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Behörde will zunächst Ausgleichsfläche

Beachvolleyballfeld im Gaggenauer Murgvorland scheitert bislang an Naturschutz

Seit vier Jahren möchte der Verein Kindgenau im Murgvorland ein Beachvolleyballfeld einrichten. Die Planungen scheitern bislang an der Unteren Naturschutzbehörde: Die fordert, dass zuvor eine Ausgleichsfläche ausgewiesen wird.

Auf dem Murgvorland will der Verein Kindgenau seit 2016 ein Beachvolleyballfeld realisieren. Die Untere Naturschutzbehörde blockiert das Vorhaben nicht, fordert jedoch eine Ausgleichsfläche Foto: Joachim Kocher

Die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Rastatt blockiert das Vorhaben eines Beachvolleyballfeldes auf dem Murgvorland in Gaggenau zwischen dem Hallenbad und den Glasersteg nicht, sondern fordert lediglich eine Ausgleichsfläche. Dies gab die Leiterin des Sachgebietes Naturschutz, beim Landratsamt Rastatt, Iris Rohde, am vergangenen Freitag unserer Redaktion gegenüber zu verstehen.

In das Projekt, das vor vier Jahren durch den Verein Kindgenau gestartet wurde, könnte nunmehr Bewegung kommen. Über die weiteren Schritte will sich der 1. Vorsitzende von Kindgenau, Dirk Böhmer, nach den Sommerferien mit den Verantwortlichen der Stadt Gaggenau sowie des Jugend- und Familien-Zentrum unterhalten. Insgesamt will der Verein Kindgenau, wie Vorsitzender Böhmer betont, das Murgvorland in seine Projekte stärker einbeziehen.

Behörde: Vermeidbarer Eingriff in die Natur

Nachdem das Waldseebad im Juni 2016 überflutet und anschließend geschlossen wurde, sollte nach den Vorstellungen von Kindgenau das kleine Freizeitgelände im Murgvorland ein schnelles Angebot für die Gaggenauer Jugend darstellen. Doch daraus wurde bis zum heutigen Tage nichts.

Der Verein Kindgenau plant hierbei ein kleines Beachvolleyballfeld mit einer Flächengröße von 15-mal fünf Meter und einer aufgeschütteten Sandstärke von zehn bis 15 Zentimeter. Ein Abtrag der Grasnarbe ist nicht vorgesehen.

Die ersten Gespräche zu dem Projekt mit der Stadtverwaltung fanden 2016 statt, wie Dirk Böhmer, Vorsitzender von Kindergenau am Freitag erklärte. Der Wunsch des Vereines wurde daher von der Stadt an das Regierungspräsidium in Karlsruhe weitergeleitet, die als Naturschutzbehörde für den Bereich der Murg zuständig und die Murg ein „Gewässer erster Ordnung“ ist.

Wie Iris Rohde auf Anfrage unserer Redaktion sagte, lehne die Untere Naturschutzbehörde nicht das Spielfeld, jedoch den Bau einer Treppenanlage ins Murgvorland ab. Die untere Naturschutzbehörde spricht in diesem Zusammenhang von einem vermeidbaren Eingriff in die Natur. Verwiesen wurde von der zuständigen Behörde stattdessen auf zwei Abgänge ins Murgvorland, die sich im Bereich des Jugend- und Familienzentrum (JuFaz) sowie unterhalb des Glaserstegs befinden. Der geplante Bereich könnte dadurch gut erreicht werden. Ein zusätzlicher Treppenabgang, der auch für die Stadt Gaggenau mit entsprechenden Kosten verbunden ist, sei daher nicht notwendig, gab Rohde unmissverständlich zu verstehen.

Unterstützung aus dem Rathaus

Vom Regierungspräsidium wurde unter anderem ein Gutachten hinsichtlich der geplanten Treppe gefordert. Dies wurde vom Büro Wald & Corbe erstellt, sagte Böhmer. Ergebnis der Untersuchung war: „Das Wasser fließt wie gefordert, ohne Probleme ab“. Das Regierungspräsidium hat dem Projekt mit der Treppe dagegen grundsätzlich zugestimmt.

Eine Treppe im Bereich des Jufaz würde uns helfen und wäre vor allen eine Erleichterung, um unsere Kanus in die Murg zu transportieren, betonte Böhmer gegenüber den BNN.

Wie das städtische Presseamt mitteilt, unterstützt die Rathausspitze das Vorhaben von Kindgenau. So steht Oberbürgermeister Christof Florus wie auch Bürgermeister Michael Pfeiffer nach wie vor hinter dem Projekt.

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