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Stadträte frühe Bürgerinfo

Zwei Neubaugebiete für Bühl: Anwohner wollen Hinterfeldweg verhindern

Der Gemeinderat Bühl gibt den Startschuss für zwei wichtige Neubaugebiete. Das Baugebiet Kirchgassgraben in der Kernstadt wird ersehnt. Das Baugebiet Hinterfeldweg in Kappelwindeck wollen die Anwohner mit einer Bürgerinitiative verhindern.

Umstritten: Der Hinterfeldweg wurde bereits in den 1970er Jahren einseitig bebaut. Die Streuobstwiesen auf der rechten Straßenseite sollen einem Neubaugebiet weichen. Foto: Ulrich Coenen

Der Bühler Gemeinderat hat zwei wichtige Neubaugebiete auf den Weg gebracht. Unterschiedlicher könnte die Situation nicht sein. Während das Neubaugebiet Kirchgassgraben zwischen Weststadt und neuer Bundesstraße 3 allgemein gewünscht wird, regt sich beim Neubaugebiet Hinterfeldweg in Kappelwindeck erheblicher Widerstand (wir berichteten).

Der Aufstellungsbeschluss für „Kirchgassgraben“ wurde einstimmig gebilligt. Gleichzeitig beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, die Baulandumlegung in die Wege zu leiten.

Die Kommune hat bereits 94 Prozent der Flächen erworben. Geplant sind mehr als 100 Baugrundstücke mit Einfamilienhäusern, Doppelhäusern, Reihenhäusern und Mehrfamilienhäusern. Auch Aspekte einer „Smart City“ sollen realisiert werden.

Klimafreundliche, finanzierbare Häuser gewünscht

Franz Faller (FW) freute sich über das große Neubaugebiet. „Bauland ist in Bühl rar, der Wohnungsmarkt ist leer gefegt“, meinte er. „Kirchgassgraben bringt Entspannung, auch wenn noch einige Jahre vergehen, bis das erste Haus steht.“ Wichtig sei, dass Häuser für Normalverdiener und für den „kleinen Geldbeutel“ gebaut würden.

Hat Bühl die Zeichen der Zeit erkannt oder wurschteln wir weiter wie bisher?
Thomas Wäldele, Stadtrat (GAL)

Thomas Wäldele (GAL) wies auf die Notwendigkeit des ökologischen und generationenfreundlichen Bauens hin. Er forderte, das Neubaugebiet demnächst in den Ausschüssen zu behandeln und fragte im Hinblick auf ökologische Aspekte: „Hat Bühl die Zeichen der Zeit erkannt oder wurschteln wir weiter wie bisher?“

Lutz Jäckel (FDP) sprach von einer einmaligen Chance für besondere Projekte. „Wir müssen uns die Zeit nehmen, auch klimafreundlich zu bauen“, meinte er. Georg Feuerer (CDU) wies auf die „hohen und hehren Ziele“ hin. Es sei wichtig, Elemente der Smart City zu realisieren.

Weniger erfreulich war die Baulandumlegung für den Bebauungsplan Hinterfeldweg, die der Gemeinderat ebenfalls beschlossen hat. Über den Grund für den Konflikt mit den Anwohnern hat diese Zeitung bereits mehrfach berichtet: Nach einem halben Jahrhundert will die Stadt Bühl Häuslebauer im Stadtteil Kappelwindeck zur Kasse bitten. Inzwischen hat sich eine Bürgerinitiative gegen das Projekt gebildet.

Im rund 2,3 Hektar großen Neubaugebiet Hinterfeldweg hat die Kommune bereits 90 Prozent der Flächen erworben. Weil es sich um den erstmaligen planmäßigen Ausbau des bisher nur einseitig bebauten schmalen asphaltierten Wirtschaftswegs handelt, müssen die Anwohner nach Auskunft der Stadtverwaltung nach dem Kommunalabgabegesetz Erschließungsbeiträge zahlen.

„In der Presse war ja bereits einiges zu lesen“, stellte Georg Schultheiß (FW) fest. Er empfahl der Verwaltung, Gemeinderat und Bürger frühzeitig in solche Projekte einzubeziehen, damit man sich vorstellen könne, wie die zukünftige Gestaltung des Baugebiets aussehen werde. „Ich möchte so früh wie möglich eine Skizze sehen“, sagte Schultheiß. „Sobald es einen Vorentwurf gibt, werden wir eine Bürgerinformationsveranstaltung machen, wenn die Corona-Pandemie es erlaubt“, versprach Oberbürgermeister Hubert Schnurr.

Es gab Unmut
Georg Feuerer, Stadtrat (CDU)

„Es gab Unmut“, konstatierte Georg Feuerer. „Es hat vielleicht an grundsätzlichen Informationen gefehlt. Es wäre sinnvoll, im Vorfeld ein wenig auf die Bürger zuzugehen, um Irritationen zu vermeiden.“ OB Schnurr konterte: „Ich habe das Gespräch mit verschiedenen Bürgern gesucht. Über ungelegte Eier diskutiere ich aber ungern.“

Lutz Jäckel empfahl, eine verständliche Erklärung der Landesbaugesetze auf die Homepage der Stadt zu stellen, um den Bürgern in solchen Fällen eine Orientierung zu geben. Schnurr hatte Bedenken: „Das ist sehr komplex.“ Kämmerer Thomas Bauer meinte: „Letztendlich interessiert die Eigentümer nur, ob sie zahlen müssen oder nicht. Der Ansatz ist ehrenwert, aber er bringt nichts.“

Peter Schmidt (AfD) konstatierte: „Es ist bei kritischen Dingen immer gut, mit den betroffenen Leuten im Vorfeld zu sprechen.“

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