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In der Karl-Reinfried-Straße

Vollsperrung sorgt in Bühl für Vollchaos

Wegen einer Großbaustelle auf dem ehemaligen Kinogelände wurde die Karl-Reinfried-Straße in Bühl voll gesperrt. Wild parkende Bauhandwerker und Lieferfahrzeuge sorgen dafür, dass einige Anwohner ihre Grundstückseinfahrten nicht mehr ereichen können. Auf dem Gehweg abgestellte Autos sind schon seit Jahren ein Problem, das sich jetzt deutlich verschärft hat. Das Ordnungsamt der Stadt ist machtlos.

Die Karl-Reinfried-Straße in Bühl wurde wegen der Großbaustelle auf dem früheren Kinogelände voll gesperrt. Einige Anwohner können ihre Grundstücke nicht mehr mit dem Auto erreichen. Foto: Ulrich Coenen

Parkende Autos auf den Gehwegen sind in der Karl-Reinfried-Straße ein Dauerbrenner. Mit dem Neubau der beiden großen Geschosswohnungsbauten auf dem früheren Kinogelände hat das Chaos jedoch eine neue Dimension erreicht. Die Anwohner laufen Sturm, haben sich in ihrer Not beim Ordnungsamt der Stadt beschwert. Ohne Erfolg! Jetzt haben sich die leidgeplagten Nachbarn an unsere Redaktion gewandt.

Handwerker reagieren nicht

„Wir kommen nicht mehr in unsere Garagen oder Grundstückseinfahrten“, berichtet eine Anwohnerin. „Die Baustellenfahrzeuge blockieren uns zum Teil stundenlang. Die Fahrer reagieren nicht auf unsere Bitten, uns rein- oder rausfahren zu lassen.“

Ein Besuch unseres Redakteurs am Donnerstagmorgen bestätigt dies. Die Bürgersteige sind komplett zugeparkt, allerdings längst nicht nur von Baustellenfahrzeugen. Ein Durchkommen mit Kinderwagen oder Rollator ist nicht überall möglich. Besonders kritisch ist die Situation unmittelbar gegenüber der Großbaustelle. Dort parkt beim Besuch unseres Redakteurs ein Kombi auf dem Gehweg, auf dem bereits ein Baustellenschild steht. An diesem Engpass haben auch ganz normale Fußgänger ohne Rollator und Kinderwagen erhebliche Schwierigkeiten durchzukommen.

Die Fahrbahnmarkierung auf dem Gehweg wird nicht von allen parkenden Autos beachtet. An manchen STellen wird es für Fußgänger mit Rollator oder Kinderwagen eng. Foto: Ulrich Coenen

Martin Bürkle, Fachbereichsleiter Bürgerservice – Recht – Zentrale Dienste im Rathaus, bestätigt auf Anfrage dieser Redaktion die großen Probleme in der Karl-Reinfried-Straße. „Wir nehmen die Sorgen der Anwohner sehr ernst“, sagt er. „Unser Vollzugsdienst ist dort täglich im Einsatz. Doch kaum ist eine Verwarnung ausgesprochen und der Vollzugsdienstmitarbeiter weg, parkt ein anderes Auto an derselben Stelle.“ Bürkle berichtet, dass auf der Baustelle auch zahlreiche Arbeiter aus Südosteuropa tätig sind, sodass die Verständigung nicht immer einfach ist.

Stadt räumt Fehler ein

Bürkle räumt im Hinblick auf die wegen der neuen Hausanschlüsse notwendigen Vollsperrung der Karl-Reinfried-Straße einen Fehler der Stadtverwaltung ein. In der Bearbeitungskette habe es geklemmt.

„Der Antrag blieb zu lange liegen“, bedauert der Fachbereichsleiter. Deshalb sei die Sperrung letztendlich sehr kurzfristig erfolgt. Zum Wochenende soll die Sperrung nach jetziger Planung aufgehoben werden.

Bürkle verweist auf eine andere Großbaustelle in der Innenstadt, die deutlich weniger Ärger bereitet. Auf dem Lörchgelände entstehen gleich fünf Neubauten. Dafür wurde mit der Herbert-Odenheimer-Straße eine relativ unbedeutende Nebenstraße gesperrt, die für den innerstädtischen Verkehr wichtige Eisenbahnstraße wird weniger beeinträchtigt. „In der Karl-Reinfried-Straße hatten wir eine solche Möglichkeit leider nicht“, stellt der Fachbereichsleiter fest.

Viel Dreck und Lärm

„Die Anwohner müssen wegen der Großbaustelle seit Wochen neben den zugeparkten Gehwegen und Einfahrten viel Lärm und Dreck ertragen“, sagt Bürkle. Immerhin könnte sich die Situation auf dem Bürgersteig mittelfristig verbessern. „Wir denken darüber nach, die Markierungen auf dem Gehweg zu entfernen“, berichtet er. Diese Markierung erlaubt es Autofahrern aktuell, mit zwei Reifen auf den Bürgersteig zu parken. Weil dies von vielen Verkehrsteilnehmern, die gleich das halbe Fahrzeug auf dem Gehweg abstellen, missbraucht wird, könnte mit dieser Regelung bald Schluss sein. Die vorgeschriebenen 1,2 Meter für Fußgänger bleiben längst nicht immer frei.

Polizei will helfen

Walter Kautz, Leiter des Polizeireviers Bühl, empfiehlt Anwohnern, die mit dem Auto wegen der Baustellenfahrzeuge nicht in ihre Grundstückeinfahrt rein oder raus kommen, die Polizei zu rufen. „Wir kommen vorbei“, verspricht er.

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