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Trainer Leberer vor Comeback

Fußball-Oberligist SV Linx plant zweigleisig

Für den Fußball-Oberligisten SV Linx kam in der bisherigen Runde einiges zusammen. Das Coronavirus störte die Vorbereitung im Sommer, im Herbst fehlte Cheftrainer Thomas Leberer und Torjäger Marc Rubio spielte bisher kaum eine Rolle. Bei der Planung für die Saison 2021/22 wird auch ein Abstieg in die Verbandsliga einbezogen.

Torgarant: Adrian Vollmer, hier gegen den 1. FC Bruchsal mit Francis Bediako und Lukas Durst (rechts), ist mit sechs Treffern in der laufenden Oberliga-Runde der mit Abstand gefährlichste Angreifer des SV Linx. Foto: Hans-Jürgen Collet

Die beste Nachricht beim Fußball-Oberligisten SV Linx kommt in diesen Tagen von Cheftrainer Thomas Leberer. „Wenn es wieder los geht, stehe ich auf dem Platz“, sagt der 54-Jährige, der seit Ende September wegen einer Krankheit gefehlt hatte. In den folgenden sieben Spielen bis zur Saisonunterbrechung Ende Oktober wurde Leberer von seinen Assistenten Mathieu Krebs und Marc Hertwig vertreten.

Leberer war zwar stets über die Entwicklungen im Hans-Weber-Stadion informiert und bei den Spielen zumindest im Livestream dabei, konkrete Vorgaben bezüglich Aufstellung oder Taktik machte er jedoch nicht. „Die Jungs hatten volle Freiheiten in dieser Zeit. Sie haben das gut gemacht und Erfahrung sammeln können.“

Uns war klar, dass es um den Klassenerhalt geht.
Eric Ehle, Sportlicher Leiter SV Linx

Beim Fazit der bisherigen Runde sind sich Leberer und der Sportliche Leiter Eric Ehle einig, dass zu wenig Punkte auf dem Linxer Konto stehen. „Wir hatten im Sommer einen großen Wandel, viele Stammkräfte haben den Verein verlassen. Uns war klar, dass es um den Klassenerhalt geht“, sagt Ehle, der mit dem jetzigen Stand „sehr zufrieden“ ist.

Vor allem der September mit drei Spielen pro Woche sei eine extreme Belastung für die Spieler gewesen. Hinzu kam, dass kurz vor dem Saisonstart das Coronavirus die Pläne durchkreuzte. Linxer Spieler hatten Kontakt zu einem positiv getesteten Akteur des französischen Erstligisten Racing Straßburg, sodass ein Testspiel gegen den SV Bühlertal und das Pokalspiel beim SC Durbachtal abgesagt beziehungsweise verschoben werden mussten.

Unsere Platzierung täuscht ein bisschen.
Cheftrainer Thomas Leberer zu Rang 16

„Uns fehlen fünf Punkte“, sagt unterdessen Coach Leberer und erinnert an die unnötigen Heimniederlagen gegen Ilshofen (1:3) und Dorfmerkingen (1:2). Besonders schmerzvoll war auch die Partie gegen Reutlingen, als man trotz einer 2:0-Führung in der 88. Minute nicht über ein 2:2-Unentschieden hinauskam.

So steht der SVL mit elf Punkten aus zwölf Spielen auf dem 16. Tabellenplatz, der am Ende den Abstieg in die Verbandsliga bedeuten würde. „Unsere Platzierung täuscht ein bisschen“, meint Leberer mit Verweis auf die bereits absolvierten Partien gegen die Spitzenclubs.

Nur ein Auswärtssieg

Die schwache Auswärtsbilanz von nur drei Punkten aus sechs Spielen begründet er ebenfalls mit dem schwierigen Programm. So gingen die Vergleiche beim Tabellenführer SGV Freiberg (0:7), dem Zweiten Stuttgarter Kickers (0:3), dem Vierten Göppinger SV (0:3) und dem Fünften FC Nöttingen (0:3) jeweils klar verloren.

Hinzu kam ein 4:1-Sieg beim SV Sandhausen II sowie eine 1:3-Niederlage im mittelbadischen Derby beim SV Oberachern. „In der Vorsaison waren wir auswärts stärker“, erinnert sich Leberer. In der Tat sammelte der SV Linx in der Mitte März abgebrochenen Runde 2019/20 auf fremden Plätzen mehr Punkte (15) als zu Hause (12).

Hoffnung auf den DFB-Pokal

Untypisch ist auch die geringe Torausbeute der Linxer, was nicht zuletzt am verletzungsbedingten Ausfall von Marc Rubio liegt. So ist Adrian Vollmer mit sechs Toren der einzige Akteur, der bislang mehr als zweimal getroffen hat. „Nach vorne hatten wir wenig Durchschlagskraft“, meint Leberer, der davon ausgeht, dass nach dem Restart nur noch die Hinrunde beendet werden kann.

In der auf 21 Teams aufgeblähten Oberliga müsste Linx noch acht Partien absolvieren, falls noch eine Auf- und Abstiegsrunde angehängt wird, wären es 18. „Unten bleibt es bis zum Schluss eng“, vermutet jedenfalls der Linxer Trainer, der auch viel Wert auf den südbadischen Pokal legt. „Für mich ist das der interessanteste Wettbewerb“, so Leberer.

Drei Siege trennen den SV Linx vom dritten Einzug in den DFB-Pokal nach 1994 und 2018, im Viertelfinale geht es zum Landesligisten Spvgg Frickingen/Altheim/Lippertsreute.

Künstle kommt, Meichel geht

Momentan basteln die Verantwortlichen in Linx bereits am Kader der Saison 2021/22. „Wir planen zweigleisig für die Verbandsliga und die Oberliga“, sagt Eric Ehle. In Torwart Daniel Künstle (vom Kehler FV) wurde bereits im Winter ein Spieler verpflichtet, nach einem halben Jahr wieder verlassen hat Torhüter Cedric Meichel (zurück ins Elsass) den Verein.

Mit dem derzeitigen Kader, der sich einmal pro Woche zu einer Online-Einheit mit dem im November eingestellten Fitnesstrainer Tim Stein trifft, sei man in regem Austausch. Bis Mitte Januar sollen nach den Vertragsverlängerungen von Timo Schwenk und Marc Rubio weitere Personalien verkündet werden.

Leberer denkt an Karriereende

Auch auf der Trainerposition deutet sich Kontinuität an, wobei Thomas Leberer über ein Ende seiner Karriere nachdenkt. „In der kommenden Runde stehe ich wohl noch an der Linie, das hängt aber auch von meiner Gesundheit ab“, sagt Leberer, der sich zunächst auf seine Rückkehr auf den Trainingsplatz freut.

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