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Industriepionier Theodor Bergmann

Traktor aus Gaggenau ziert jetzt eine Briefmarke

Das Werk des Gaggenauer Industriepionier Theodor Bergmann wird ab Donnerstag auf einer Briefmarke der Deutschen Post verewigt.

Briefmarkensammler und Münzkundler: Kurt Speck zeigt die Postfrisch-Ausgabe mit dem Bergmann-Trecker. Foto: Rudolf Schmeiser

Gaggenau ist bundesweit als Benz-Stadt bekannt. Aber es gab noch andere Industriepioniere, die in Gaggenau wirkten: Einer davon war Theodor Bergmann, der vor 90 Jahren, am 23. März 1931, in Gaggenau verstarb.

Ab Donnerstag wird das Wirken Bergmanns auf einer Briefmarke bundesweit gewürdigt: Die Zuschlagsmarke 95 plus 45 Cent „Für die Jugend – Historische Nutzfahrzeuge“ zeigt einen Bergmann-Traktor aus dem Jahr 1906.

Geboren wurde Theodor Bergmann am 21. Mai 1850 in Sailauf im Spessart. Bergmann war Inhaber einer Herdfabrik in Konstanz, als ihn der Unternehmer Michael Flürscheim 1879 zu seiner Firma Eisenwerke Gaggenau holte. 1884 wurde Bergmann Miteigentümer.

Eisenwerken Gaggenau produzierten auch Fahrräder, Verkaufsautomaten und Autos

Neben Haushaltswaren und Herden wurden dort auch Verkaufsautomaten und Badenia-Fahrräder produziert. Ab 1895 kamen auch Automobile hinzu, so wurden 350 Stück des legendären Orient-Express, von dem Ingenieur Joseph Vollmer entwickelt, hier hergestellt.

In Gaggenau lebt auch Kurt Speck, Mitglied der Briefmarken- und Münzensammler Hardt (Bietigheim). Speck war erstaunt, als er auf der Titelseite der letzten „Postfrisch“-Ausgabe, das Philatelie-Magazin der Deutschen Post, den Bergmann-Traktor sah: „Das gibt es nicht alle Tage, dass Gaggenau auf einer Briefmarke erscheint“, meint Speck, der sich aber eher zu den Numismatikern, also den Münzkundlern, zählt.

Bergmann-Mausoleum auf dem Waldfriedhof in Gaggenau Foto: Rudolf Schmeiser

In der Mitteilung der Deutschen Post heißt es.: „Der 1906 gebaute Bergmann-Gaggenau ist vermutlich der älteste erhaltene Traktor deutscher Produktion und ein Einzelstück. Dafür spricht, dass in dem Exemplar auch Bauteile anderer Produktionen verwendet wurden. Das Exemplar wurde 1988 in einer Scheune in Bayern entdeckt. Der wassergekühlte Viertaktmotor mit 6.840 Kubikzentimeter Hubraum hatte eine Leistung von 30 PS. Auf den beiden anderen Jugend-Marken sind ein Lanz HP Knicklenker (Baujahr 1923) und ein Porsche Diesel Master (gebaut zwischen 1958 und 1963) abgebildet. Alle drei Traktoren sind heute im Auto & Traktor-Museum in Uhldingen-Mühlhofen am Bodensee zu besichtigen.“

In Gaggenau gibt es auch die Theodor-Bergmann-Straße. Dort wohnt die Anwohnerin Gisela Theunissen. Sie sagt: „Im Unimog-Museum Rotenfels kann man auch Exponate von Theodor Bergmann sehen.“

In der gleichen Straße lebt Edeltraud Holl, frühere Inhaberin der Firma Taxi Holl. Sie kann sich an Begebenheiten im vorigen Jahrhundert erinnern: „Früher musste ich mit dem Taxi nach Ebersteinburg fahren und holte dort die beiden Töchter von Theodor Bergmann ab, sie besuchten nämlich regelmäßig das Grab ihres Vaters, die sogenannte Bergmann-Gruft, auch das „Bergmann-Mausoleum“ genannt auf dem hiesigen Waldfriedhof. Ja und anschließend fuhr ich wieder Richtung Baden-Baden.“

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