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Im Oktober sollen die Abrissbagger anrücken

Stadt Bühl und Projektentwickler streiten über Details beim Seniorenzentrum Neusatzeck

Grundsätzlich hat der Bühler Gemeinderat Anfang Juli in einer Kampfabstimmung dem Seniorenzentrum auf dem Gelände des Klosters Neusatzeck zugestimmt. In Details gibt es aber noch unterschiedliche Auffassungen zwischen Projektentwickler und Stadt. Im Oktober sollen die Abrissbagger anrücken.

Abrissbirne: Das Mutterhaus des Klosters Neusatzeck muss dem Bagger weichen. Erhalten bleibt lediglich der zentrale Altbau von 1928 (rechts). der Wurm-Bau von 1981 (links) wird verschwinden. Foto: Ulrich Coenen

Die Abrissbagger sollen im Oktober anrücken. Vom Mutterhaus des Klosters Neusatzeck werden dann nur der zentrale Ursprungsbau von 1928 und ein kurzes Stück des sogenannten Pförtnergebäudes von 1965 erhalten bleiben. Der Wurm-Bau von 1981 an der Talseite wird ebenso platt gemacht wie das Ökonomiegebäude.

„Wir sind gerade in Abstimmung mit den Abrissunternehmen“, berichtet der Baden-Badener Projektentwickler Bernd Matthias, der nach einem zweijährigen Hin und Her in der Kommunalpolitik erst Anfang Juli grünes Licht vom Bühler Gemeinderat für sein Großprojekt erhalten hat.

Zwei bis drei Monate sollen die Abrissarbeiten dauern. Das Pförtnergebäude, von dem nur der unmittelbar an den zentralen Ursprungsbau angrenzende Teil erhalten bleibt, wird durchgesägt. Maurer werden den zu erhaltenden Teil mit einer neuen Mauer verschließen.

Gleich drei Baugenehmigungen sind nötig

Das von Matthias beauftragte Karlsruher Architekturbüro arbeitet aktuell an der Genehmigungsplanung. „Tatsächlich benötigen wir drei Baugenehmigungen“, sagt Matthias. Im September will er die Pläne für das Pflegeheim bei der Stadtverwaltung einreichen, wenig später die für den Umbau des Altbaus zum Personalwohnheim.

Als letzter Bauantrag soll der talseitige Neubau auf dem Gelände des jetzigen Wurmbaus folgen, in dem betreutes Wohnen entstehen soll. Matthias hält es nicht für möglich mit diesem Gebäude fünf Meter von der Schwarzwaldstraße anzurücken, wie dies in Neusatz gewünscht wird. Im Detail wird es deshalb vermutlich noch zu kommunalpolitischen Diskussionen kommen.

Denn gerade der Abstand des Gebäudes für betreutes Wohnen zur Straße ist ein Knackpunkt der bisherigen Planung. Auch Oberbürgermeister Hubert Schnurr hält die Lösung, den Neubau wie den Bestand unmittelbar an der Straße zu errichten, für alles andere als optimal. Er sieht bereits den Ursprungsbau von 1928, der sich unmittelbar an der Schwarzwaldstraße erhebt, problematisch.

Fledermäuse verhindern Abriss

„Weil der wegen der artengeschützten Fledermäuse im Dachstuhl nicht abgerissen werden darf, gibt es aber in diesem speziellen Fall keine Alternative“, meint er. In Sachen betreutes Wohnen wünscht sich Schnurr ein Abrücken von der Schwarzwaldstraße. „Es müssen ja nicht gleich fünf Meter sein“, sagt er. Der Oberbürgermeister weiß natürlich, dass das rückwärtig an das Klostergelände grenzende Grundstück nicht im Eigentum des Projektentwicklers ist. Er empfiehlt deshalb eine Baulast.

Aktuell ist der Bebauungsplanentwurf für das Mutterhaus entsprechend den gesetzlichen Vorgaben im Rathaus offengelegt. Interessierte Bürger können ihn in der Stadtplanungsabteilung einsehen und Anregungen geben. Der Gemeinderat soll sich im Oktober erneut mit dem Thema und den Anregungen beschäftigen. „Der Projektentwickler kann aber bereits vorher Bauanträge einreichen“, sagt Schnurr. Allerdings muss er unter Umständen später nachbessern.

OB Schnurr findet Projekt grundsätzlich gut

Grundsätzlich bleibt Schnurr bei seiner positiven Einschätzung des Projekts: „Nutzung und Gestaltung sind gelungen. Das gilt auch für das Einfügen in die Landschaft.“

Bernd Matthias betont, dass die Finanzierung des Projekts gesichert ist. Dies wurde in den vergangenen Monaten in Neusatz immer wieder angezweifelt. „Die Investoren stehen Schlange“, sagt der Projektentwickler nicht ohne Stolz.

Mit den Bauarbeiten soll im Frühjahr 2021 begonnen werden. Matthias hat noch nicht entschieden, ob die Neubauten in konventioneller Bauweise oder mit industriell vorgefertigten Fertigteilen errichtet werden sollen. „Deshalb kann ich noch keine Aussagen zur Bauzeit machen“, erklärt er. Fertigteile würden diese deutlich verkürzen.

Offen für alle Neusatzer

Trotz des schier endlosen grundsätzlichen Streits über das Seniorenzentrum will der Projektentwickler mit dem Ortschaftsrat zusammenarbeiten. „Von unserer Seite ist das kein Problem“, konstatiert er. Matthias erinnert daran, dass das Seniorenzentrum ein offenes Haus für alle Neusatzer werden soll. Das bezieht sich nicht nur auf das kleine Geschäft, das im Erdgeschoss des Ursprungsbaus entstehen soll. Die bisherige Kapelle wird zu einem allgemeinen Veranstaltungsraum, der ebenfalls von den Neusatzern genutzt werden könnte.

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