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Mercedes Benz und Daimler Truck

Autokonzern Daimler teilt sich auf: Das sagen die Mitarbeiter in Gaggenau dazu

Daimler teilt sich in zwei Unternehmen auf. Das Werk in Gaggenau gehört in Zukunft dem Unternehmen Daimler Truck. Wir haben uns mit den Mitarbeitern vor Ort unterhalten. Was sagen sie zu den Veränderungen?

Daimler teilt sich auf: Der Standort Gaggenau gehört zur Lastwagensparte und damit zur künftigen Daimler Truck AG, die noch dieses Jahr an die Börse geht. Foto: Irene Hohaus

Der Automobilkonzern Daimler wird sich neu aufstellen. Dies teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. So wird es künftig zwei eigenständige, jeweils börsennotierte Unternehmen geben. Mercedes Benz für die Autos und Vans und Daimler Truck für Lastwagen und Busse.

Das Mercedes-Benz Werk in Gaggenau gehört künftig zu Daimler Truck. BNN-Mitarbeiter Joachim Kocher hörte sich bei einigen Mitarbeitern um, was sie von der Spaltung des Unternehmens halten.

Durch kürzere Wege werden wir auf jeden Fall flexibler werden.
Daimler-Mitarbeiter Jan Korte

Mitarbeiter Jan Korte meint: „Insgesamt kann die Trennung positiv für alle sein. Für mich geht sie auf jeden Fall in Ordnung. Durch kürzere Wege werden wir auf jeden Fall flexibler werden. Ich sehe daher keine Probleme, die durch die Trennung der beiden Bereiche auf uns zukommen. Schließlich ist der Truck-Bereich weltweit gut aufgestellt. Auch finanziell betrachtet, gehe ich davon aus, dass alles bleibt, wie es ist.“

Ein Mitarbeiter, der seinen Namen nicht nennen wollte, sagt, er sehe die Trennung von Daimler in zwei Unternehmen sehr kritisch, da man sich angreifbar mache für fremde Übernahmen. Den Truck-Bereich zu kaufen, sei einfacher als den gesamten Daimler Konzern. Er lehne daher die Spaltung des Unternehmens ab.

Außerdem würden die Mitarbeiter auch hinsichtlich der Entlohnung angreifbarer. Daher sollte man es belassen, wie es ist: Pkw und LKW in einem Konzern. Denn nur gemeinsam sei man stark.

Daimler will seine Lastwagen-Sparte noch in diesem Jahr an die Börse bringen. Foto: Marijan Murat/dpa

Ein weiterer Mitarbeiter, der seinen Namen nicht nennen wollte, erklärte, er sehe, die geplante Spaltung des Daimler-Konzerns in eine PKW- und LKW-Sparte mit großer Sorge. Wenn es beim LKW in der Vergangenheit mal nicht so gut lief, sei diesem die PKW-Sparte zur Seite gesprungen. Nach einer Spaltung in zwei börsennotierte Unternehmen sei dies nicht mehr der Fall. Dann müsse das Unternehmen allein klar kommen.

Thomas Merkel, der seit 43 Jahren bei Mercedes-Benz in Gaggenau arbeitet, meinte, dass er sich noch keine größeren Gedanken gemacht habe: „Fest steht jedoch, dass das Risiko für das Unternehmen übernommen zu werden, zunimmt. Bisher hatten wir das Glück in schlechteren Zeiten den PKW an unserer Seite zu haben. Vier weitere Benzler betonen, sich überraschen lassen zu wollen, das Ganze sei noch zu frisch.

Wir werden kleiner gemacht und dann von den Chinesen übernommen. Daimler wird nicht von außen, sondern von innen kaputt gemacht.
Besorgter Daimler-Mitarbeiter

Wenn der LKW und PKW–Bereich in einem Unternehmen wie bisher zusammenbleiben würden, wäre man für die Zukunft besser aufgestellt, so eine Mitarbeiterin auf dem Weg in die Werks-Kantine. Andere Unternehmen schlössen sich zusammen, um noch stärker zu werden und „bei uns machte man gerade das Gegenteil“.

Ein weiterer Kollege fasst seine Ängste so zusammen: „Wir werden kleiner gemacht und dann von den Chinesen übernommen. Daimler wird nicht von außen, sondern von innen kaputt gemacht“. Der Satz „Wir machen uns Sorgen“ war von den beiden übereinstimmend zu hören.

„Besser wäre es auf jeden Fall, wenn wir auch in Zukunft wie bisher ein Unternehmen wären, meinte ein weiterer Benz-Mitarbeiter. Die LKW-Sparte sei schließlich auf politische Investitionen angewiesen.

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