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Zu großer Andrang

Gemeinde Forbach sperrt die Gausbacher Kletterfelsen

Kletterer, dicht gedrängt am Felsen: Weil die Abstandsregeln nicht eingehalten wurden, hat die Gemeinde Forbach das beliebte Ausflugsziel nun gesperrt.

Ausgebremst: Kletterfreunde dürfen die Routen an der Gausbacher Felsenstraße derzeit nur von unten anschauen. Foto: Reinhold Bauer

Die Karlsruher Familie, Alex, Maren und Helen K., stand etwas ratlos vor der Kletterwand der Gausbacher Felsenstrasse. Eigentlich wollten sie an diesem herrlichen Herbsttag die Sieben plus-Route „Himmel, Arsch und Zwirn“ begehen. Wenig später peilten Robin E. und seine Freundin Maya die Lage entlang des Klettergartens. Sie hatten sich heute die Sechs Plus Route „Das kalte Herz“ vorgenommen.

Doch auch das Paar war von der rot-weißen Absperrung und Beschilderung am Eingang zu den Kletterfelsen überrascht. Ihnen allen stand die Enttäuschung in den Gesichtern geschrieben und sie hatten von der Sperrung des Klettergartens erst hier vor Ort erfahren.

Keine ihrer Handy Apps hatte ihnen verraten, dass die Gausbacher Straßenfelsen bis Ende November für den Kletterbetrieb gesperrt sind. Grund für das aktuelle Kletterverbot ist die überaus starke Frequentierung der Routen in den Gausbacher Straßenfelsen während den ersten Novembertagen, teilt das Ordnungsamt der Gemeinde Forbach mit.

Dieser Andrang und die Unvernunft einiger Unbelehrbarer führte dazu, dass die Corona bedingten Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen nicht eingehalten wurden. „Die Zustände waren einfach indiskutabel, deshalb sah die Verwaltung sich gezwungen, den Kletterbetrieb zu untersagen. Um weiteren Vorfällen vorzubeugen, wurden die Felsen analog zur Gültigkeit der aktuellen Verschärfungen bis Ende des Monats gesperrt“,sagte Bürgermeisterin Katrin Buhrke.

Kletterer, dicht gedrängt

Auch Bürger, die zu der Zeit hier durchkamen, bestätigten die Ansammlung großer Gruppen Kletterer, die dicht gedrängt und ohne Masken zusammen am und in den Felsen waren. Augenzeugen berichteten auch von Müll, den die Kletterfreunde zurückließen. Letztendlich blieb dem Ordnungsamt keine andere Wahl.

Bürgermeisterin Katrin Buhrke, Bauamtsleiter Oliver Dietrich und Hauptamtsleiterin Margit Karcher waren vor Ort und sondierten die Situation. „Da geltende Regeln außer Acht gelassen wurden haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen“.

Die Straße ist allerdings weiterhin für Fahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger nutzbar, lediglich das Klettern in den Felsen ist verboten, teilt Katrin Buhrke auf Anfrage mit.

Bereits im Frühjahr Verstöße

Bereits im Frühjahr, beim ersten Lockdown, waren die Bereiche zeitweise gesperrt, weil dort fortlaufende Verstöße festgestellt wurden. Mittlerweile berichtet die Bürgermeisterin von groben Sachbeschädigungen an der Absperrung. Dabei wurden die Sockelbeine der Absperrschilder sowie die Warnlampen in Richtung der Bahngleise geworfen. Auch wenn der Gleiskörper nicht beschädigt wurde, kommen solche Verstöße zur Anzeige.

Die beiden am Anfang erwähnten Klettergruppen zogen enttäuscht und unverrichteter Dinge wieder ab. Sie zeigten sich einsichtig und hatten Verständnis für die Maßnahmen des Ordnungsamtes. „Wir können diese Maßnahmen nachvollziehen, denn auch wir achten auf Abstand und wollen uns nicht gefährden“. Indirekt beschuldigten sie die Handlungsweise einiger unvernünftiger Kletterfreunde, die zu dieser Situation erst geführt hatte.

Per App suchten sie nun nach naheliegenden Ausweichklettermöglichkeiten, möglichst in der freien Natur. Und davon gibt es ja einige in der Gegend.

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