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Hallenbad-Mangel im Landkreis Rastatt

Cuppamare bleibt zu: Wird das Murgana in Gaggenau zum Auffangbecken der Region?

Das Cuppamare bleibt vorerst zu – damit fällt das nächste Hallenbad in der Region aus. Welche Auswirkungen hat das auf das Murgana in Gaggenau?

Murgana-Hallenbad in Gaggenau, Eingangsbereich
Zu klein: Um der ganzen Region Badespaß bieten zu können, ist das Murganabad zu klein. Selbst für Gaggenau allein ist es knapp bemessen. Foto: Swantje Huse

Es ist eine Frage, auf die der Gaggenauer Bäderchef Jörg Zimmer ohne zu Zögern antworten kann. Und zwar kurz und knapp. „Nein, das geht nicht“, sagt er klar und deutlich auf die Frage, ob das Murgana im eklatanten Hallenbad-Mangel im Landkreis irgendwie aushelfen könne. „Es gibt sowieso schon nur wenige Zeitfenster für normale Badegäste.“

Was war geschehen? Am vergangenen Montag erklärte Kuppenheims Bürgermeister Karsten Mußler (Freie Wähler), dass das Cuppamare bis auf weiteres geschlossen bleiben müsse. Dachstatik und Energiepreise machen Probleme. Am Montagabend (12. September) hat sich der Gemeinderat nicht-öffentlich mit dem Thema befasst, für Dienstagmittag hat die Stadt zu einem Pressegespräch eingeladen.

Vier Hallenbäder für 24 Städte und Kommunen im Landkreis Rastatt

Damit fällt nach dem Rastatter Alohra ein weiteres Hallenbad aus – in einer ohnehin extrem ausgedünnten Hallenbad-Landschaft. Aktuell gibt es im Landkreis nur noch die Bäder in Bühl, Greffern und Gaggenau sowie das Bertholdbad in Baden-Baden. Wobei das Grefferner Bad wegen der explodierenden Energiekosten möglicherweise gar nicht öffnen wird.

Immerhin: Die Sportschule im Baden-Badener Stadtteil Steinbach vermietet ihr Lehrschwimmbecken auch an Kindergärten, Schulen und Vereine. „Die kommen aber alle aus dem Rebland“, ist von dort zu hören. Bleiben also vier Hallenbäder für 24 Städte und Gemeinden – auch für diese Situation findet Zimmer klare Worte: „Das reicht doch hinten und vorne nicht.“

Das reicht doch hinten und vorne nicht.
Jörg Zimmer, Bäderchef

Im vergangenen Schuljahr waren überraschend wenige Rastatter Vereine und Schulen auf Gaggenau ausgewichen, wie Bäderchef Zimmer erklärt. Die meisten seien dann doch ins Cuppamare gegangen: Sechs Rastatter Schulen waren laut Bürgermeister Mußler nach Kuppenheim gekommen.

Dass diese nun alle nach Gaggenau wollen, glaubt Zimmer nicht. Die Organisation sei viel zu aufwendig. „Die brauchen Busverbindungen, das muss alles in bestimmten Zeiten machbar sein.“ So schnell könne man das nicht umstellen. Während einige Rastatter Vereinsvorsitzende bereits fürchten, dass das Cuppamare den ganzen Winter geschlossen bleiben könnte, setzt Zimmer auf eine schnelle Sanierung des Dachs. „Die können das Cuppamare nicht zumachen. Das geht doch einfach nicht.“

Murgana-Hallenbad in Gaggenau
Das Murgana-Hallenbad in Gaggenau kann nicht als Auffangbecken im Landkreis dienen, findet der Bäderchef. Foto: Swantje Huse

Tatsächlich hat sich bisher keine Rastatter Schule gemeldet – weder bei Zimmer noch bei der Stadtverwaltung. Dafür hat die DLRG-Ortsgruppe Malsch angefragt, ob sie im Murgana trainieren könnte. „Die habe ich an die hiesige DLRG verweisen müssen.“ Denn freie Kapazitäten gebe es schlicht nicht. „Es entsteht sofort ein Konflikt mit einer anderen Nutzung.“ Nur, wenn eine Schule oder ein Verein die angemeldeten Zeiten nicht nutzen würde, könnten diese weitergegeben werden.

Bäderchef setzt die „Gaggenauer Brille“ auf

Doch auch da sind die Prioritäten für den Bäderchef ganz eindeutig: „Dass wir noch den halben Landkreis mitversorgen, ist völlig unmöglich.“ Zumal das Hallenbad, das aus den 60er-Jahren stammt, sowieso auf eine viel geringere Bevölkerung ausgelegt und daher gemessen an der aktuellen Einwohnerzahl ein eher kleines Bad sei. Deswegen werde er immer „die Gaggenauer Brille aufsetzen“. Und durch die sieht er zuerst die Gaggenauer Bürger und die hiesigen Vereine.

Deren Existenz hängt davon ab, dass sie bei uns trainieren können.
Jörg Zimmer zur Situation der örtlichen Schwimmvereine

Grob teilt sich die Belegung des Bades hälftig zwischen Schulen, Vereinen und Kursen auf der einen und der Öffentlichkeit auf der anderen Seite auf. Für die gibt es in diesem Jahr sogar erstmals Mittwoch und Donnerstag verlängerte Öffnungszeiten bis 21.30 Uhr. „Wir wollen denjenigen, die bis sechs oder halb sieben arbeiten, auch die Möglichkeit geben, noch schwimmen zu gehen“, erklärt Zimmer. Er sei gespannt, wie groß die Nachfrage sein wird. Der Samstag und der Sonntag sind zudem ausschließlich für die Öffentlichkeit da.

Von der anderen Hälfte der Zeit nehmen wiederum die Schulen etwa 60 Prozent der Kapazitäten in Anspruch. Der Rest teilt sich zwischen Schwimmkursen und Vereinsschwimmen auf. Hier sind es die DLRG Gaggenau und die Schwimmabteilung der TB Gaggenau, die vor allem in den Abendstunden trainieren, wenn das Bad für die Öffentlichkeit bereits geschlossen ist. „Deren Existenz hängt davon ab, dass sie bei uns trainieren können“, betont Zimmer. „Und das werden wir nicht für andere opfern.“

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