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250.000 Euro investiert

Nach Modernisierung im Corona-Lockdown: Schwarzwaldbad in Bühl ist für Freibadsaison gerüstet

Das Schwarzwaldbad in Bühl ist für den eventuellen Start der Freibadsaison am 15. Mai gerüstet. Während des Corona-Lockdowns hat sich in Freibad und Hallenbad einiges getan.

Eine von zahlreichen Baustellen im Bad: Schwimmmeister Thomas Lang zeigt Frostschäden am Rand des Schwimmerbeckens. Foto: Wilfried Lienhard

Da ist sogar Jörg Zimmer überfragt. Seit 2001 ist er als Geschäftsführer der Bühler Sportstätten GmbH für das Schwarzwaldbad zuständig und hat immer jede Menge Details parat. Doch jetzt, da er gemeinsam mit seinem Co-Geschäftsführer Markus Benkeser durch das weitläufige Technik-Labyrinth im „Bauch“ des Schwarzwaldbads führt, muss er passen.

Welche Fläche die endlos anmutenden Rohre, all die Schieber und Filter einnehmen, kann er nicht sagen. Die schiere Dimension macht leicht verständlich, welchen Aufwand es kostet, Hallen- und Freibad betriebsfähig zu erhalten – und das „kostet“ ist durchaus wörtlich zu nehmen.

Allein seit dem Beginn des vergangenen Jahres seien 250.000 zusätzliche Euro investiert worden. Nach umfangreichen Voruntersuchungen waren Betonsanierungen angegangen und die Technik modernisiert worden.

Einen solch hohen Stand der Technik hatten wir wohl noch nie.
Jörg Zimmer, Geschäftsführer Bühler Sportstätten GmbH

Der Lohn der guten Tat: „Einen solch hohen Stand der Technik hatten wir wohl noch nie“, sagt Zimmer. Möglich gemacht hat es auch die wiederholte zwangsweise Schließung des Schwarzwaldbads.

Beispiel Betonsanierung: Immer neue schadhafte Stellen waren im Keller entdeckt worden, allein 60 in den vergangenen fünf Jahren. Für die Sanierung muss der Betrieb ruhen, es darf kein Wasser in den Leitungen sein.

Ein Konzept von 2016 hatte deshalb für die Behebung der Betonschäden eine halbjährige Stilllegung des kompletten Bades veranschlagt. Davor schreckte man zurück. Die Corona-Ruhe eröffnete eine unverhoffte Chance.

Nur zwei Kaderschwimmer trainierten dieses Jahr im Bühler Schwarzwaldbad

Es begann mit dem ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr. Anfang November 2020 ging das Hallenbad zunächst in den Corona-Notbetrieb. Seit Jahresbeginn durften nur noch zwei Kaderschwimmer trainieren.

Das sei aber bald nicht mehr wirtschaftlich vertretbar gewesen, sagt Zimmer. „Wir mussten das Bad entleeren, denn im Stand-by-Modus fallen pro Stunde 250 Euro an. Das Wasser muss schließlich aufbereitet, das Gebäude beheizt und belüftet werden.“

Im „Bauch“ des Schwarzwaldbads: Geschäftsführer Markus Benkeser kontrolliert die Technik. Sie ist jetzt an etlichen Stellen modernisiert worden. Foto: Wilfried Lienhard

Die Schließzeiten nutzte die Sportstätten GmbH, um auf Sicht, mit kleinen Auftragsportionen zu sanieren, immer die Option einer vergleichsweise kurzfristigen Öffnung im Blick. Die technischen Einrichtungen seien einer „richtigen Instandsetzung“ unterzogen worden.

„Die übliche Revisionszeit im Sommer hätte dafür wohl nicht ausgereicht“, ergänzt Zimmer. Insgesamt finden sich im Keller fünf technische Anlagen, drei für das Freibad und zwei für das Hallenbad – „ein durchschnittliches Bad in der Region hat eine“, so Zimmer.

Die Arbeiten seien auch für eine bessere Übersichtlichkeit genutzt worden. Im Technikbereich sei zu sehen, dass das Schwarzwaldbad in mehreren Schritten entwickelt worden ist; das Hallenbad wurde 1974 und das Freibad 1981 eröffnet.

Um die Badewassertechnik besser überprüfen zu können, wurde für das Hallenbad bereits eine neue „Schaltzentrale“ installiert, von der aus gesteuert werden kann. Für das Freibad steht das noch aus. In diesem Bereich ist die Messwassertechnik jetzt so eingerichtet worden, dass etwaige Fehler schnell aufgespürt werden können.

Die Wasserchemie stand ebenfalls auf der Liste – um den Einsatz von Chemie zu reduzieren. So sind jetzt fünf Behälter mit Marmorkies im Einsatz, um den ph-Wert zu stabilisieren. Die zuvor eingesetzte Natronlauge wird nicht mehr benötigt.

Schier endlos: Im Keller des Schwarzwaldbads ist die Technik für Hallen- und Freibad untergebracht. Foto: Wilfried Lienhard

Und es seien etliche Schäden und Mängel behoben, die ohne den Stillstand erst gar nicht entdeckt worden wären, sagt Zimmer. Vieles wurde in Eigenleistung erledigt – trotz Kurzarbeitsquote von 50 Prozent.

Doch nicht nur im Keller wurde gearbeitet. Im Hallenbad wurden das Nichtschwimmer- und das Babybecken rundumsaniert, im Schwimmerbecken und in den Duschen Reparaturen erledigt.

Frostschäden im Bühler Freibad behoben

Die Vorbereitungen auf die Freibadsaison begannen wie üblich zum Jahresbeginn. Im Blickpunkt standen zunächst die technischen Anlagen, und sobald es die Temperaturen zuließen, ging es ins Freie.

Fugen wurden erneuert und, als die Nächte frostfrei waren, Frostschäden behoben. Auch die Grünanlage – mit 1,5 Hektar die größte in der Stadt – mit ihren mehr als 2.000 registrierten Bäumen und Büschen wurde fit gemacht.

Wann die Freibadsaison beginnen kann, ist mit Blick auf die Corona-Vorgaben ungewiss. Auf eines aber legen sich Jörg Zimmer und Markus Benkeser ohne Wenn und Aber fest: Das Schwarzwaldbad könnte, wie es in normalen Zeiten üblich ist, am 15. Mai den Betrieb aufnehmen.

Tatsächlich aber rechnen die beiden Geschäftsführer mit Anfang oder Mitte Juni. Denkbar sei dann auch ein Parallelbetrieb von Frei- und Hallenbad, sagt Benkeser, um für Schwimmkurse oder den Sportunterricht des Windeck-Gymnasiums ausreichend Wasserflächen unter den Corona-Vorgaben bereitstellen zu können.

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