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Folgen der Corona-Pandemie

Das ehrenamtliche Angebot in Pflegeheimen im Murgtal bleibt eingeschränkt

Ehrenamtliche Helfer sind für Pflegeheime und deren Bewohner eine wichtige Unterstützung. Sie machen Besuche und Ausflüge, bieten Singgruppen an oder lesen vor. Doch die Corona-Pandemie setzt ihren Angeboten Grenzen. Das ist auch im Murgtal spürbar.

Gymnastik, Musik, Lesungen: Verschiedene Angebote bringen in Pflegeeinrichtungen Abwechslung in den Alltag. Zur Programmvielfalt tragen ehrenamtliche Helfer bei – doch die Corona-Pandemie setzt ihrem Engagement Grenzen. Foto: Symbolfoto: Jens Büttner / dpa

„Wir hoffen alle sehr, dass das Interesse wieder steigt, sich ehrenamtlich zu engagieren und wir dadurch den Bewohnern mehr Angebote in der Betreuung machen können”, sagt Kirstin Ihlenfeldt. Sie ist die Leiterin des ASB-Seniorenzentrums „Am Hahnbach” in Gernsbach. Vor der Corona-Krise hatten sich fünf Helfer in der Einrichtung engagiert. „Die Tendenz war steigend.” Doch dann kam die Krise – und das Angebot brach ein. „Ein paar Ehrenamtliche sind leider nicht mehr gekommen.”

Das steigert die Zufriedenheit der Bewohner sowie Angehörigen enorm.
Kirstin Ihlenfeldt, Seniorenzentrum „Am Hahnbach”

Mittlerweile gibt es wieder einen wöchentlichen Singkreis. Eine Ehrenämtlerin hat ihren Besuchsdienst wieder aufgenommen. „Auch die Gemeindereferentin war zwischenzeitlich wieder mit den Helfern in der Einrichtung”, berichtet Kirstin Ihlenfeldt. Nur Feste seien vorerst kaum umsetzbar, da die Abstandsregeln für eine solche Veranstaltung schwer einzuhalten wären.

Daten von Besuchern werden erfasst

Die Zusatzangebote tun den Senioren gut: „Das steigert die Zufriedenheit der Bewohner sowie Angehörigen enorm”, sagt die Einrichtungsleiterin. Der Vorteil ist die individuelle Note. Umso freut sich Ihlenfeldt, wenn weitere potenzielle Helfer auf sie zukommen. Eine Anfrage sei bereits im Haus eingegangen. Für ehrenamtliche Besucher gelten die üblichen Hygiene-, Abstands- und Schutzregeln. Der einzige Unterschied sei, dass ihre Daten erfasst werden müssen.

„Wir freuen uns zu allen Zeiten über das Engagement von Ehrenamtlichen, die das Leben in der Einrichtung bereichern. Das ist besonders für Bewohner wichtig,die keine Angehörigen haben”, sagt auch Carola Frasch. Sie ist Direktorin des Gaggenauer Kursana-Domizils „Haus Franziskus”.

Marktbesuch ja, Eiscafé nein

Acht Helfer sind dort aktiv. „Sie rufen immer wieder an, wann alle Aktivitäten wieder stattfinden können”, berichtet Frasch. Doch die Angebote können erst nach und nach wieder aufgenommen werden. Im Garten können sich Musikgruppen treffen. Wenn sie dort mit Abstand ihre Stücke spielen, kommen die Bewohner in den Genuss eines kleinen Garten- und Fenster-Konzerts. Gottesdienste im Freien stehen seit August wieder auf dem Programm.

Es ist eine große Unterstützung für uns.
Eva Bruder, Haus Franziskus

Auch Marktausflüge mit dem Team der sozialen Betreuung sind wieder eine Option, allerdings „noch ohne den anschließenden Besuch im Eiscafé”, sagt Frasch. Ausflüge mit Ehrenämtlern gibt es hingegen noch nicht. Normalerweise haben die Helfer noch einiges mehr im Programm, zum Beispiel Diavorträge, eine Vorleserunde und offene Kaffeekränzchen. Dazu kommen Angebote wie Einkäufe und gemeinsame Arztbesuche.

„Es ist eine große Unterstützung für uns“, betonte Eva Bruder schon im Frühjahr im Gespräch mit den BNN. Sie ist die Leiterin der sozialen Betreuung im Haus Franziskus. Die Helfer machen Zusatzangebote, die das Personal nicht alleine stemmen könnte. Auch für die Senioren schaffen sie einen praktischen Mehrwert.

Mindestens ebenso wichtig ist aber, dass sie Bezugspersonen sind, Gesprächspartner, Zuhörer. „Ich denke, dass es wichtig ist, dass man sich nicht allein gelassen fühlt. Dass man sich mit jemandem austauschen kann.“

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