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Baden-Baden wird Genießer-Hochburg

Für das Wein- und Gourmetfestival in Baden-Baden kommen 200 Paletten mit Waren

Champagner, Wein-Raritäten, Feinkostspezialitäten und Themen-Dinner: Für Genießer wird beim Wein- und Gourmetfestival in Baden-Baden viel geboten. Die teuerste Veranstaltung steht noch auf der Kippe.

Nelson Müller, Sternekoch, steht in seinem Restaurant Müllers in der offenen Küche und richtet an.
Sterne- und TV-Koch Nelson Müller kommt im Rahmen des Wein- und Gourmetfestivals mit dem Unterhaltungsprogramm „Soulkitchen“ nach Baden-Baden. Es geht um Geschichten, Musik, und Show-Cooking. Foto: Caroline Seidel picture alliance/dpa

Gehoben oder abgehoben? Die Meinungen über das Wein- und Gourmetfestival in Baden-Baden gehen in der Bevölkerung weit auseinander.

Bei der Premiere vom 19. bis 21. Mai wollen die Gastgeber – Baden-Baden Events (BBE) und das Genussmagazin Falstaff – die Bäderstadt zum Treffpunkt von Feinschmeckern und Weinliebhabern machen. Die müssen bereit sein, für den Genuss auch gehobene Preise zu bezahlen.

Vor dem Auftakt am nächsten Freitag lassen die Vorbuchungen noch Luft nach oben. „Wir sind zufrieden, aber es hätte besser sein können“, sagt Nora Waggershauser von BBE.

Die mit Abstand teuerste Veranstaltung im Programm steht demnach noch auf der Kippe. Für die geplante Raritätenverkostung zum Preis von 2.950 Euro ließ die Nachfrage zuletzt noch zu wünschen übrig.

Champagnerflaschen werden in einem Kübel gekühlt.
Prickelnder Genuss gehört beim Wein- und Gourmetfestival dazu. Spezielle Themen-Dinner gibt es auch mit ausgesuchter Champagnerbegleitung. Foto: Bernd Kamleitner

In den vergangenen Tagen wurde die Werbung für den Genussgipfel noch einmal intensiviert. Auch in der City wehen an unzähligen Masten weiße Fahnen mit dem Hinweis auf das Wein- und Gourmetfestival.

Mit einem größeren kurzfristigen Andrang von auswärtigen Gästen rechnet Waggershauser nicht mehr. Wer sich für ein hochpreisiges Dinner am Abend anmeldet, wolle danach nicht noch mit dem Auto eine weite Strecke zurücklegen. Doch Hotelbetten sind kurzfristig nicht mehr verfügbar, erläutert die BBE-Managerin, die auch Tourismus-Chefin von Baden-Baden ist.

Die Stadt sei für die Tage in der nächsten Woche bereits ausgebucht. Schließlich lockt auf der Pferderennbahn in Iffezheim das Frühjahrsmeeting, was in der Vergangenheit immer ein Magnet war.

Mindestteilnehmerzahl für hochpreisige Events

Alle hochpreisigen so genannten Side-Events des Gourmet-Festivals finden nur statt, wenn eine Mindestteilnehmerzahl erreicht wird. Zuletzt habe die Auslastung der Angebote im Rahmenprogramm zwischen 50 und 70 Prozent gelegen, sagt Waggershauser.

Einige Termine sind aber schon ausverkauft. Darunter eine Big-Bottle-Party im Kurhaus (59 Euro) sowie ein Abend mit kulinarischen Highlights aus Italien (265 Euro) im Casino-Restaurant The Grill.

Gala-Dinner mit Drei-Sterne-Koch kostet 650 Euro

Stark nachgefragt ist zudem ein Gala-Dinner (650 Euro) mit dem Stargast des Festivals: Massimo Bottura. Die mit drei Michelin-Sternen dekorierte Koch-Ikone aus Italien bittet im historischen Malersaal des Hommage Hotels Maison Messmer in der Nachbarschaft des Kurhauses zu Tisch.

Unter den angekündigten internationalen Küchenstars ist auch der als Fernsehkoch bekannte Nelson Müller. Der Sternekoch aus Essen kommt am Freitag um 20 Uhr in den Bénazetsaal des Kurhauses (43 bis 55 Euro). In seinem Programm Soulkitchen will er mit Geschichten, Gesang und Live-Cooking unterhalten.

Um die Kombination von Musik und Genuss - in diesem Fall Schaumwein - geht es zudem am Sonntag, 11 Uhr, im Wandelgang der Trinkhalle. Bei „Sparkling & Jazz“ gastieren Karolina Strassmayer (Saxophon) und der Schlagzeuger Drori Mondlak (55 Euro).

Aufbau für Festival beginnt ab Mittwoch

„Das Festival passt super gut zu Baden-Baden“, sagt Joachim Buchholz aus Sinzheim. Er kennt sich in Sachen Genuss gut aus. Er unterhält nicht nur das Genießerportal „City and More“. Seit dem Jahr 2005 veranstaltet er alljährlich die Genussmesse „Fine“ in Baden-Baden. Anfangs im Festspielhaus, findet sie inzwischen im Kurhaus statt.

Mit einem 45-köpfigen Team ist er ab Mittwoch für den Aufbau zum Gourmetfestival im Kongresshaus beschäftigt. Die Euphorie bei seinen Helfern sei beim bislang größten Projekt von „City and more“ einfach riesig. Allein rund 200 Paletten mit Waren würden angeliefert. „Das wird ein Riesending“, glaubt Buchholz.

Waggershauser geht davon aus, dass es mehrere Jahre dauern wird, bis das Festival als Marke etabliert ist. Bislang gebe es ein solches Spektakel noch nicht, daher lägen auch keine Erfahrungen vor. Je nachdem, wie es läuft, werde an entsprechenden Stellschrauben gedreht.

Vieles, was heute super ist, war am Anfang erst mal schwierig.
Steffen Ratzel, BKV-Chef

„Man muss dem Festival zwei bis drei Jahre geben“, meint Steffen Ratzel, Chef der landeseigenen Bäder- und Kurverwaltung (BKV), der auch zuständig für die Kurhausgastronomie zuständig ist. Mit der Resonanz auf die Kurhaus-Termine beim Festival sei er zufrieden. „Vieles, was heute super ist, war am Anfang erst mal schwierig.“

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