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Warmes Wetter gefällt Tieren

Zecken sind auch im Landkreis Rastatt wieder besonders aktiv

Die Temperaturen steigen - und damit werden auch die Zecken wieder aktiv. Auch wenn die Zahl an FSME-Erkrankungen rückläufig ist, bezeichnet das Robert-Koch-Institut Baden-Württemberg als Risikogebiet. Wie man sich schützen kann, darüber informiert der Naturschutzbund.

Kleiner Blutsauger: Zecken warten oft im hohen Gras bis jemand vorbeiläuft und sie von ihrem Platz abstreift. Die Tiere erkennen ihre Nahrungsquelle an Erschütterungen, Körperwärme, Atemluft und Schweißgeruch. Foto: Pleul Foto: Pleul

Hohe Temperaturen an manchen Tagen bereits im März. Der April verwöhnt ebenfalls mit frühsommerlichem Wetter – wenn auch mit kleineren Kälteeinbrüchen. Den Zecken ist das egal: Steigen die Temperaturen, dann sind sie schnell aktiv.

Ab etwa zehn Grad gehen sie auf Nahrungssuche – und was das bei Blutsaugern bedeutet, ist klar. Für Menschen sind solche Gedanken gerade in diesen Zeiten, in denen ein Spaziergang durch Wald und auf Feldwegen von Corona ablenken könnte, nicht angenehm.

Weniger Erkrankungen nach Bissen von Zecken

Auch wenn die Anzahl der durch Zeckenbisse verursachten gefährlichen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)-Erkrankung im Landkreis rückläufig ist, heißt es, bei Spaziergängen Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. 2019 gab es noch drei gemeldete FSME-Fälle, in den beiden Jahren zuvor waren es jeweils elf. Das sind die Fälle, die dem Landratsamt durch Labornachweise gemeldet wurden.

„Die Zahlen der FSME–Erkrankung durch Zeckenbisse sind in den letzten Jahren bundesweit deutlich gesunken. Dies spiegelt sich auch in den Zahlen des Stadt und Landkreises Rastatt/Baden-Baden wieder. Baden-Württemberg und auch die Region bleiben aber Risikogebiet“, betont Jan Ulrich Krahl, Leiter des Gesundheitsamts im Landratsamt Rastatt. Regelmäßig rät das Landratsamt, sich gegen FSME impfen zu lassen.

Zecken gibt es auch in der Stadt

Nicht erfasst werden Borreliose-Erkrankungen, die durch eine Infektion mit Bakterien der Art Borrelia burgdorferi (Borrelien) verursacht wird, erläutert das Robert-Koch-Institut: Diese Bakterien werden durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen, eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Die Krankheit kann verschiedene Organsysteme betreffen, insbesondere die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. Bisher gibt es keine Schutzimpfung.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnt zudem in seinem Epidemiologischen Bulletin 8/2020 davor, dass sich Zecken mittlerweile auch in städtischen Gebieten aufhalten und ausbreiten und betont, dass in Deutschland ein Risiko für eine FSME-Infektion vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen bestehe. Drei neue Risikogebiete seien hinzugekommen.

Kontaktrisiko steigt

Der Naturschutzbund Baden-Württemberg (Nabu) informiert immer wieder darüber, wo die Parasiten lauern und wie man sich schützen kann, zumal Baden-Württemberg mit seinen zunehmend milden Wintern zu einem Paradies für Zecken geworden sei. „Dadurch steigt das Risiko für uns Menschen, mit den kleinen Blutsaugern in Kontakt zu kommen“, heißt es vom Nabu.

Die winzigen Krabbler bevorzugen niedrige Vegetation in Niederungen, an Bächen, Flussauen, Wiesen und Waldrändern. Wenn sie zum Blutsaugen zustechen, können sie Krankheitserreger übertragen, die beim Menschen unter anderem Borreliose oder eine Hirnhautentzündung (FSME) auslösen.

Schutz ist angesagt

Zecken warten oft im hohen Gras bis jemand vorbeiläuft und sie von ihrem Platz abstreift. Ihre „Taxis“ sind zugleich Nahrungsquelle. Die Zecken erkennen sie an Erschütterungen, Körperwärme, Atemluft und Schweißgeruch. Haben sie eine warme, feuchte Stelle am Körper erreicht, stechen sie zu.

Drei bis sieben Tage lang können sich die Parasiten unbemerkt mit Blut vollsaugen, bis sie sich wieder abfallen lassen. Dabei können die Zecken auf das Vierfache ihrer eigentlichen Größe von rund drei Millimeter anwachsen.

Wer in der Natur unterwegs ist, kann sich mit heller, geschlossener Kleidung schützen. So ist die winzige Zecke besser zu erkennen und findet nicht sofort eine geeignete Einstichstelle. Zuhause ist ein ausführlicher Zecken-Check des Körpers sinnvoll.

Hohes Gras und Gebüsch sollten weitestgehend gemieden werden. Je schneller das Tier entfernt wird, desto geringer ist die Gefahr einer Erregerübertragung.

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