nicht alle gebuchten Plätze wurden wirklich beansprucht. Foto: Hans-Jürgen Collet

Strahlend kommt Hardy Wenze aus der Ankunftshalle – braun gebrannt und bestens gelaunt. Der agile Rentner aus Karlsruhe gehört zu den Gästen der Ryanair-Maschine, die soeben auf dem Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden gelandet ist. „Es war alles super und es gab überhaupt keine Probleme“, erzählt er.

Drei Monate lang weilte Wenze bei einem Bekannten in Llucmajor, eine der größten Gemeinden auf der Insel. Den erforderlichen PCR-Test für die Rückreise beschaffte er sich in einem Krankenhaus. „Da musste man zwar zwei Stunden warten, aber es hat alles gepasst, wobei der Inzidenzwert zuletzt nur bei 27 lag.“

Wenige Meter neben Wenze hat sich vor den Check-In-Schaltern längst eine Warteschlange gebildet mit alle jenen sonnenhungrigen Touristen, die über Ostern die sich bietende Chance nutzen wollen, um auf die Lieblingsinsel der Deutschen zu jetten.

Manche ersetzen Italien-Reise jetzt mit Mallorca-Flug

„150 Personen sind für den Flug gebucht“, sagt Supervisor David Moors. Nicht sämtliche Plätze werden letztlich belegt sein, aber Moors hat dennoch alle Hände voll zu tun. Viele Gäste einer parallel startenden Maschine nach Pristina erkundigen sich bei Moors am Airline-Service-Center nach Einreisebestimmungen und den aktuellen Vorschriften.

Wir können froh sein, dass derzeit noch nicht allzu viele Flüge hier abgehen.
David Moors, Supervisor

Weshalb Deutsche, die nach Pristina reisen, einen negativen PCR-Test vorweisen müssen; Fluggäste aus dem Kosovo aber offenbar nicht, vermag auch er nicht so recht zu erklären. „Es tauchen so viele Fragen auf, wir können froh sein, dass derzeit noch nicht allzu viele Flüge hier abgehen“, sagt er mit leicht gestresstem Gesichtsausdruck.

In die Reihe der Reisenden mit Ziel Mallorca hat sich inzwischen auch Ralf Maier aus Karlsruhe eingefunden. „Wir haben über Pfingsten einen Urlaub in Italien gebucht, wissen aber noch nicht, ob das möglich sein wird“, erzählt Maier.

Seit 2002 ist er mit Ehefrau Marina Stammgast in Lido di Jesolo: „Wir haben dort immer dasselbe Zimmer“, sagt Marina. Auch sie aber weiß, wie unsicher derzeit Planungen für Reisen nach Italien sind. „Deshalb haben wir uns jetzt über Ostern kurzfristig für eine Pauschalreise nach Mallorca entschieden“, erklärt Maier, der gemeinsam mit seiner Frau gespannt auf die Insel ist: „In Spanien waren wir noch nie.“ Keine Sorgen machen sie sich um entsprechende Testmöglichkeiten vor ihrer Rückkehr: „Dafür wird unser Reiseveranstalter schon sorgen.“

Im eigenen Ferienhaus und ohne Lust auf Partys

Eine junge Kindergärtnerin aus Ettlingen freut sich indessen, mit ihrer vierköpfigen Familie das eigene Haus auf Mallorca endlich mal wieder besuchen zu können.

„Wir haben darauf gewartet, bis es möglich war und wollen die Chance jetzt nutzen“, berichtet sie im Bewusstsein, sich absolut sicher zu fühlen: „Wir haben dort ein eigenes Auto, genießen Land und Natur. Auf Partys gehen wir sowieso nicht“.

Tochter und Enkeltochter besuchen will eine ältere Dame aus Schwetzingen, die ihren Namen nicht nennen mag: „Ich wohne bei ihnen in einem tollen Haus nahe bei der Playa del Palma am Meer.“

Ihre Tochter sei eigentlich im Hotelgewerbe beschäftigt gewesen. Corona aber habe die Arbeitsstelle vernichtet: „Nun hilft sie in einem Notariat in Palma mit.“

Bisher keine Probleme bei Kontrolle von Testnachweisen

Familien mit Kindern sind am Check-In-Schalter für den Flug Richtung Palma im Übrigen eher selten zu sehen. Viele Reisende geben an, geschäftlich unterwegs zu sein oder Geschäftliches mit Privatem zu verbinden: „Ich habe hart gearbeitet und brauche ein paar Tage Entspannung“, ist mehrfach zu hören.

Auf der Insel hält man sich genau an die Regeln, deshalb sind die Inzidenzwerte so niedrig.
Mallorca-Urlauberin

Eine allein reisende ältere Dame, die ihre Tochter besuchen will, regt sich indessen mächtig darüber auf, dass „so auf Mallorca herumgehackt wird.“ Denn: „Auf der Insel hält man sich genau an die Regeln, deshalb sind die Inzidenzwerte so niedrig. Was man bei uns sieht, ist dagegen erschreckend.“

Bisher keine Probleme gab es nach Aussage von Saskia Fischer, Sprecherin der Bundespolizei, bei der Kontrolle der notwendigen Testnachweise, die Reiserückkehrer mit sich führen müssen: „Wir kontrollieren aber nur stichprobenartig an verschiedenen Standorten“, sagt Fischer.

Am Baden-Airpark soll bald gegen Corona geimpft werden

In ganz neuen Räumlichkeiten befindet sich im Flughafen-Terminal übrigens seit 1. April die Corona-Teststation. Sie ist nun ein medizinisches Zentrum mit Arztpraxis. „Dort werden bald auch Impfungen vorgenommen“, wie Manuel Fonseca, dessen Unternehmen EMT Euroambulance LLC dafür zuständig ist, verspricht.

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