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Kritik reißt nicht ab

Dauerthema in Gaggenau-Selbach: Warum gibt es noch immer keine Überquerungshilfen bei den Bushaltestellen?

In Selbach gibt es entlang der Badener Straße drei Bushaltestellen. Überquerungshilfen für Fußgänger zu den Haltestellen beziehungsweise 30er-Zonen in deren Bereich sind jedoch keine vorhanden. Das wird immer wieder kritisiert - aber es tut sich nichts.

Auf eigene Faust: Wer in Selbach zu einer der drei Bushaltestellen an der Badner Straße will, muss die Straße ohne Zebrastreifen oder andere Hilfe überqueren. Foto: Joachim Kocher

Kein Verständnis hat beispielsweise eine Bürgerin aus Selbach für die Pläne der Stadtverwaltung, im Bereich der August-Schneider-Straße in Gaggenau die Geschwindigkeit von der Schillerstraße bis zur 20er-Zone von bisher 50 auf 30 Kilometer pro Stunde zu reduzieren. In diesem Bereich, so die Selbacherin, müssten Passanten vom Bahnübergang an der Schillerstraße bis zum Bahnübergang gegenüber dem Rathaus die Straße nicht einmal überqueren.

„Warum muss dann dort Tempo 30 eingeführt werden“? In Selbach dagegen müsse die Straße immer überquert werden, um zu den Haltestellen zu kommen, und dies ohne jeglichen Schutz. Die Forderung nach einer Überquerungshilfe oder einer Temporeduzierung sei aber stets durch die zuständigen Behörden mit dem Hinweis „Landstraße und zu wenige Fußgänger“ abgeschmettert worden, sagt sie.

Selbachs Ortsvorsteher Michael Schiel betonte auf BNN-Anfrage, dass die Thematik schon mehr als 20 Jahre immer wieder Thema im Ortschaftsrat war. Auch mit dem Leiter des städtischen Ordnungsamtes, Dieter Spannagel, habe er in der Angelegenheit schon wiederholt Kontakt aufgenommen.

Schiel machte jedoch auch keinen Hehl draus, dass Zebrastreifen nicht ungefährlich sind, da sich Fußgänger zu sehr auf die Übergänge verlassen und hoffen, dass Autofahrer auch anhalten. Er betonte aber auch, dass man die erforderliche Anzahl von Fußgängerquerungen in der Vergangenheit nicht erreicht habe.

Sind es zu wenige Fußgänger?

Die städtische Pressesprecherin Judith Feuerer erklärte daraufhin, dass der Stadtverwaltung derzeit keine Anfrage aus dem Ortschaftsrat oder von Bürgern vorliege, Querungshilfen einzurichten. Bislang galt, dass es mindestens 50 Fußgänger in einer Stunde sein sollten, damit die Querung sinnvoll ist.

Gleichzeitig lag die Mindestzahl der Fahrzeuge bei 500. Das Land Baden-Württemberg, das ÖPNV, Rad- und Fußgängerverkehr unterstützen will, ermöglicht nun auch bei weniger als 50 Fußgängern die Möglichkeit einer Querungshilfe, und zwar dann, wenn es ein besonderes schutzwürdiges Interesse gibt, sagt Feuerer.

Dies müsste man jedoch an jeder einzelnen Bushaltestelle prüfen. Die letzten Zahlen zum Verkehrsaufkommen wurden nach Aussage von Feuerer 2017 beim Mobilitätskonzept erfasst. Damals lag die Verkehrsstärke im „Oberdorf“ in der Spitzenstunde bei über 700 Fahrzeugen. Ansonsten dürften sich die Zahl der Fahrzeuge durchschnittlich bei etwa 200 Fahrzeuge pro Stunde bewegen. Mittelinseln könnten aufgrund der geringen Fahrbahnbreite nicht eingebaut werden.

Kein Verständnis zeigt auch Ortschaftsrat Harry Braunagel (FWG). Eine Überquerungshilfe sei im Bereich von Bushaltestellen immer sinnvoll. „Wenn man sich anschaut, wie die älteren Mitbürger die viel befahrener Badener Straße überqueren, stellt man recht schnell fest, dass die Einrichtung von Überquerungshilfen der richtige Weg wäre, und dies wäre auch im Interesse unserer Schüler“. Man sollte daher Finanzmittel zur Verfügung stellen.

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