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Zeitlicher und personeller Aufwand

Corona-Schnelltests stellen Mitarbeiter in Bühler Seniorenheim vor zusätzliche Herausforderung

Die Corona-Schnelltests bringen für Heimbewohner und deren Besucher im Schwarzwald-Wohnstift in Bühl Vorteile. Dagegen gibt es für die Verwaltung und die Mitarbeiter einen erheblichen Mehraufwand - und das ist nicht das einzige Problem...

Schnell aber viel Arbeit: Mit dem Schnelltest kann binnen weniger Minuten eine Infektion mit Sars-CoV-2 festgestellt werden. Für die Bewohner von Seniorenheimen ergeben sich Erleichterungen bei den Besuchen. Foto: Andreas Bühler

Einmal das Stäbchen in den Mund, und dann herrscht Klarheit über eine Corona-Infektion – das klingt schnell und einfach. Doch diese Schnelligkeit und Einfachheit bezieht sich lediglich auf die Reaktionszeit des Tests von rund 15 Minuten.

Die Realität dahinter für die Mitarbeiter in Seniorenheimen sieht anders aus: „Schnelltest bedeuten in der Realität einen erheblichen zusätzlichen Aufwand für Betreiber und Mitarbeiter“, stellt Hubertus Seidler, Geschäftsführer und Gesellschafter des Schwarzwald-Wohnstifts in Bühl, fest.

Die Besucher sind sicherer

Eine Fachkraft im Schwarzwald-Wohnstift bestätigt: „Wir sind froh, dass wir nun bei gesundheitlichen Auffälligkeiten wie Erkältungen schnell testen können. Aber das bedeutet für uns ein erheblicher zeitlicher Mehraufwand, den wir uns hier in der Pflege eigentlich nicht leisten können.“ Nicht zu unterschätzen sei auch der zusätzliche Aufwand, den die Verwaltung für den Antrag beim Gesundheitsministrerium, für den Einkauf, die umfangreiche Dokumentation und die abschließende Abrechnung leistet.

„Wichtig ist doch, dass wir hier für die Senioren durch die Schnelltests die Besuche sicherer und einfacher gestalten können. Aber das ist mit einem erheblichen zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden“, bringt es Seidler auf den Punkt. Der Geschäftsführer beim Bühler Schwarzwald-Wohnstift hat als einer der ersten diese PoC-Antigen-Tests eingeführt. Zuvor galt es jedoch, einen detaillierten Antrag beim Bundesgesundheitsministerium zu stellen, damit die Tests auch später mit den Krankenkassen abgerechnet werden können.

„Jeder Mitarbeiter, dazu zählen auch Ehrenamtliche und Praktikanten, werden grundsätzlich einmal pro Woche getestet“, erläutert Seidler. Für die Bewohner des Seniorenheims bedeutet die Möglichkeit des Schnelltestes eine erhebliche Erleichterung bei den Besuchen. Diese seien nach wie vor nur nach Terminvereinbarung möglich, „aber nun können sich die Gäste wieder mit den Senioren in ihren Zimmern treffen. Das war seit Beginn der Pandemie bei uns nur in einem separaten Besucherzimmer möglich“, betont Seidler.

Zeit fehlt an anderer Stelle

Die Schnelltests bereiten einen erheblichen Mehraufwand. „Die Einrichtungsleitung muss zunächst eine Testkonzeption nach genauen Vorgaben erstellen, in dem unter anderem die zu testenden Personen, der zeitliche Ablauf, die notwendigen Personalkapazitäten, der Ort der Testung sowie der Aufwand der Schutzausrüstung festgelegt werden“, umreißt Seidler den Organisationsaufwand.

Zudem muss vor einem Test muss die zu testende Person oder die jeweilige Betreuungsperson erst mal zustimmen. „Und die Abstiche und die anschließende Testauswertung dürfen nur von fachlich qualifizierten Kräften geleistet werden“, gibt Hubertus Seidler zu bedenken. Dabei handle es sich um Zeit, die den Mitarbeitern an anderer Stelle fehle.

Anschließend müsse das Testergebnis genau dokumentiert und der getesteten Person mitgeteilt werden. „Wird positiv getestet, muss mit dem Gesundheitsamt Rücksprache gehalten werden, und der Getestete wird an eine Corona-Schwerpunktpraxis verwiesen, um sich bis zu einem weiteren Test in häusliche Isolation zu begeben“, erklärt Seidler.

10.000 Tests gesichert

Schließlich die Abrechnung: „Aufgrund der allgemeinen Entwicklung gestaltet sich der Einkauf nicht einfach. Wir haben uns jedoch ein Kontingent von 10.000 Tests sichern können“, berichtet der Geschäftsführer. Bei 100 Bewohnern, 70 Mitarbeitern und rund zehn Besuchern ergebe sich ein Bedarf von 472 Tests im Monat für die Einrichtung in Bühl.

Das Schwarzwald-Wohnstift betreibt insgesamt 16 Häuser, darunter Einrichtungen in Baden-Baden und Karlsruhe. Pro Test werden zunächst sieben Euro Sachaufwand und dann noch sechs Euro für den zeitlichen Aufwand der ausführenden Fachkraft berechnet. Wie die Abrechnung mit den Krankenkassen funktioniert, wird Seidler in naher Zukunft berichten können.

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