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Der "Sonnenhof"

Coronavirus: Ex-Flüchtlingsunterkunft in Gernsbach wird als Isolierstation vorbereitet

Das ehemalige Hotel „Sonnenhof“ in Gernsbach sieht einer möglichen neuen Nutzung entgegen. Als erste Immobilie im Landkreis Rastatt wird das Haus, das von September 2014 bis September 2019 als Flüchtlingsunterkunft diente, als mögliche Isolierstation für am Coronavirus Erkrankte hergerichtet.

Das frühere Gernsbacher Hotel "Sonnenhof", das bis zum Spätsommer 2019 als Flüchtlingsunterkunft diente, wird jetzt vorsorglich als Isolierstation hergerichtet. Foto: Dorscheid

Am Montag begann Horst Maier, Hausmeister der Gemeinschaftsunterkunft in Gaggenau-Bad Rotenfels, zusammen mit zwei Helfern mit den ersten Arbeiten im Haus.

„Es ist eine reine Vorsorgemaßnahme“, betont Gisela Merklinger, Pressesprecherin des Landkreises Rastatt, auf BNN-Nachfrage. Der Landkreis werde noch nach weiteren Immobilien Ausschau halten, die ebenso für den Fall der Fälle vorbereitet werden könnten.

Wie berichtet hat das Innenministerium des Landes Baden-Württemberg alle Kreise aufgefordert, vorsorglich Isolierstationen einzurichten – für den Fall, dass die Kapazitäten in den Krankenhäusern nicht mehr ausreichen sollten.

Bett, Kühlschrank, Tisch und Stuhl

Der „Sonnenhof“ in der Loffenauer Straße als traditionsreiches Gernsbacher Hotel eignet sich mit Blick auf seinen Grundriss und seine Grundausstattung sehr gut für den neuen Zweck. Jedes der rund 40 Zimmer ist mit Dusche und WC ausgestattet.

Jeder Raum, der mit Blick auf die Isolierstation für eine Einzelbelegung vorbereitet wird, erhält ein Bett, einen Kühlschrank, einen Tisch und Stuhl. Zu einem gewissen Teil sind die Räume bereits komplett ausgestattet; Hausmeister Maier sorgt nun mit seinen Helfern aus der Gaggenauer Unterkunft dafür, die Zimmer mit dem teilweise noch fehlenden Mobiliar auszustatten.

Gleichzeitig schaut er nach, wo im Haus und auf den Zimmern noch Reparaturarbeiten erfolgen müssen. Ohnehin stehen eine Grundreinigung sowie Malerarbeiten an.

Mietvertrag über zehn Jahre

Neben der bereits verfügbaren Zahl der (Einzel)Zimmer bietet sich der „Sonnenhof“ noch aus einem zweiten Grund für die neue Nutzung an: Der Landkreis hatte das Objekt langfristig angemietet. Als im Zuge der Flüchtlingskrise 2014 der Kreis recht schnell Immobilien zur Unterbringung Asylsuchender anmieten musste, war seine Verhandlungsposition gegenüber Eigentümern und Vermietern nicht die Beste – es herrschte großer Zeitdruck.

Letztlich wurde ein Zehnjahresvertrag abgeschlossen, der beim „Sonnenhof“ noch bis ins Jahr 2024 reicht.

Das Landratsamt Rastatt hat auch kein außerordentliches Kündigungsrecht, sodass die monatliche Miete weiterhin fließt, obwohl seit Oktober 2019 das Haus leer steht. In den Sommermonaten des vergangenen Jahres waren die dort noch verbliebenen Flüchtlinge auf andere Unterkünfte in Gaggenau und Rastatt verlegt worden, weil auch dort viele Plätze in der Zwischenzeit freigeworden waren.

Mit der Auflösung des „Sonnenhof“ als größte der damals drei Gernsbacher Erstunterkünfte sparte der Kreis Betriebskosten ein. Zudem kürzte das Land Erstattungen, wenn ein Haus weniger als 75 Prozent Belegung hatte.

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