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Kritische Stimmen über steigende Zahl von Badegästen an der Murg in Forbach

Abkühlung in der Murg ist bei den derzeitigen Temperaturen beliebt. Das führt im Landschaftsschutzgebiet aber auch zu Problemen: Die Gemeinde Forbach ahndet Müllablagerungen und Lagerfeuer mit Bußgeldern.

Badespaß an der Murg: Solange sich alle an die bestehenden Vorschriften halten, steht dem erfrischenden Bad in der Murg nichts im Wege. Bild zeigt eine Familie aus Mannheim, die von ihren Gaggenauer Freunden nach Forbach an die Murg eingeladen wurden. Foto: Reinhold Bauer

Von Reinhold Bauer

Baden in den Fluten der Murg, das gab es früher schon. Generationen von Jugendlichen schluckten kräftig Wasser beim Versuch die ersten Schwimmzüge in den tiefen Gumpen um Forbach zu erlernen.

So stark wie derzeit war das Murgufer allerdings noch nie frequentiert. Denn seit der Corona Pandemie pilgern Erholungssüchtige zu hunderten hierher. Im Bereich um Forbach kommt es deshalb vor allem an den Wochenenden immer wieder zu Ordnungswidrigkeiten.

Behörden kontrollieren verstärkt vor Ort

Dabei sind es nicht nur Einheimische, sondern auch Auswärtige die ganz genau wissen wo die besten Badespots sind. Der Gemeindebehörde kann das nicht egal sein und kritische Stimmen der Bürger mehren sich. Freilich: Baden in der Murg ist nach wie vor erlaubt, jedoch Zelten, offenes Feuer und grillen im Landschaftsschutzgebiet kann nicht toleriert werden.

Deshalb sind die Behörden derzeit verstärkt vor Ort anzutreffen. Sie kontrollieren die Gumpen und verhängen bei Regelverstößen Bußgelder bis zu 50 Euro. Auch für Forbachs Bürgermeisterin Katrin Buhrke die oft nach Feierabend und an den Wochenenden hier unterwegs ist, „ist die Sauberhaltung unserer wunderbaren Murglandschaft eine Herzensangelegenheit“.

Im BNN Gespräch wird sie deutlich: „Deswegen sind wir ja nicht erst seit diesem Jahr, sondern schon seit vier, fünf Jahren im Bereich der Murg unterwegs“. Nach ihrer Einschätzung waren die unliebsamen Vorkommnisse zunächst auch zurückgegangen. Doch mit der Corona-Pandemie hat sich in diesem Jahr das Freizeitverhalten sprunghaft verändert.

Eine deutliche Zunahme von verbotenen Feuerstellen und Zeltlagern ist zu beobachten. Oft verrät schon die laute Beschallung, das lodernde Lagerfeuer und Grillgeruch dieses verbotene Tun. Neben unappetitlichen, menschlichen Hinterlassenschaften wird auch jede Menge Müll einfach zurückgelassen.

Dabei hat Katrin Buhrke überhaupt nichts gegen ein erfrischendes Bad in der Murg. „Dazu braucht man nur ein Handtuch, mehr nicht. Laute Musik, Biertische, Sonnenschirme, Grill und kistenweise Alkohol, erinnern oft mehr an Ballermann, als an unser schützenswertes Murgufer“. Bürgermeisterin Buhrke ist es wichtig, die Gäste zu sensibilisieren, sie aufzuklären in welchem empfindsamen Gebiet sie sich befinden.

Im Gespräch mit den BNN verweist die Rathaus-Chefin auf über 35 Hinweis-Aufklärungs- und Verbotsschilder, welche die Gemeinde in den Landschaftsschutzgebieten aufgestellt hat. Unverfroren wird oftmals sogar neben dem Schild gecampt. Die Angesprochenen zeigen meist Verständnis, manchmal auch Scham.

Andere finden es abenteuerlich und naturliebend, im Schein eines funkensprühenden Lagerfeuers unter einem Baum die Nacht zu verbringen. Der hohen Waldbrandgefahr wegen werden die Feuer unverzüglich abgelöscht und die Lager und Zelte müssen ebenfalls sofort abgebaut werden.

Sensible Region, die geschützt werden muss

Zahlreiche Verwarngelder mussten auch im Bereich falsch Parken ausgesprochen werden, denn besonders im Bereich des Murgtalradwegs wurden wichtige Rettungswege einfach zugeparkt.

Katrin Buhrke und die Behörden werben bei den Aufklärungsgesprächen um Verständnis für diese sensible Region, die es zu bewahren gilt. Und sie verweisen dabei auch gerne auf viele andere Freizeitmöglichkeiten in unserer Region.

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