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Ursprünglicher Termin war 2017

Eröffnung des Nationalpark-Hauses in Herrenwies verzögert sich weiter

Der Umbau des Alten Rossstalls in Herrenwies zum Nationalpark-Haus verzögert sich erneut. Die Eröffnung war ursprünglich 2017 geplant. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Auch die Höhe der Baukosten ist unklar. Die Ausgaben für das Besucherzentrum am Ruhestein haben sich seit 2014 auf 50 Millionen Euro verdoppelt.

Der Alte Rossstall in Forbach-Herrenwies soll zum Nationalpark-Haus umgebaut werden. Die Arbeiten verzögern sich seit Jahren. Foto: Reinhold Bauer

Die Eröffnung des Nationalpark-Hauses im Alten Rossstall in Herrenwies verschiebt sich weiter. Sie war ursprünglich bereits 2017 geplant. Die Arbeiten an dem Gebäude, das eine Ausstellung zu Mensch, Wald und Wildnis beherbergen soll, haben bislang noch nicht begonnen. Zu den Ausgaben macht das Land keine Angaben. Die Baukosten für das Besucherzentrum am Ruhestein waren seit 2014 von 25 auf 50 Millionen Euro explodiert.

Wann das Nationalpark-Haus nun tatsächlich eröffnet wird, ist weiter unklar. „Wir können noch nicht sagen, wann die Bauarbeiten beginnen“, teilt Manuel Liehr, stellvertretender Leiter von Vermögen und Bau, auf BNN-Anfrage mit. Der Landesbetrieb ist Bauherr in Herrenwies und am Ruhestein.

Eröffnung verzögert sich seit Jahren

Die Arbeiten am großen Besucherzentrum im Südteil des Nationalparks sind laut Liehr ursächlich für die Verzögerungen in Herrenwies. „Die Baumaßnahmen am Ruhestein sind auf der Zielgeraden“, erklärt er. „Dafür ist ein Kraftakt aller am Bau beteiligten Personen nötig.“ Das bindet Ressourcen, die im Norden fehlen.

Ursprünglich hätte das Nationalpark-Haus im Alten Rossstall bereits 2017, dann 2018 eröffnet werden sollen. Zuletzt war von einem Baubeginn im Frühjahr 2020 und einer Eröffnung im Sommer 2021 die Rede. Nach Auskunft der Nationalpark-Verwaltung sind diese Termine ebenfalls nicht zu halten.

Der Alte Rossstall in Forbach-Herrenwies soll zum Nationalpark-Haus umgebaut werden. Die Arbeiten verzögern sich seit Jahren. Foto: Reinhold Bauer

Auch hinsichtlich der Kosten macht der Landesbetrieb Vermögen und Bau keine Angaben. Im Oktober 2019 hatte das baden-württembergische Finanzministerium noch mitgeteilt, dass der Umbau des Alten Rossstalls rund zwei Millionen Euro kosten soll. Allerdings haben sich die Ausgaben für das Besucherzentrum am Ruhestein gegenüber der Planung von 2014 mittlerweile verdoppelt.

Als einen Grund dafür hatte das Ministerium gestiegene Baupreise angegeben – eine Entwicklung, die auch die Arbeiten in Herrenwies betreffen dürfte. Die Kosten-Explosion am Ruhestein hatte dem Besucherzentrum einen Eintrag im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler beschert. Darin werden Projekte aufgeführt, bei deren Realisierung nach Ansicht der Verfasser Steuermittel verschwendet werden.

Ausstellung über Mensch, Wald und Wildnis

Die geplante Ausstellung im Nationalpark-Haus Herrenwies wird die Wildnis und ihre kulturhistorischen Verknüpfungen im Nordschwarzwald behandeln. Die Exponate sollen eine Brücke schlagen von der ursprünglichen Natur über die menschliche Nutzung bis hin zur nun wieder entstehenden Wildnis des Nationalparks.

Wie sind Menschen in der Region mit den Lebensbedingungen zurechtgekommen, die sie vorgefunden haben? Wie wirken sich menschliche Tätigkeiten auf den Wald, die Ökosysteme und die Biodiversität aus? Und: Wie haben sich die Vorstellungen der Menschen von Wald und Wildnis verändert?

Die von Friedo Meger (Kunstraum Gesellschaft für Kommunikationsdesign) gestaltete Ausstellung soll diese Fragen beantworten – und die Besucher für die Wildnis begeistern.

Nach Angaben von Elke Osterloh, Leiterin des Infozentrums Ruhestein, stammen die Informationen aus Recherchen von Familienforschern, Archivmaterial und Berichten von Waldarbeitern. Neben Interviews mit Zeitzeugen wird es auch Erzählungen zum Tourismus im Wandel der Zeit, zum Klima – etwa Orkan „Lothar“ – und zur Waldbewirtschaftung geben.

Mehr Veranstaltungen in Herrenwies denkbar

Damit Besucher Ereignisse nacherleben können, werden sie in fiktiven, aber geschichtlich belegbaren Filmszenen gezeigt. Auch echte historische Filme, wie zum Skisport um 1920, sollen Teil der Ausstellung sein. Für Kinder sind Stationen zum interaktiven Lernen geplant.

Bislang liegt der Schwerpunkt der Nationalpark-Veranstaltungen auf dem Bereich rund um den Ruhestein und die B500. Im Forbacher Teil werden deutlich weniger Führungen angeboten. Nach Einschätzung der stellvertretenden Park-Sprecherin Franziska Schick könnte sich dies mit der Eröffnung des Nationalpark-Hauses in Herrenwies ändern.

„Wir gehen davon aus, dass es ein attraktiver Anziehungspunkt für Besucher werden und steigendes Interesse an einem Besuch des Nordteils des Nationalparks Schwarzwald wecken wird“, sagt Schick.

Darauf wolle man entsprechend reagieren und „gegebenenfalls weitere Führungen und Veranstaltungen mit Ausgangspunkt Nationalpark-Haus Herrenwies ins Programm nehmen.“

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