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Gaggenau bis Forbach

Die CDU-Hochburgen im Murgtal lassen bei der Bundestagswahl deutlich Federn

Die CDU-Hochburgen im Murgtal haben bei den Zweitstimmen ihren Nimbus eingebüßt. Die SPD hat in allen fünf Gemeinden stark aufgeholt, in Gaggenau hat sie die CDU sogar überholt. In Weisenbach und Loffenau trennen die Parteien nur noch wenige Stimmen.

Plaka te haben ausgedient: Wie hier an der B462, Einfahrt Gaggenau-Mitte, haben die Parteien mit Schlagworten und Kandidatenporträts für sich geworben. Foto: Thomas Dorscheid

Im traditionell deutlich von der CDU dominierten Murgtal hat die SPD bei der Bundestagswahl stark aufgeholt. In Gaggenau hat sie sich bei den Zweitstimmen überraschend sogar auf Platz eins hochkatapultiert – dabei holte vor vier Jahren die CDU in der Benz-Stadt noch fast doppelt so viele Stimmen wie die SPD.

In Weisenbach und Loffenau haben die Sozialdemokraten bei den Zweitstimmen nahezu aufgeschlossen: In Weisenbach liegen die Christdemokraten nur noch mit acht Stimmen vorne (420 zu 412), in Loffenau sogar nur noch mit fünf (386 zu 381).

Die AfD hat innerhalb des Murgtals am stärksten im Forbacher Teilort Bermersbach abgeschnitten: Sie kam dort auf 17,2 Prozent. Am höchsten war die Wahlbeteiligung in Weisenbach mit 80,6 Prozent. Ein Blick in die fünf Gemeinden.

Die Ergebnisse der Bundestagswahl in Gaggenau

Politischer Erdrutsch in der Großen Kreisstadt: Bei den Zweitstimmen liegt die SPD (26,5 Prozent) jetzt vor der CDU (25,7), die gegenüber der Wahl vor vier Jahren (37,8) über zwölf Prozentpunkte abgibt. Auch dahinter verschieben sich die Kräfteverhältnisse: Die AfD (jetzt 10,7) rutscht auf Platz fünf ab; auf Platz drei rückt die FDP (13,3) vor, die knapp vor den Grünen liegt (13,2).

Bei den Erststimmen konnte sich Kai Whittaker (30,9) knapp vor Gabriele Katzmarek (26,2) behaupten. In den Gaggenauer Stadtteilen liegt mit Blick auf die Zweitstimmen die CDU nur noch in Sulzbach, Oberweier und Freiolsheim vor der SPD. Die FDP ist in Freiolsheim besonders stark, die Grünen sind es in Oberweier. Die AfD holt in Sulzbach die meisten Stimmen.

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Oberbürgermeister Christof Florus ist mit Blick auf das Bundesergebnis nach eigenen Angaben von einem Kopf-an-Kopf-Rennen von CDU und SPD ausgegangen. Seine erste Reaktion im BNN-Gespräch am Wahlabend: „Die SPD hat schon ein sehr gutes Ergebnis, aber es kann noch Verschiebungen geben.“

Florus, der auf der Seite der Freien Wähler einen Sitz im Kreistag Rastatt hat, geht von „vielen Kombinationsmöglichkeiten“ für die Regierungsbildung in Berlin aus und sagt: „Viele Ampeln sind möglich.“ Er erwartet längere Koalitionsverhandlungen und ein schwieriges Zusammenfinden. Sein Fazit: „Der Wähler möchte den Kompromiss.“

Die Ergebnisse der Bundestagswahl in Gernsbach

Eng geht es bei den Zweitstimmen auch in der alten Amtsstadt Gernsbach zu: Die CDU, die über zehn Prozentpunkte eingebüßt hat (2021: 27,1 Prozent, 2017: 37,7) liegt nur noch knapp vor der SPD (26,6; 2017: 18,8).

Im Wahlbezirk Links der Murg, südlicher Teil, liegen die beiden Parteien bei den Zweitstimmen gleichauf. In den Bezirken Rechts der Murg, Scheuern, Lautenbach, Obertsrot und Hilpertsau haben die Sozialdemokraten die Christdemokraten sogar überholt. In der Stadt, in der der Linke-Direktkandidat Tudor Costin wohnt, halbieren sich die Stimmen für seine Partei von zuletzt 5,6 auf jetzt nur noch 2,8 Prozent.

Die FDP und Grünen verbessern sich leicht, die Grünen bleiben mit 13,7 Prozent die drittstärkste Kraft. Die AfD verliert insgesamt in Gernsbach Stimmen, behauptet soeben noch die Zehn-Prozent-Marke; in einigen Stadtteilen kann sie aber gegenüber der Wahl vor vier Jahren deutlich zulegen: Das gilt für Obertsrot (17,8; 2017: 12,3) und Hilpertsau (16,7; 2017: 9,9).

Im Wahlbezirk Rechts der Murg bleibt die AfD wie vor vier Jahren vergleichsweise stark. Die Wahlbeteiligung in Gernsbach liegt mit 76,8 Prozent etwas höher als vor vier Jahren.

Die Ergebnisse der Bundestagswahl in Weisenbach

Während bei den Erststimmen Kai Whittaker (CDU) mit 37,2 Prozent die SPD-Kandidatin Gabriele Katzmarek (25,9) noch auf Distanz halten kann, ist es bei den Zweitstimmen nahezu ausgeglichen: Die CDU bleibt mit 29 Prozent gerade noch stärkste Partei, die SPD kommt jetzt auf 28,5 Prozent.

Die Grünen können sich gegenüber der Wahl vor vier Jahren deutlich verbessern (von 9,5 auf 12 Prozent), die FDP klettert von 8,1 auf 12,4. Die AfD rutscht von 9,4 auf 7,6 Prozent ab.

Für Bürgermeister Daniel Retsch aus Weisenbach, Mitglied der CDU, ist das Ergebnis der Bundestagswahl auf Bundesebene keine große Überraschung. Für ihn stellt sich jetzt die Frage: „Wie verhalten sich Grüne und FDP? Eine große Koalition will keiner mehr.“ Für die CDU, meint Retsch, wäre es gar nicht mal schlecht, sich in der Opposition neu zu finden.

Die Ergebnisse der Bundestagswahl in Loffenau

Bei den Erststimmen verbuchte Kai Whittaker 2017 noch stolze 45,1 Prozent, jetzt sind es nur noch 31,9. Nurmehr fünf Stimmen trennen bei den Zweitstimmen CDU (386 Stimmen gleich 25,9 Prozent) und SPD (381 Stimmen; 25,6 Prozent).

Die AfD fällt in Loffenau unter die Zehn-Prozent-Marke (9,7 zu 11,8 vor vier Jahren). Die FDP ist mit 14,5 Prozent stärker als die Grünen mit 11,8 und damit drittstärkste Kraft in der Gemeinde.

Bürgermeister Markus Burger – er gehört keiner Partei an und sitzt für die Freien Wähler im Kreistag – sieht auf Bundesebene „eine spannende Zeit für Sondierungsgespräche, die FDP könnte das Zünglein an der Waage werden“. Auch eine Jamaika-Koalition sei möglich, so Burger.

Die Ergebnisse der Bundestagswahl in Forbach

Bei den Zweitstimmen büßt die CDU über neun Prozentpunkte ein (von 41,9 auf jetzt 32,8 Prozent), die SPD klettert auf jetzt 28,3. Die Grünen (11,3) lösen die AfD (8,7) als drittstärkste Kraft ab; die AfD rutscht jetzt auch noch hinter die FDP (9,4). Zweistellig bleibt die AfD nur noch in Bermersbach (17,2), im Kernort (11,8) und bei der Briefwahl (11,2 Prozent).

Im Ortsteil Gausbach hat die SPD bei den Zweitstimmen die CDU als stärkste Kraft abgelöst. Ebenso in Hundsbach, wo sich die CDU mehr als halbiert hat: von zuletzt 45,6 Prozent auf jetzt nur noch 22,3. In Hundsbach hat die FDP ihr bestes Ergebnis.

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