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Bekannte Anbieter fallen weg

Ferienjobs sind in Gaggenau dünner gesät als üblich

Wer einen Ferienjob sucht, hat es diesen Sommer schwerer als üblich. Stellen, auf die Schüler und Studenten sonst zählen können, fallen weg. Allein das Benz-Werk in Gaggenau reißt ein großes Loch ins Angebot. Normalerweise bietet die Daimler AG in den Sommermonaten hunderte Plätze an.

Im Einzelhandel gibt es auch im Corona-Jahr Ferienjobs. Bekannte Anlaufstellen wie das Benz-Werk in Gaggenau oder die Stadtverwaltung bieten hingegen wenige oder gar keine Plätze an. Foto: picture alliance/Boris Roessler/dpa

Der Sommer ist die klassische Zeit für Schüler und Studenten, um sich etwas dazuzuverdienen. Doch in diesem Jahr müssen sie sich gründlich umschauen, wer überhaupt Ferienjobs anbietet. Viele Stellen fallen aufgrund der Corona-Pandemie und ihrer Folgen weg.

Allein das Benz-Werk in Gaggenau reißt ein großes Loch ins Angebot. Normalerweise bietet die Daimler AG dort in der Zeit von Ostern und Herbst hunderte Plätze an. 2018 hatte sie sogar stolze 1.200 Ferienjobber im Werk beschäftigt. Damals verzeichnete sie jedoch eine anhaltend hohe Nachfrage nach ihren Produkten. Im Jahr 2020, das vom Sparkurs des Konzerns, der Corona-Pandemie und Kurzarbeit geprägt ist, sieht die Lage ganz anders aus.

Wir werden in Summe weniger Ferienbeschäftigte im Einsatz haben als in den vergangenen Jahren.
Arnd Minne, Daimler Truck AG

„Wir planen, im Sommer im Mercedes-Benz Werk Gaggenau bedarfsorientiert in sehr geringem Umfang Ferienbeschäftigte einzusetzen”, sagt Arnd Minne, Pressesprecher der Daimler Truck AG. Nähere Angaben zur Anzahl macht er nicht. Die Stellen seien aber bereits vergeben und überwiegend in der Produktion angesiedelt. „Grundsätzlich werden wir in Summe weniger Ferienbeschäftigte im Einsatz haben als in den vergangenen Jahren”, teilt er mit. Die Situation variiere je nach Standort.

Gar keine Plätze gibt es in den Murgtal-Werkstätten der Lebenshilfe Rastatt/Murgtal. „Aufgrund der Corona-Krise und den damit verbundenen Umsatzeinbußen werden wir dieses Jahr leider keine Ferienjobs anbieten können”, sagt Christiane Vugrin. Üblich waren in den vergangenen Jahren 20 bis 30 Plätze.

Die Stadt Gaggenau und die Stadt Gernsbach bieten ebenfalls keine Stellen an. Die Gaggenauer Stadtsprecherin Judith Feuerer begründet die Entscheidung mit dem Infektionsschutz. „In normalen Jahren bieten wir regelmäßig Ferienjobs in der Stadtgärtnerei und in der Schulkinderbetreuung an”, sagt sie. Im vergangenen Jahr gab es ausnahmsweise auch Stellen in der Stadtreinigung.

Die Anzahl schwanke von Jahr zu Jahr, je nach Bedarf. „Letztes Jahr hatten wir zum Beispiel nur drei bei den Technischen Betrieben und neun in der Betreuung. Im Jahr 2018 hingegen waren es in der Betreuung sogar 33.”

Ferienjobs gibt es beispielsweise im Einzelhandel und bei der Post

Im Einzelhandel bietet sich ein gemischtes Bild. Die Rewe-Group biete in Gaggenau und Gernsbach aktuell keine Ferienjobs an, teilt die Pressestelle mit. Für die Lidl-Filialen beider Städte sind hingegen noch Schülerjobs ausgeschrieben. Bewerbungen können online eingereicht werden. Auch der Baumarkt in Bad Rotenfels beschäftigt in diesem Jahr Ferienjobber und Aushilfen.

Die Deutsche Post DHL Group setzt ebenfalls auf Helfer: „Aktuell arbeiten in Gaggenau, Rastatt, Gernsbach und Forbach rund ein Dutzend Ferienarbeiter”, teilt Gerold Beck von der Pressestelle Süd mit. Einzelne Plätze als Brief- und Paketzusteller sind noch frei. Allerdings mache es wegen umfangreicher Einarbeitung Sinn, länger als nur sechs bis acht Wochen als Zusteller zu arbeiten.

Insgesamt gibt es bei der Post im Murgtal etwas weniger Sommerstellen als in den vorangegangenen Jahren. „Grund dafür ist der enorme Anstieg bei den Paketsendungen zu Beginn der Corona-Krise. Unter anderem deswegen haben wir bereits im März und April zusätzliche Kräfte eingestellt”, erklärt Beck.

Trotzdem bleiben Ferienhelfer wichtig: „Sie sorgen dafür, dass viele Post- und DHL-Mitarbeiter mit schulpflichtigen Kindern während der Schulferien Urlaub machen können. Zudem helfen sie mit, die derzeit hohen Paketmengen schnell und sicher zu bewältigen”, sagt Beck.

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