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Kein Vergleich mit dem Chaos der Vorwoche

Dem nasskalten Wetter zum Trotz: Viel Betrieb auf der Schwarzwaldhochstraße

Dem nasskalten Schmuddelwetter zum Trotz: Im Höhengebiet des Nordschwarzwalds war am dritten Adventssonntag wieder einiges los. An das Chaos des Vorsonntages reichten die Besucherzahlen nicht. Und manches Überraschende gab es auch zu entdecken.

Gut Betrieb: Rund um dem Mummelsee war wohl am Meisten los. Vor allem Autofahrer, die auf einen frei werdenden Parkplatz warteten, verursachten kleine Staus. Foto: Jörg Seiler

Der Wetterbericht und die Webcams versprachen an diesem Sonntag morgen nichts gutes. Nebel, Wolken, nasskalte drei Grad an der Schwarzwaldhochstraße. Und dennoch: Wie am vorigen Wochenende war im Höhengebiet des Nordschwarzwalds spätestens um die Mittagszeit wieder gut was los. An den Ansturm des vorigen Wochenendes kamen die aktuellen Besucherzahlen laut Polizei nicht heran.

Viele Familien haben Schlitten eingepackt

Die Region Karlsruhe war am dritten Advent vermutlich ausgestorben, geht man einfach mal nach den Autokennzeichen, ebenso die Metropolregion Rhein-Neckar, die Südpfalz und die Pforzheimer Ecke. Ab dem Mummelsee mischen sich dann viele Besucher aus dem Ortenaukreis dazu.

Am Mehliskopf steht eine Familie am Auto, KA-Nummernschild. Eltern, erwachsene Kinder. Ist das eine Art letzte Flucht vor dem absoluten Stillstand? Nein, sagt der Junior entspannt, „die Bergluft im Schwarzwald genießen“. Ein ganz normaler Ausflug. Einfach mal raus - das trieb die Menschen in Scharen auf die Höhen des Nordschwarzwalds. Gefühlt 1.000 Schlitten werden zwischen Sand und Seibelseckle an diesem Sonntag ausgeladen. Ein bisschen auf dem Restschnee herum rutschen - für die Kinder eine Riesengaudi.

Viele Besucher hatten Schlitten dabei. Foto: Benedikt Spether

Und nicht nur für die. Ein junges Paar, auch aus Karlsruhe, rüstet sich gerade bei Unterstmatt zum Spaziergang. Auch sie wollen einfach mal raus. „Den Schlitten haben wir natürlich dabei“, sagt er. Der überwiegende Teil der Schwarzwaldgäste macht den klassischen Sonntagsausflug. Das wird spätestens am Mummelsee deutlich.

Leichte Staus durch Parksuchverkehr, Stellplätze im weiten Umkreis sind belegt. Dabei herrscht auch dort eher trübes Wetter. Man sieht kaum den sagenumwobenen Bergsee und noch weniger die höchste Erhebung des Nordschwarzwalds, die 1.164 Meter hohe Hornisgrinde.

Wanderer zieht es in Wald

Im großen Heer der „Luftschnapper“ und Schneesucher finden sich die echten Bergmenschen. Pascal ist so einer. Er kommt aus Gambsheim und geht im Schwarzwald gern wandern, er schätzt das exzellente Wegenetz. An Figur und Kleidung sieht man, der Elsässer begnügt sich nicht damit, die paar Meter vom Auto bis zum Waldrand zu gehen.

Aber ist das an diesem Sonntag doch nicht zu viel Betrieb? Pascal gibt sich da locker, ein wenig abseits der Parkplätze und Skihänge habe man den Wald fast für sich allein. Den schätzen auch zwei weitere Karlsruher (natürlich!), die gerade mit ihrem Hund starten. „Wir machen eigentlich jedes Wochenende eine Tour mit ihm“, sagt einer der Männer und meint den Magyar Vizsla, einen ungarischen Jagdhund, dem man die Vorfreude auf die nächsten Stunden ansieht.

Ich schätze den Schwarzwald als tolle Wanderregion.
Pascal, Wanderbegeisterter Elsässer

Freud’ und Leid liegen an diesem Tag dicht beieinander. Die meisten Ausflügler, Spaziergänger und Wanderer wirken zufrieden. Für andere war der Tagestrip nicht so ganz erfolgsgekrönt. „Es war der letzte Versuch, einen Fetzen Schnee zu finden“, äußert sich ein Familienvater am Mehliskopf, der gerade am Kofferraum werkelt.

Auch Mountainbiker sind unterwegs

Frau und Kinder sitzen schon im Auto mit Speyerer Kennzeichen. Radfahrer sind an diesem Tag entlang der Schwarzwaldhochstraße eher die Ausnahme. Zwei von ihnen aber sind was ganz besonderes. Echte Mountainbiker! Sie kommen von Durmersheim, radeln sommers wie winters, und machen richtig Meilen. Ja, so um die 120 Kilometer kämen an diesem Sonntag schon zusammen, sagt die Frau auf ihrem nagelneuen Rocky Mountain, von ihm gibt es anerkennende Worte für ihre sportliche Leistung. Dann kurbeln sie - ohne E-Antrieb - zügig davon.

Auf Restschnee im Nebel: Es herrschte auch am Seibelseckle kein Kaiserwetter, die Menschen trieb es dennoch raus. Nord- und Mittelbadener waren vereint auf den Höhen des Nordschwarzwalds auf Tour. Foto: Benedikt Spether

Auch wenn viel los war, teilweise gar die Parkplätze knapp wurden, der Sonntag bewegte sich verkehrstechnisch im grünen Bereich. Das Landratsamt Rastatt hatte nach dem Chaostagen am 5./6. Dezember noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, sich an die Corona-Verordnung und die Verkehrsregeln zu halten. „Kein Vergleich zum vorigen Sonntag“, heißt seitens der Polizei. Die Beamten registrierten dennoch 25 Parkverstöße und trafen auch auf einige uneinsichtige Maskenverweigerer. Die sehen jetzt einer Anzeige entgegen, berichtete ein Sprecher des Polizeipräsidiums Offenburg am späteren Nachmittag.

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