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Bürgermeisterwahl in Forbach

Vier Visionen für Forbach: Spannende Kandidatenvorstellung am Mittwochabend

Zwei Stunden mit vielen Plänen für Forbach hat die Kandidatenvorstellung der Bewerber um das Bürgermeisteramt in der Murgtalgemeinde geboten. Von den eigentlich fünf Kandidaten präsentierten sich allerdings nur vier.

Personen vor einer Bühne
Neuer Rathaus-Chef gesucht: Am 13. März wird in Forbach gewählt. Am Mittwochabend (23. Februar 2022) haben sich die Kandidaten vorgestellt. Foto: Swantje Huse

Sichtlich zufrieden beschließt Katrin Buhrke (parteilos) den Abend – eine der mutmaßlich letzten Bewährungsproben im Amt hat die Noch-Rathaus-Chefin gemeinsam mit ihrem Team souverän bewältigt: Nach zwei Stunden endet die Kandidatenvorstellung für die anstehende Bürgermeisterwahl ohne Zwischenfälle. „Neuland Livestream“, so Buhrke, ist geglückt. „Der Abend ist wunderbar verlaufen und auch reibungslos.“

Und nicht nur das: Die knapp 90 Besucher in der Murghalle und die in der Spitze bis zu 700 Zuschauer am Computer haben einen Vorstellungsabend verfolgen können, der auch die ein oder andere Überraschung bereithielt.

So weigerte sich Kandidat Jürgen Erhard, der als erster seine Bewerbung bekannt gegeben hatte und sich deshalb auch als erster hätte vorstellen dürfen, die Halle mit Maske zu betreten – woraufhin die Rathausspitze wiederum von ihrem Hausrecht Gebrauch machte und Erhard nicht in die Halle ließ. Das Angebot des Kandidaten, der für die Partei „Die Basis“ antritt, vor der Halle für Fragen zur Verfügung zu stehen, schlugen die Anwesenden jedoch aus: Alle blieben auf ihren Stühlen sitzen.

Mathias Fey bleibt bei Nachfragen eher vage

Trägt das Herz auf der Zunge: Mathias Fey möchte auf die Bedürfnisse der Forbacher Bürger eingehen.
Trägt das Herz auf der Zunge: Mathias Fey möchte auf die Bedürfnisse der Forbacher Bürger eingehen. Foto: Nora Strupp

Die Vorstellungsrunde eröffnete daraufhin der parteilose Mathias Fey, der als einziger der vier Bewerber seine Redezeit von 15 Minuten nicht voll ausnutzte. In seiner eher schlagwortartigen Rede, der phasenweise Nervosität anzumerken war, entwarf er Szenarien von Forbach als modernes Urlaubsziel mit Ärztezentrum und Popup-Stores.

Auf die Nachfragen aus dem Plenum, mit welchen konkreten Konzepten er den Tourismus ankurbeln, Wolfsheck weiterentwickeln oder eine Neuansiedlung einer Apotheke erreichen wolle, blieb er jedoch eher vage.

Robert Stiebler plädiert für weniger Grundsteuer und mehr Einwohner

Robert Stiebler
Bewirbt sich in Forbach: Robert Stiebler Foto: Nikola Stiebler

Überraschend wenigen Fragen musste sich auch Robert Stiebler stellen. Der unabhängige Kandidat aus Herrenwies hatte zuvor in einem entspannten und überzeugenden Rundumschlag seine Ideen für Forbach skizziert und dabei aus seiner Verbundenheit zur Gemeinde („Ich habe gewählt, mein Zuhause ist hier.“) keinen Hehl gemacht.

Teils visionär (Ausbildungscampus für das Handwerk), dabei die „prekäre, aber nicht aussichtslose“ Lage des Haushalts nicht aus den Augen verlierend, skizzierte er das Bild einer lebendigen, von Feiern getragenen Gemeinde, die weniger Grundsteuer, dafür aber mehr Einwohner braucht.

Kilian Krumm präsentiert breit gefächertes Programm

Kilian Krumm, Bürgermeisterkandidat (SPD, Grüne, FW) für Forbach 2022
Will das Image polieren: Kilian Krumm möchte Forbach als Bürgermeister voranbringen – und setzt dabei auf breiten Konsens in der Gesellschaft. Foto: Reinhold Bauer

Deutlich forscher und gleichermaßen mit Plänen ausgerüstet präsentierte sich der gemeinsame Kandidat von SPD, Grünen und FWG, Kilian Krumm, der sein breit gefächertes Programm rund um den zentralen Baustein des Gemeindeentwicklungsplan am Ende fast schon im Schweinsgalopp in die Viertelstunde Redezeit pressen musste.

Auf die Frage, welche beruflichen Qualifikationen er denn für das Amt mitbrächte, verwies der Baden-Badener auf seine lange Karriere als Gewerkschaftssekretär und sein aktuelles Studium in Wirtschaftsrecht.

Mathias Reidel gibt sich als Macher

Motivator und Streitschlichter: Mathias Reidels Ziel ist es, in der Differenz einen Konsens zu finden.
Motivator und Streitschlichter: Mathias Reidels Ziel ist es, in der Differenz einen Konsens zu finden. Foto: Nora Strupp

Auf eine Kultur des Wohlwollens und Mittragens, ohne die Streitkultur auszusparen, hob der von der CDU unterstützte Bewerber Mathias Reidel in seiner Rede ab und beschrieb sich als „Macher mit To-do-Mentalität“.

Für seine Vision von einem neuen Hotel an der Schwarzenbachtalsperre gegenüber dem alten erntete er zwar Lacher, ließ sich davon aber nicht aus dem Konzept bringen. Am Ende schlug das Applausometer für Stiebler, Krumm und Reidel ähnlich stark aus.

Der Mitschnitt der Kandidatenvorstellung wird spätestens am Freitag, 25. Februar, auf der Gemeindehomepage hochgeladen und steht dort bis zur Wahl am 13. März oder dem zweiten Wahlgang am 3. April zur Verfügung.

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