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Eröffnung am 29. April

Alte Schätze auf Vordermann bringen: Seniorenrat Gaggenau eröffnet Reparatur-Café

In Gaggenau öffnet kommenden Freitag erstmals ein Reparatur-Café. Interessenten können dort Kleingeräte kostenlos reparieren lassen. Doch es werden nicht alle Geräte angenommen.

Zwei Männer sitzen vor einem Tisch.
Große Nachfrage: Für den Eröffnungstag am Freitag haben Leiter Herbert Asch (rechts) und sein Stellvertreter Wolfgang Glasstetter schon zahlreiche Anmeldungen für Reparaturen erhalten. Foto: Adrian Mahler

In mehreren Gemeinden des Landkreises gibt es sie bereits. Und bald auch in Gaggenau: Der Seniorenrat eröffnet am Freitag, 29. April, ein Reparatur-Café. Wer beispielsweise einen kaputten CD-Spieler oder eine defekte Nachttischlampe hat, kann sie künftig in den Vereinsräumen in Ottenau kostenlos reparieren lassen.

Wir sind sehr stolz, so etwas auf die Beine gestellt zu haben.
Gerrit Große, Vorsitzender Gaggenauer Seniorenrat

Ein Team von rund 15 Ehrenamtlichen bringt dort unterschiedliche Kleingeräte auf Vordermann – immer an zwei Mittwochen im Monat. Das teilten die Verantwortlichen in einem Pressegespräch mit. „Wir sind sehr stolz, so etwas auf die Beine gestellt zu haben“, sagte Gerrit Große, Vorsitzender des Seniorenrats.

„Das kommt dem Umweltschutz zugute.“ Viele Gegenstände würden ansonsten zu schnell weggeworfen, obwohl ihnen eine verhältnismäßig kleine Reparatur neues Leben einhauchen könnte. Mit einer Reparatur schone man Ressourcen, vermeide Müll und spare Geld und Energie, erklärte Große die Motivation des Vereins. „Für die Stadt ist es ein wichtiges und sinnvolles Angebot.“

Eröffnung des Gaggenauer Reparatur-Cafés war bereits vor Corona geplant

Die Idee dazu reifte in Herbert Asch, Initiator des Reparatur-Cafés, bereits vor zwei Jahren. „Wir haben mitgekriegt, dass es zum Beispiel in Rastatt oder Baden-Baden solche Angebote gibt.“ Das habe den Anstoß geliefert, selbst etwas auf die Beine zu stellen.

Eigentlich sollte das Reparatur-Café des Gaggenauer Seniorenrats kurz vor der ersten Corona-Welle an den Start gehen. Daraus sei aber wegen der hohen Infektionszahlen nichts worden, berichtete Asch. Auch ein weiterer Anlauf Monate später wurde schließlich auf Eis gelegt. Der Grund: Corona-Welle Nummer zwei. „Jetzt ist endlich der richtige Zeitpunkt gekommen“, betonte Asch.

Service

Interessenten sollen sich bei Herbert Asch unter RepCafe_Gaggenau@online.de oder (0 72 22) 98 83 59 anmelden. Reparaturen sind kostenlos, der Seniorenrat freut sich aber über Spenden. Die nächsten Reparaturnachmittage in der Marxstraße 7 in Ottenau sind am 11. und 25. Mai. Die kommenden Termine können Interessenten der Internetseite des Seniorenrates entnehmen. Vor Ort gilt die Maskenpflicht.

Zugleich sei es gelungen, zahlreiche Ehrenamtliche für das Vorhaben aus Gaggenau und den umliegenden Gemeinden zu gewinnen. Darunter sind laut Asch sowohl begeisterte Bastler als auch Elektriker, Meister und Ingenieure. Der Leiter des Reparatur-Cafés selbst hat vor seiner Rente in der Instandhaltung und Reparatur gearbeitet. „Ich müsste mich in diesem Bereich also ganz gut auskennen“, sagte Asch lachend.

Ehrenamtliche bringen langjährige Berufserfahrung in verschiedenen Bereichen mit

Sein Stellvertreter Wolfgang Glasstetter kann wiederum auf viele Jahre Berufserfahrung in der IT-Branche zurückgreifen. „Die Helfer ergänzen sich gut“, erklärte Asch. Trotzdem gebe es bei den Reparaturen Grenzen. „Von kaputten Laptops, Handys, Computern oder Fernsehern lassen wir die Finger.“ Also generell von Geräten, in die viel Hightech- und Platinentechnik verbaut sei.

Ansonsten könnten die Menschen alle Kleingeräte wie Toaster oder Föhne vorbeibringen, die sie selbst tragen können. Denn der Zugang zum Reparatur-Café in Ottenau ist nicht barrierefrei. „Bei Waschmaschinen hört es definitiv auf.“ Zudem erklärte Asch, dass sich für die Eröffnung am Freitag schon viele Interessenten angemeldet hätten.

Bei den Anfragen gebe es die ein oder andere Kuriosität: Eine Frau will beispielsweise, dass Asch und sein Tema aus zwei kaputten Diaprojektoren einen funktionierenden machen. „Wir werden es versuchen“, sagte Asch schmunzelnd. Das gelte auch für eine weitere Anfrage, an die er sich gut erinnere: Eine 80-jährige Frau will einen defekten Nagelknipser vorbeibringen, den sie seit ihrem 16. Geburtstag hat.

Interessenten sollen während Reparatur auch im Café zusammensitzen

„Es gibt interessante Aufträge“, betonte Angelika Bleich, stellvertretende Vorsitzende des Seniorenrats. „Ich bin gespannt, wie unser Angebot angenommen wird.“ Betrieben mache der Seniorenrat damit aber keine Konkurrenz. „Wenn die Instandsetzung zu aufwendig ist, wollen wir an die Unternehmen verweisen.“

Während der Reparatur können die Gäste zusammensitzen.
Angelika Bleich, stellvertretende Vorsitzende Seniorenrat Gaggenau

Bleich erklärte zudem, warum das Reparatur-Café das Wort „Café“ in sich trägt: „Während der Reparatur können die Leute in unseren Räumen zusammensitzen und sich unterhalten.“ Dazu gebe es Kleinigkeiten zur Verpflegung wie Kaltgetränke oder Brezeln. „Fast wie in einem Café.“

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