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Folgen der Corona-Pandemie

Volksbank Bühl bilanziert Jahr mit außergewöhnlichen Entwicklungen

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie schlagen sich auch in der Bilanz der Volksbank Bühl nieder - mit ganz unterschiedlichen Zahlen. Droht bald eine Insolvenzwelle? Dazu hat Vorstandsvorsitzender Claus Preiss eine klare Ansicht.

Bilanz des Corona-Jahrs 2020 vorgestellt: Die Volksbank Bühl berichtet von ganz unterschiedlichen Entwicklungen in ihrem Geschäftsbereich. Foto: Wilfried Lienhard

Auf den ersten Blick ist es eine Bilanz, wie sie die Volksbank Bühl alle Jahre wieder vorstellt, mit einem Plus bei vielen wesentlichen Kennzahlen. Doch die genauere Betrachtung zeigt einige besondere Entwicklungen, die den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie geschuldet sind.

Noch nie zuvor habe das Geldinstitut in einem solchem Umfang Kredite gestundet, berichteten Vorstandvorsitzender Claus Preiss und seine Vorstandskollegen Marco Feit und Hans-Jörg Meier bei der Bilanzpressekonferenz. Eine dreistellige Zahl an Stundungsanträgen sei eingegangen, sagte Meier, die Summe habe sich auf 3,4 Millionen Euro belaufen. Die Abzahlungen seien mittlerweile aber weitestgehend wieder aufgenommen worden.

Volksbank fürchtet keine Insolvenzwelle

Eine Insolvenzwelle sieht Preiss nicht auf die Volksbank zurollen, auch wenn angesichts der weiterhin unklaren Perspektiven und der ungewissen Dauer des Lockdowns nicht klar sei, wie lange einzelne Unternehmen noch durchhalten könnten. Es seien aber auch Privatkunden betroffen gewesen, die wegen der mit der Kurzarbeit einhergehenden Gehaltseinbußen vorübergehend ihren Baukredit nicht mehr hätten finanzieren können, so Feit: „Wir wollen helfen, dass sie ihr Haus nicht verlieren.“

Die Investitionsbereitschaft ist weiterhin hoch.
Hans-Jörg Meier, Volksbank-Vorstand

Während bei den Konsumkrediten eine Stagnation eingetreten sei, sei der Bestand an Unternehmenskrediten um sieben Prozent auf 384 Millionen Euro gestiegen, sagte Meier: „Die Investitionsbereitschaft ist weiterhin hoch.“ Die Krise habe die Bedeutung regionaler Geldinstitute deutlich vor Augen geführt, meinte Preis: „Wir können aus einer Position der Stärke handeln.“ Ein Beleg dafür sei die Eigenkapitalkennziffer, die bei 18,5 Prozent und damit deutlich über den geforderten acht Prozent liege.

Banking mit dem Smartphone gefragter als Online-Banking

Dass die digitalen Bezahlmöglichkeiten stark zugenommen haben, war wenig überraschend: „Wir hatten noch nie so viele Freischaltungen für das Online-Banking“, sagte Preiss. Mit rund 1,5 Millionen Systemanmeldungen sei das Mobile-Banking erstmals häufiger genutzt worden als das Online-Banking mit 1,15 Millionen Nutzer-Anmeldungen. Bargeld war 2020 nicht so stark gefragt: Die aus den Bargeld-Automaten gezogene Summe ist um 25 Prozent zurückgegangen.

Die Einführung der Negativzinsen für Einlagen über 100.000 Euro habe zu einem leichten Rückgang im bilanziellen Kundenanlagevolumen geführt, so Vorstandsvorsitzender Preiss. Etwa 70 Millionen Euro von institutionellen Anlegern seien abgeflossen. Auch wenn das nicht auf Corona zurückzuführen ist, so nannte es Preiss doch außergewöhnlich.

Eine Ausnahme bescherte das Jahr auch den mehr als 42.000 Mitgliedern der Volksbank: Die sechsprozentige Dividende musste nach einer Aufforderung durch die Europäische Zentralbank ausgesetzt werden. Nun soll es in diesem Jahr vorbehaltlich der Zustimmung durch die Vertreterversammlung für 2019 und 2020 eine Dividende von insgesamt neun Prozent geben, kündigte Preiss an.

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