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Mercedes-Benz-Werke

Daimler beendet Corona-Pause in Wörth und Gaggenau – in Rastatt bleibt Produktion noch gestoppt

Wochenlang standen die Bänder still. Die Corona-Krise zwang Automobilhersteller wie Daimler zum Produktionsstopp. Betroffen waren in der Region die Mercdes-Benz-Werke Gaggenau, Rastatt und Wörth. Seit dieser Woche geht es an zwei der drei Daimler-Standorte wieder vorsichtig voran.

Die Lkw-Produktion im pfälzischen Wörth startet wieder. Foto: MediaPortal Daimler AG

Wochenlang standen die Bänder still. Die Corona-Krise zwang Automobilhersteller wie Daimler zum Produktionsstopp. Betroffen waren in der Region die Mercedes-Benz-Werke Gaggenau, Rastatt und Wörth. Seit dieser Woche geht es an zwei der drei Daimler-Standorte wieder vorsichtig voran. In Trippelschritten versucht der baden-württembergische Konzern zurück zur Normalität zu kommen. Doch der Weg ist noch weit. Das bekommen auch die Zulieferbetriebe zu spüren.

Die ersten Mitarbeiter sind am Montag zur Frühschicht in Gaggenau und Wörth angetreten. Die Produktion von Lastwagen in dem pfälzischen Mercedes-Benz-Werk wird langsam wieder hochgefahren. Sie ist auf Komponenten aus Gaggenau angewiesen.

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Das Coronavirus bestimmt nun den Alltag in beiden Werken. Es gibt Abstandsmarkierungen auf dem Boden, Trennwände aus Plexiglas und Zutrittsbeschränkungen für Pausenräume und Umkleiden. Überall dort, wo sich körperliche Nähe unter Kollegen nicht vermeiden lässt, sollen sie Masken tragen. Alle Mitarbeiter bekämen Mund-Nasen-Schutz, teilte Daimler mit.

Infektionsschutz für Mitarbeiter bei Daimler

„Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter hat für uns höchste Priorität“, sagt Matthias Jurytko, Standortleiter der Lastwagenfabrik in Wörth. „Wir haben uns deshalb schon frühzeitig darauf vorbereitet und gemeinsam mit dem Betriebsrat ein umfassendes Maßnahmenpaket zum Infektionsschutz vereinbart und am Standort Wörth umgesetzt.“

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Gewerkschafter Ralf Köhler von der IG Metall Neustadt sagt, in der Belegschaft herrsche eine „angespannte, positive Erwartungshaltung“. Es überwiege die Freude, dass der Betrieb wieder weitergeht. „Aber es gibt auch Kollegen, die sich Sorgen vor einer Ansteckung machen“, so Köhler. Es sei daher wichtig, dass Risikopersonen, die wegen einer Vorerkrankung besonders gefährdet seien, weiter zu Hause bleiben können.

Die Lkw-Produktion beginne in Wörth nur mit einer Schicht, sagt der Gewerkschafter. Geplant sei derzeit, ab 4. Mai wieder in zwei Schichten zu produzieren.

Gedränge am Werkstor vermeiden wegen Coronavirus

Im Werk Gaggenau sind schon seit dieser Woche Früh- und Spätschicht aktiv. Allerdings auf einem personell deutlich niedrigerem Niveau als zu normalen Zeiten. „Es arbeitet nur ein kleiner Teil der Beschäftigten“, sagt Claudia Peter von der IG Metall Gaggenau.

„Der Großteil ist noch komplett in Kurzarbeit und bleibt zu Hause.“ Die beiden Schichten seien zeitlich entzerrt worden, um Gedränge an den Werkstoren zu vermeiden. Auch dies ist eine Schutzmaßnahme gegen das Coronavirus.

Bei Mercedes-Benz Gaggenau werden nicht nur Komponenten für Lkw sondern auch für Pkw hergestellt. Der Wiederanlauf betrifft bisher allerdings nur den Lkw-Bereich. Das hängt auch damit zusammen, dass ein wichtiger Abnehmer, das Pkw-Werk von Mercedes Benz in Rastatt, noch im Corona-Stillstand bleibt.

Ab 4. Mai werde der Betrieb in Rastatt stufenweise wieder aufgenommen, teilte eine Unternehmenssprecherin mit. „Der Hochlauf der Produktion wird flexibel gestaltet, um auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können.“

Zulieferer Schaeffler in Bühl hat Kurzarbeit angemeldet

Mit Spannung blicken auch die Zulieferbetriebe in der Region auf die weitere Entwicklung bei Daimler und anderen Autoherstellern. Dazu zählt etwa Schaeffler Automotive in Bühl, die Getriebesysteme herstellen. Mit offiziellen Auskünften zur aktuellen Lage hält sich das Unternehmen zurück. „Wir analysieren die Situation und werden zu gegebener Zeit informieren“, heißt es nur.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Überblick

Vom Betriebsratsvorsitzenden Volker Robl ist allerdings zu erfahren, dass Schaeffler am Standort Bühl inzwischen Kurzarbeit angemeldet hat. „Das ist das erste Mal in unserer Unternehmensgeschichte“, sagt Robl. „Aber die Kollegen haben Verständnis dafür.“

Der Betriebsratschef verweist darauf, dass Schaefflers Produktion direkt von der Nachfrageentwicklung der Autohersteller abhänge. „Wir können nicht auf Halde produzieren, denn die Lagerkapazitäten sind begrenzt“, so Robl. Entscheidend sei daher, dass der Pkw-Absatz möglichst schnell wieder in Gang kommt. „Wenn zu viele Kunden ihre Autobestellungen nun wegen der Corona-Krise stornieren, wird es schwierig.“

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Auch im Spezialfahrzeugbau geht es langsam wieder aufwärts. Der Traktorenhersteller John Deere hat seine Produktion wieder gestartet. Allerdings Schritt für Schritt und unter strengen Schutzvorkehrungen. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, werde im Kabinenwerk Bruchsal sowie in der Mannheimer Fabrik diese Woche nur in einer statt in zwei Schichten gearbeitet, sagt ein Firmensprecher. Etwa die Hälfte der Mitarbeiter sei im Einsatz. Während früher alle drei Minuten ein Traktor oder eine Kabine vom Band gingen, geschehe dies jetzt alle acht Minuten.

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