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Stream mit Grünen-Chefin

Annalena Baerbock ist virtuell zu Gast in Mittelbaden

Die Grünen-Landtagsabgeordneten Thomas Hentschel (Wahlkreis Rastatt) und Hans-Peter Behrens (Baden-Baden) haben am Dienstagabend die Bundesvorsitzende Annalena Baerbock virtuell zu Gast gehabt. Es gab auch böse Kommentare.

Im Livestream: Der Landtagsabgeordnete Thomas Hentschel richtet die Fragen der Teilnehmer des Livestreams an die Bundesvorsitzende Annalena Baerbock. Foto: Screenshot: Adrian Mahler

Ganz ohne böse Kommentare geht der Facebook-Livestream mit Annalena Baerbock nicht über die Bühne. „Grüne, geht gar nicht!“ oder „Weg mit den Grünen!“ schreiben Nutzer im Chatfenster der Online-Veranstaltung mit der Bundesvorsitzenden der Grünen und den Landtagsabgeordneten Thomas Hentschel und Hans-Peter Behrens. Die Politiker ignorieren die Anfeindungen.

Zwischen den Anfeindungen posten die etwa 35 Teilnehmer aber auch Fragen in den Chat. Diese reicht Hentschel, der Abgeordnete für den Wahlkreis Rastatt und aus Gernsbach stammend, am Dienstagabend an Baerbock weiter.

Er moderiert die Veranstaltung zusammen mit Behrens, dem Abgeordneten des Wahlkreises Baden-Baden. Bei der Übertragung dient das Merkur-Film-Center in Gaggenau-Ottenau als „Studio“. Baerbock ist aus Berlin zugeschaltet.

Regionaler Bezug fehlt nahezu ganz in der Diskussion

Auf die Region rund um Gaggenau geht die Grünen-Vorsitzende nur bei einem Thema ein. Ausgangspunkt ist die Frage eines Teilnehmers, die Hentschel vorträgt: „Wie kann es sein, dass es immer noch massenhaft Tiertransporte gibt?“

Baerbock erklärt, dass die Europäische Union landwirtschaftliche Unternehmen vor allem nach Größe und Ackerfläche, aber nicht nach Qualität fördere. Die EU-Agrarförderung müsse künftig auf die Nachhaltigkeit und den Tierschutz schauen.

Ich war vor der Pandemie bei euch in der Region unterwegs. Da ist die bäuerliche Landwirtschaft noch stark verankert.
Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende der Grünen

Dann sagt sie: „Ich war vor der Pandemie bei euch in der Region unterwegs. Da ist die bäuerliche Landwirtschaft noch stark verankert.“ Ihrer Ansicht nach ist auch die regionale Schlachtung in Baden-Württemberg ein Beispiel mit Vorbildfunktion. „Bei mir in Brandenburg sprießt die Massentierhaltung nur so aus dem Boden.“

Teilnehmer fragen nach Argumenten für Diskussion mit Grünen-Gegnern

Schließlich schreibt ein Teilnehmer im Chat, er müsse sich als Grüner immer anhören, dass die Grünen Arbeitsplätze abschaffen wollten. Er fragt: „Wie kann ich in Zukunft auf so eine Aussage antworten?“

Hans-Peter Behrens erklärt, dass durch den Wandel hin zur erneuerbaren Energie sogar mehr Arbeitsplätze entstünden. „Klimaschutz und Wirtschaft schließen sich nicht aus“, sagt Baerbock.

Nach ihrer Aussage sind viele Unternehmen in diesem Bereich weiter als die Regierung. Behrens weist diesbezüglich auf die Automobilkonzerne hin, die in der Region Standorte haben.

Dann fragt ein anderer Teilnehmer im Chat: „Warum hat Baden-Württemberg nur eine Quote von 33,2 Prozent an erneuerbaren Energien (Bayern 52,2 Prozent, Hessen 52,1 Prozent, Rheinland-Pfalz 51,1 Prozent), obwohl wir schon seit zehn Jahren einen grünen Ministerpräsidenten haben?“

Aus Baerbocks Sicht müssen dabei alle Parteien an einem Strang ziehen – was bisher noch nicht der Fall sei. „Wir brauchen Fotovoltaik-Anlagen auf jedem Dach“, sagt die Bundesvorsitzende. Würden die Grünen in die Bundesregierung gewählt, würden sie das Thema weiter vorantreiben.

Während der einstündigen Veranstaltung zeigt Baerbock immer wieder, dass sie sich mental schon auf die Bundestagswahl im September konzentriert. Die Landtagswahl sieht sie „als Auftakt für die Bundestagswahl“.

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