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Projektarbeit am Windeck-Gymnasium

Schüler in Bühl denken nachhaltig in die Zukunft

Was steckt hinter dem Begriff Nachhaltigkeit, und wie wirkt sich das auf unseren Alltag aus? Schüler des Windeck-Gymnasiums haben sich mit dem Thema befasst. Nun soll in Bühl ein Nachhaltigkeitspfad entstehen.

Viele Beispiele zum Thema Nachhaltigkeit in Bühl zeigen Jonathan Bertele (links) und Alexander Lienhart auf. Foto: Andreas Bühler

Zu einem der großen Themen unserer Zeit, der Nachhaltigkeit, entsteht ein Pfad in Bühl. Über mehrere Stationen hinweg sollen Interessierte mithilfe von Infotafeln konkrete Beispiele zum Thema Nachhaltigkeit in Bühl vorgestellt bekommen.

Die Einrichtung des Pfades hat der Klima- und Umweltausschuss des Bühler Gemeinderats beschlossen. Zustimmen müssen nun noch für jedes der Schilder die externen Partner, bei denen diese aufgestellt werden sollen.

Jonathan Bertele, Schüler des Windeck-Gymnasiums, und sein Klassenkamerad Alexander Lienhart haben sich im Rahmen einer Projektarbeit mit ihren Mitschülern eingehend mit dem Begriff der Nachhaltigkeit auseinandergesetzt und schnell gemerkt, dass dies eine Herausforderung ist.

„Es gibt die große Politik und die Agenda 2030. Deren globale Ziele scheinen zunächst so weit weg von uns zu sein. Das ist aber nicht so. Wir haben uns genau angeschaut, wo wir in Bühl bei den einzelnen Themen jetzt stehen und wo die Perspektiven sind“, erläutert der 17-jährige Alexander Lienhart die Aufgabenstellung im Seminarkurs ihres Lehrers Thomas Hoffmann: „Agenda 2030 – ist Bühl auf dem richtigen Weg?“

Schüler sind überrascht, welche Lebensbereiche nachhaltig funktionieren können

Aber je eingehender sich die Windeck-Schüler mit dem Thema befassten, desto differenzierter wurden die Aspekte. „Es ist unglaublich, wie viele Bereiche unsere Lebens nachhaltig gestaltet werden können. Das reicht vom sauberen Wasser über menschenwürdiges Leben, Bildung, Gleichberechtigung sowie Frieden und Gerechtigkeit“, skizziert Jonathan Bertele den Rahmen des Kurses.

Schnell wurde den Schülern klar, dass es sich bei den Zielen der Agenda 2030 nicht um eine formale Note eines international vereinbarten Papiers der UNO handelt. „Das sind die Stichworte für unsere Zukunft. Die Lösungen dieser Themen sind relevant für die Welt, in der wir später leben“, stellt Bertele fest.

Es sei wirklich erstaunlich, wie dieser abstrakte Begriff sich auf die Verhältnisse in Bühl herunterbrechen lasse. „Jeder kann sich anhand unserer Tafeln an den einzelnen Stationen dieses Pfades für sich selbst klar machen, wo wir in Bezug auf diese wichtigen Themen ganz konkret hier in Bühl stehen“, führt Alexander Lienhart aus.

Die Schüler haben Bühl auf Nachhaltigkeit durchsucht

Dabei sind die Schüler Schritt für Schritt vorgegangen. Sie haben recherchiert, was diese Aspekte international, für die Bundesrepublik und schließlich für Bühl bedeuten.

„Dabei haben wir alles genau abgeklopft, recherchiert und die eingeleiteten Maßnahmen überprüft auf ihre Zweckmäßigkeit. Schließlich haben wir bei unserer Arbeit auch Kontakt mit der Stadt geknüpft und einen offenen Austausch mit OB Hubert Schnurr und vor allem mit Bürgermeister Wolfgang Jokerst geführt“, sagen die beiden Windeck-Schüler.

Sie waren beeindruckt vom persönlichen Kontakt mit der Kommunalpolitik. Beide Seiten hätten dabei festgestellt, dass die örtliche Politik von der Studie profitiert. „Das war ein Erfolg für alle Beteiligten“, meint Jonathan Bertele.

Alle schauen im Grunde auf die aktuelle Entwicklung dieser Themen, die durch den Nachhaltigkeitspfad eine öffentliche Präsenz erhalten. „Etliche Mitbürger haben von diesem Thema noch nicht viel gehört. Dabei hat jede Stadt sich verpflichtet, ihren Teil zum Erreichen der Ziele der Agenda beizutragen“, sagt Alexander Lienhart. Deshalb sei es gerade wichtig, dieses umfassende Thema zu erklären.

Bis zu 19 Schilder sind für Bühl geplant

„Es wird bis zu 19 Schilder geben, die wir für die betreffenden Stationen entworfen haben. Dabei geht es um die Ist-Situation und um den Ausblick in die Zukunft“, schildert Jonathan Bertele. Für den Überblick werde eine große Karte sorgen, die nach Plänen der Stadtverwaltung wohl im Bühler Stadtgarten als Ausgangspunkt des Nachhaltigkeitspfades installiert wird.

„Das ist wichtig, denn Touristen können sich daran orientieren und zudem die Gegend kennenlernen. Und auch einzelne Punkte können gezielt herausgepickt werden. Lehrer und Schüler schauen sich den Pfad an und tragen die Informationen und das Bewusstsein in die Schulen und in andere Klassen“, ergänzen die beiden Schüler.

Standorte sollen zumeist Einrichtungen und Institutionen sein, die in einem Zusammenhang mit dem Thema Nachhaltigkeit stehen. Dies sind beispielsweise zum Nachhaltigkeitsziel „hochwertige Bildung“ die Mediathek, zu „sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“ die Stadtwerke Bühl oder zu „menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ der CAP-Markt.

Alle tragen Verantwortung für eine nachhaltige Lebensweise

Die formulierten Ziele der Agenda 2030 zielen im Prinzip auf die Verantwortung jeder einzelnen Person für die Schwächeren und die folgenden Generationen. „Es ist im Grunde wie ein Spiegel, der einem zeigt, wo man gerade steht und was jeder selbst mit Blick auf die Zukunft Vernünftiges tun kann“, erklärt Jonathan Bertele.

„Das Thema ist nicht ganz einfach zu durchschauen. Ich hatte anfangs auch Vorbehalte, ob wir alles wichtigen Aspekte hier in Bühl auch sinnvoll dokumentieren können. Aber das Konzept der Windeck-Schüler hat mich überzeugt. Und wir brauchen ein begreifbares Instrument, um die wichtigen, globalen Ziele, die von der UN gesetzt wurden, zu erklären“, erzählt Wolfgang Jokerst. Er freue sich schon auf die Realisierung des Pfades.

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