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Videokonferenz mit Regisseur

Der „Merkur Film Center“ in Gaggenau-Ottenau sucht alternative Wege aus der Krise

Die Kinos leiden unter der Corona-Krise. Schon zum vierten mal wurde der neue James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ verschoben, der im Oktober für volle Lichtspielhäuser hätte sorgen sollen – soweit dies unter den geltenden Sitzplatzbeschränkungen möglich ist.

Merkur-Film-Center Ottenau: Die interaktive Expertenrunde moderiert von Sophie Schwer vom Bruno Manser Fonds, besteht aus dem Regisseur und Drehbuchautor des Films Niklaus Hilber, dem Autor und Weggefährten Mansers, Dr. Claude Martin, sowie Stefanie Hess vom Rettet den Regenwald e.V. Foto: Susanne Dürr

Das familiengeführte „Merkur Film Center“ in Gaggenau-Ottenau sucht alternative Wege aus der Krise. Für den bundesweiten Spielfilmstart „Die Stimme des Regenwaldes – Die wahre Geschichte von Bruno Manser“, kündigten die Geschwister Ines und Jens Merkel eine Premiere in ihrem Kino an.

Filmdiskussion per Video-Konferenz

Per Video-Konferenz konnten die Zuschauer an der anschließenden Filmdiskussion um den Schweizer Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten Bruno Manser teilnehmen, der sich von 1990 bis 2000 mit spektakulären Aktionen für das Volk der Penan im malayischen Regenwald einsetzte, mit dem er sechs Jahre im Dschungel von Borneo zusammenlebte.

Gespannt blickt Ines Merkel in ihr Handy. Gerade sind 32 Kinos aus ganz Deutschland von Berlin über Aachen oder Kempten zugeschaltet, die zeitgleich die Diskussion aus dem Internet, die auf die Kinoleinwand übertragen wird, mitverfolgen.

Die interaktive Expertenrunde moderiert von Sophie Schwer vom Bruno Manser Fonds, besteht aus dem Regisseur und Drehbuchautor des Films Niklaus Hilber, dem Autor und Weggefährten Mansers, Claude Martin, sowie Stefanie Hess vom Verein Rettet den Regenwald.

Einblicke in das Schicksal des verschollenen Umweltschützers

Wie die weitere Abholzung der Lunge der Welt verhindert werden kann, ob der Spielfilm dem Charakter Bruno Mansers gerecht wird oder von welchen Ausnahmesituationen der Dreh im benachbarten Indonesien mit dem nomadischen Stamm der Penan begleitet war, wurden im Gespräch behandelt. Die Diskussion lieferte tiefe Einblicke in das Schicksal des im Regenwald für immer verschollenen und 2005 für tot erklärten Umweltschützers, der sich gegen die Waldzerstörung und für den Lebensraum des indigenen Volks einsetzte.

Die technische Übertragung in den Kinosaal funktionierte reibungslos. Zufrieden zeigte sich Ines Merkel über das neue Format in Corona-Zeiten. Und eigentlich wäre die Veranstaltung auch komplett ausgebucht gewesen, doch die Abstandsregeln geben vor, dass immer eine Reihe im Kinosaal leer bleiben muss: „In die zweite Reihe will halt keiner sitzen“, räumt Merkel ein.

Auf der Suche nach alternativen Lösungen in schweren Zeiten möchten die Geschwister ihre Kinoräume auch für andere Veranstaltungen anbieten. „Wir haben eine große Kinoleinwand, technische Übertragungsmöglichkeiten, genügend Platz und eine ausreichende Belüftung, die auch für Schulvorstellungen, Vorträge, Firmenmeetings oder Festlichkeiten genutzt werden könnten“, so Ines Merkel im Gespräch.

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