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Kein Hoffest - aber ein Kabarettabend

Statt dem Hoffest gibt’s Kabarett auf dem Aspichhof in Ottersweier

Das Hoffest auf dem Aspichhof in Ottersweier hat Geschäftsführer Ewald Glaser wegen Corona schweren Herzens abgesagt. Mehr als nur ein Trostpflaster ist indes der Kabarett-Auftritt von Martin Wangler, bekannt aus der Serie „Die Fallers”.

Der Königstiger Baujahr 1968 ist immer mit dabei: Martin Wangler ist im Sommer als Fidelus Waldvogel unterwegs und macht mit seinem Programm „Nächste Ausfahrt: Heimat! – Kabarett auf der Wanderbühne“ in Ottersweier Station. Foto: Sebastian Wehrle

Es ist der Höhepunkt des Jahres für den Aspich-Hof, seine Bewohner und Mitarbeiter, aber auch ein Publikumsmagnet. Wenn der traditionsreiche Betrieb Ende August zum Hoffest lädt, strömen um die 2.000 Besucher zum Aspich hinauf, um einen Blick hinter die Kulissen eines ganz besonderen landwirtschaftlichen Unternehmens zu werfen. In diesem Jahr aber wird sommerliche Sonntagsruhe auf dem Aspich herrschen: Das Hoffest fällt der Corona-Pandemie zum Opfer.

Absage auch wirtschaftlich zu spüren

Geschäftsführer Ewald Glaser hat die Entscheidung lange hinausgezögert, denn er weiß, wie wichtig das Hoffest gerade für die Bewohner des als gemeinnützige GmbH geführten Hofes ist: „Das ist für sie immer der Jahreshöhepunkt, auf den sie sich wochenlang vorbereiten und bei dem sie mit Feuer und Flamme dabei sind.“ Über die Absage sei unter ihnen auch diskutiert worden, „aber sie sehen die Notwendigkeit ein“. Als klar war, dass die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg mit Blick auf Großveranstaltungen keine rechtzeitigen Änderungen mehr erführen, sei das Hoffest abgesagt worden.

„Wir dürfen maximal 500 Besucher zulassen“, sagt Glaser. „Das können wir nicht einhalten“. Zwar verteilten sich die 2.000 Gäste üblicherweise über den Tag, aber das lasse sich kaum steuern und kontrollieren: „Wir müssten alle Zugänge abriegeln. Das schaffen wir nicht.“ Die Absage schmerzt nicht nur die Bewohner des Hofs, sondern den ganzen Betrieb: Das Hoffest habe einerseits einen sehr großen Werbeeffekt und stelle auch einen wirtschaftlichen dar, die Absage werde schmerzhaft zu spüren sein, fürchtet Glaser.

Mehr als nur ein Trostpflaster

Auch wenn es den Ausfall nicht wird auffangen können, mehr als nur ein Trostpflaster ist es für den Geschäftsführer aber doch, dass statt des Hoffests am Freitag, 7. August, ab 19 Uhr ein Auftritt von Fidelius Waldvogel über die Bühne gehen kann. Das ist die Bühnenfigur des Schauspieler und Kabarettisten Martin Wangler , einem breiten Publikum durch die Rolle des Bernd Clemens in der SWR-Serie „Die Fallers“ bekannt.

”Von Daheim”-Tour

Das passe hervorragend, freut sich Glaser. Wangler fährt in der Rolle des Fidelius Waldvogel anlässlich seiner sommerlichen „Von Daheim“-Tour rund um Baden-Württemberg und präsentiert an etwa zehn Orten sein Kabarettprogramm: „Nächste Ausfahrt: Heimat! – Kabarett auf der Wanderbühne“. Das ist Teil der Kampagne „Wir versorgen unser Land“, mit der das Stuttgarter Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz für regionale Produkte wirbt. Auch Ewald Glaser hat sich, noch als Geschäftsführer der ZG Raiffeisen in Karlsruhe, für ein Werbeplakat dieser Kampagne zur Verfügung gestellt und für Eier geworben.

500 Gäste sind möglich

Martin Wangler kenne er schon seit vielen Jahren, auch die eine oder andere Veranstaltung habe er mit ihm schon gemacht. Nun habe der Künstler angefragt, ob er nicht auch den Aspichhof ansteuern könne. In der vergangenen Woche war er in Ottersweier und vom Ambiente des Hofs so angetan, dass man schnell einig wurde. Natürlich führt ein Stück weit hier auch Corona Regie: Maximal 500 Gäste haben Zutritt, sagt Glaser. Der Innenhof und auch der Garten würden mit etwas längeren Strohballen bestückt, die Glaser eigens pressen lässt und auf denen jeweils zwei Besucher Platz finden: „So sind die Abstandsregeln eingehalten.“ Im Eintrittspreis seien ein Handvesper und ein Getränk enthalten, beides werde direkt beim Einlass überreicht.

Unterwegs mit Königstiger

Unterwegs ist Wangler übrigens mit einem alten Traktor – Eicher, Modell: Königstiger, Baujahr 1968 – und einem alten Forstarbeiterwagen. Diesen hat er zur fahrenden Bühne umgebaut. Darin findet sich alles, was er für seine Reise braucht: Küche, Schlaf-, Ess- und Musikzimmer und natürlich eine aufklappbare Bühne. Darauf erzählt, singt und musiziert Wangler über Eigensinniges und Eigenwilliges, über das „Daheim sein“ und die „Heimat“ – Begriffe, denen Corona zu neuer Aktualität verholfen hat.



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