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Fundraising-Team der Seelsorgeeinheit plant einen Kalender

Wettbewerb in Bühl-Neusatz: Schöne Fotos sollen beim Erhalt der Jugendstil-Kirche helfen

Die Neusatzer wollen ihre denkmalgeschützte Pfarrkirche retten. Pünktlich zu Weihnachten überraschen sie mit einer Idee. Ein Fotowettbewerb soll Bildmaterial für einen Kalender liefern.

Landschaftsprägend: Die Pfarrkirche St. Karl Borromäus in Neusatz entstand in den Jahren 1911 bis 1913 nach Plänen des Architekten Johannes Schroth. Foto: Ulrich Coenen

Die Neusatzer stehen vor einer gewaltigen Aufgabe und sie zeigen sich kurz vor Weihnachten ausgesprochen kreativ. De schöne Jugendstil-Kirche im Schwarzwalddorf hat erhebliche Bauschäden (wir berichteten). Die Sanierung kostet rund 1,1 Millionen Euro. Jetzt ist ein Fotowettbewerb geplant, der Geld in die Kasse bringen soll. Der Wettbewerb soll Bildmaterial für einen Kirchenkalender liefern.

Wie Stiftungsrätin Alexia Dürr bereits gegenüber dieser Redaktion ausgeführt hat, denkt die Pfarrgemeinde an „Fundraising“, um die teure Sanierung zu stemmen. Das wird von der Erzdiözese Freiburg für größere Bauvorhaben empfohlen. Das englische Wort beschreibt das systematische Einwerben von Finanzmitteln. Das Projekt wurde bereits vor einem Jahr begonnen, hat aber wegen der Corona-Pandemie Anlaufschwierigkeiten.

„Der Fotowettbewerb soll die Aufmerksamkeit auf die denkmalgeschützte Kirche lenken“, berichtet Roswitha Oberle von der Seelsorgeeinheit Maria Linden, zu der Neusatz gehört. „Die Bilder werden Verwendung für diverse Projekte finden.“

Die Gemeinde plant in erster Linie einen Fotokalender im Jahr 2022. Die Idee stammt von Roswitha Oberle. Sie hatte die bereits im Frühjahr im Zusammenhang mit dem Fundraising-Projekt. „Wir haben uns damals überlegt, was wir alles auf die Beine stellen können“, sagt sie. Dann kam die Corona-Pandemie und bremste die Pfarrgemeinde aus.

Wer die Kirche bisher nur von außen kennt, hat das Schönste verpasst.
Roswitha Oberle, Seelsorgeeinheit Maria Linden

Im Nachhinein ist es aber gar nicht so schlimm, dass der Kirchenkalender sich nun auf das Jahr 2022 verschiebt. „Unser Musikverein feiert im nächsten Jahr Jubiläum und plant ebenfalls einen Kalender“, erklärt Roswitha Oberle. „Durch den neuen Zeitplan kommen wir uns jetzt nicht in die Quere.“

Komplett erhalten: Die Ausstattung und Ausmalung der Kirche in Neusatz im Jugendstil machen den Sakralbau zu einem Gesamtkunstwerk. Foto: Ulrich Coenen

Im Januar ist die nächste Besprechung des Fundraising-Teams geplant. Dann kommt auch ein Referent des Erzbischöflichen Ordinariats Freiburg nach Neusatz, um die ehrenamtlichen Mitarbeiter in Sachen Kalender zu beraten.

In diesem Zusammenhang werden Detailfragen geklärt. Spätestens im Februar soll der Wettbewerb offiziell ausgelobt werden. Bis dahin wird auch eine Jury nominiert.

„Nicht nur an Weihnachten mit der Krippe oder in der Osterzeit mit dem Heiligen Grab und dem Osterfeuer ist unsere Kirche ein ganz besonderer Ort“, findet Oberle. „An vielen Terminen wie dem Erntedankfest oder bei der Rorate-Messe im Kerzenschein entwickelt sie ihren ganz besonderen Charme.“

Im Hinblick auf den Wettbewerb spielt es für Oberle keine Rolle, ob die Neusatzer die Kirchen von außen oder von innen fotografieren. Es müssen keine aktuellen Bilder sein. „Natürlich kommen auch Bilder in Frage, die die Neusatzer bereits vor Jahren gemacht haben“, sagt sie.

Roswitha Oberle gibt den Hobbyfotografen einen Tipp: „Wer die Kirche bisher nur von außen kennt, hat das Schönste verpasst. Wie ein Überraschungs-Ei verbirgt sich im Inneren der schnörkellosen Fassade ein wahres Bilderbuch auf Stein.

Weitere Darstellungen führen eher ein verstecktes Schattendasein. Am Deckengewölbe über dem Altarraum kann man passenderweise eine Reise mit dem Volk Israel durch 40 Jahre Wüste miterleben.“

Die Fotos sollen nicht nur im Kalender erscheinen. Roswitha Oberle berichtet, dass man diese ebenfalls auf Plakaten zur Ankündigung weiterer Veranstaltungen des Fundraising-Projekts verwenden will, außerdem sollen sie auf der Homepage der Seelsorgeeinheit veröffentlicht werden.

Erste Informationen zum Foto-Wettbewerb gibt es bei Roswitha Oberle, Telefon (07223) 10 95

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