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Gemeinderat beschließt Verleihung

Einsatz für Umwelt und Integration: Zwei Gaggenauer erhalten den Bürgerpreis

Zwei Gaggenauer erhalten für ihr jahrzehntelanges Engagement in der Stadt den Bürgerpreis. Die Feuerwehr hat einen neuen stellvertretenden Kommandanten. Und: Die Bürger-App kommt gut an. Das Wichtigste aus dem Gemeinderat.

Die Stadt Gaggenau informiert ihre Einwohner über eine Bürger-App. Zwei Jahre nach ihrer Einführung nutzen sie mittlerweile rund 3.000 Menschen. Foto: Achim Keiper

Slobodan Mandic und Rudolf Krumrey erhalten den Bürgerpreis der Stadt Gaggenau. Nach dem Beschluss des Gemeinderats am Montag soll die Verleihung in einem festlichen Rahmen stattfinden. Der ursprüngliche dafür angedachte Neujahrsempfang entfällt wegen der Corona-Pandemie. Mandic und Krumrey haben sich über mehrere Jahrzehnte für das Allgemeinwohl eingesetzt.

Mandic kam 1969 als Gastarbeiter nach Gaggenau. Der gebürtige Montenegriner habe sich „bei der Integration ausländischer Mitbürger große Verdienste“ erworben, teilt die Stadt mit. Mandic, der für die BNN als freier Fotograf arbeitet, ist zudem zweiter stellvertretender Vorsitzender des Gaggenauer Seniorenrats und organisiert das „Internetcafé 60 plus“.

Mandic und Krumrey erhalten Bürgerpreis

2016 erhielt „Slobo“, wie ihn seine Freunde nennen, den Deutschen Bürgerpreis. Auch als Betriebsrat im Benz-Werk, Vorsitzender im Ausländerausschuss der IG Metall Gaggenau und als Schwerbehinderten-Vertreter hatte sich Mandic für seine Mitmenschen eingesetzt.

Lebensaufgabe Integration: Slobodan Mandic hat sich in Gaggenau große Verdienste erworben. Foto: Natascha Mandic

Rudolf Krumrey gehörte von 1995 bis 2009 für die Grünen dem Gaggenauer Gemeinderat an. Er engagierte sich in mehreren Ausschüssen, der Projektgruppe Stadtkernsanierung und saß während zweier Wahlperioden im Rastatter Kreistag.

Rudolf Krumrey ist das grüne Gewissen der Stadt Gaggenau.
Nominierungsbegründung der Stadt Gaggenau

„Herr Krumrey hat sich mit großen Engagement für die Belange dieser Stadt eingesetzt“, betont die Stadtverwaltung in ihrer Begründung zur Bürgerpreis-Nominierung. Für Krumrey sei der Umweltschutz eine Lebensaufgabe. Er sei das „grüne Gewissen der Stadt Gaggenau.“

In diesem Bereich habe er „im Murgtal und in Gaggenau eine avantgardistische Rolle eingenommen.“ Und das zu einer Zeit, in der er „nicht nur oft belächelt, sondern zum Teil auch heftig angefeindet wurde.“

Krumrey gehörte den Vorständen des regionalen BUND und des Schwarzwaldvereins Gaggenau an. Außerdem engagierte er sich für den Aufbau von Bündnis 90/Die Grünen in Gaggenau.

Ein Herz für die Umwelt: Rudolf Krumrey erhält den Bürgerpreis der Stadt Gaggenau. Foto: Slobodan Mandic

Ein weiteres Thema im Gemeinderat war die vor zwei Jahren eingeführte Bürger-App der Stadt. Wie Pressesprecherin Judith Feuerer dem Gremium mitteilte, werde die App mittlerweile von rund 3.000 Menschen genutzt.

Man wolle das Angebot kontinuierlich weiterentwickeln. Zuletzt wurde eine Umfragefunktion integriert. Durch die sozialen Medien entstehe eine „Informationsflut, die viele Menschen nicht mehr filtern können.“ Daher sei es wichtig, dass die Bürger auf seriöse Medien vertrauen könnten.

Bürger-App kommt gut an

Die Bürger-App bietet verschiedene Funktionen, unter anderem einen Schadensmelder, eine Plattform für Anregungen von Jugendlichen und einen digitalen Veranstaltungskalender. Außerdem können sich Eltern mit einem passwortgeschützten Zugang über Termine und Aktivitäten in den Kindergärten informieren.

Künftig sollen Stellenangebote, eine interaktive Karte für den Willi-Echle-Rundweg und Chatbots, die automatisiert Bürgerfragen beantworten, das Angebot ergänzen.

Darüber hinaus beschloss der Gemeinderat eine Verlängerung der Veränderungssperre für den Bebauungsplan „Zwischen Hilda- und Luisenstraße, südlich der Leopoldstraße“. In dem Quartier ist nach Auskunft der Stadt ein „starker Entwicklungswille festzustellen.“ Es sei allerdings wichtig, dass sich die Nachverdichtung in das Bebauungsbild der Umgebung einfüge.

Die Vorgaben orientieren sich am städtebaulichen Konzept für den Bereich des „Carrés“ zwischen Hildastraße, Luisenstraße, Leopoldstraße und Friedrich-Ebert-Straße. Dort ist ein urban durchmischtes Gebiet mit Wohnnutzung, Lebensmittelmarkt und „nicht wesentlich störendem Gewerbe“ vorgesehen. Geplant sind außerdem eine grundstücksübergreifende, private Grünfläche und ein Verzicht auf oberirdische Stellplätze.

Schließlich stimmte das Gremium der Wahl von Oberbrandmeister Andreas Schorpp zum stellvertretenden Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr zu. Schorpp war bei der Hauptversammlung der Floriansjünger am 17. Oktober mit großer Mehrheit gewählt worden.

Der bisherige Stellvertreter, Hauptbrandmeister Wolfgang Becker, hatte aus Altersgründen für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung gestanden.

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