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Umbruch durch Abgänge

Fußball-Oberligist SV Oberachern stellt sich auf ein schwieriges Jahr ein

Die Verantwortlichen des Fußball-Oberligisten SV Oberachern machen sich nichts vor. Sie wissen, dass es nach dem Abgang zahlreicher Leistungsträger in der anstehenden Runde nur um den Klassenverbleib gehen kann.

Neu beim SV Oberachern: Cheftrainer Mark Lerandy (links) und Co-Trainer Fabian Himmel (rechts) präsentieren Patrick Pagna (oben von links), Jan Dietrich, Hassan Dybrill, Bastian Barnick, Konstantin Koch; unten von links: Daniel Schmidt, Rachid Gueddin, Gabriel Springmann, Kazim Tasli, Bastien Rempp, Gregor Spath, Kevin Reis, Moritz Schmidt. Foto: Thomas Steuerer

Fußball-Oberligist SV Oberachern verzeichnet vor dem Start der Saison 2021/22 einige personelle Veränderungen. Das beginnt beim Spielerkader mit zahlreichen Zu- und Abgängen und setzt sich auf der Funktionärsebene fort.

Mark Bosselmann ist nicht mehr Sport-Vorstand und stieg als Sponsor aus, Teammanager Pino Alesi machte am vergangenen Donnerstag aus gesundheitlichen Gründen einen Rückzieher. Pressemann Richard Morgenthaler ist dagegen wieder an Bord.

Kontinuität herrscht derweil auf zwei Schlüsselpositionen: Ralf Lorenz ist nach wie vor Vorsitzender, während Mark Lerandy weiterhin als Cheftrainer das Sagen hat. Beide ahnen, dass die kommenden Wochen und Monate für den SVO im sportlichen Bereich nicht einfach werden. Von der Regionalliga, die vor noch gar nicht langer Zeit durchaus ein Thema im Waldseestadion war, träumt niemand mehr.

Im Gegenteil. Angesichts des Qualitätsverlusts, der mit dem Abgang von Top-Spielern wie Stephane Tritz, Corentin Schmittheissler und Rayan Ghrieb einhergeht, ist es nicht verwunderlich, dass sowohl Lerandy als auch Lorenz als Saisonziel den „Klassenverbleib“ angeben. „Es wird eine extrem schwierige Runde“, sagt Coach Lerandy.

Oberligist mit halbiertem Etat

Dass man erfahrene Akteure ziehen lassen musste und in erster Linie junge Leute geholt hat, hängt wesentlich damit zusammen, dass dem SVO weniger Geld als bisher zur Verfügung steht. „Der Etat wurde halbiert“, so Vereinschef Lorenz, der zwar eine gute erste Garde sieht, in der Breite aber noch Luft nach oben erkennt.

Wir müssen und werden personell nachjustieren.
Mark Lerandy, Trainer SV Oberachern

Lerandy widerspricht da nicht und kündigt an: „Wir müssen und werden personell nachjustieren und noch den ein oder anderen Zugang verpflichten.“ Dabei denkt der 39-Jährige bereits weiter: „Wir stehen vor einem total schwierigen Jahr, in dem wir die Oberliga halten wollen. Gleichzeitig geht es darum, schon jetzt die Weichen für die danach folgende Runde zu stellen und entsprechende Strukturen aufzubauen.“

Wie es funktionieren könnte, verdeutlicht Ralf Lorenz: „Wir versuchen, durch die mannschaftliche Geschlossenheit die alte SVO-Familie wieder aufleben zu lassen.“ Er ist überzeugt davon, dass man junge, hungrige Spieler mit großem Potenzial an Bord hat. Es stelle sich dabei freilich die Frage, wie die Talente mit den gehobenen Anforderungen der Oberliga klar kommen?

Bei Corona-Saisonabbruch mit einem blauen Auge davongekommen

Positiv bewertet Lorenz, dass der Verein die vergangene abgebrochene Saison finanziell halbwegs unversehrt überstanden hat. „Einschränkungen bei den Gehältern, die Unterstützung durch die Sponsoren und ein mittlerer fünfstelliger Betrag aus der Förderung des Landes und Bundes haben dazu beigetragen, dass wir mit einem blauen Auge davongekommen sind“, so der SVO-Vorsitzende.

Der anstehenden Runde blickt er indes nicht ohne Sorgen entgegen: „Ich befürchte erneut Einschränkungen, wenn die Zahlen wieder steigen. Gleichzeitig frage ich mich, wie die Saison durchgezogen werden soll, wenn es zu einem weiteren Lockdown kommt.“

Für Trainer Lerandy geht es darum, die Mannschaft neu zu formieren. Die bereits absolvierten Testspiele (1:4 gegen Kehl, 3:1 gegen Fellbach, 1:0 gegen Elzach-Yach) brachten erste Erkenntnisse. Vor allem konnte er sich davon überzeugen, dass gerade die Zugänge Bastien Rempp (Hagenau), Jan Dietrich (Walldorf) und Rachid Gueddin (Lahr) das Zeug dazu haben, entstandene Lücken zu füllen.

Saisonauftakt gegen Titelfavorit Freiberg

Dass zum Saisonauftakt am 7. August gleich der Titelfavorit SGV Freiberg nach Oberachern kommt, schreckt Lerandy nicht. „2019 war die Situation ähnlich, als die haushoch favorisierten Stuttgarter Kickers in der Hinrunde bei uns gastierten. Und denen haben wir damals ein 4:4 abgetrotzt.“

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