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Mobilfunkempfang im Murgtal

Telekom stopft ein Funkloch in Forbach

Das Mobilfunknetz im Murgtal gleicht einem Flickenteppich. Besonders die Höhenlagen sind in Sachen Empfang ein bekanntes Ödland. Doch punktuell kommen Verbesserungen in Sicht.

Ein Plus für Touristen: Im Forbacher Höhenort Herrenwies will die Telekom ihr Mobilfunk-Netz ausbauen. Bislang gibt es dort keinen flächendeckenden Handyempfang. Nur, wer einen Festnetzanschluss hat, kann telefonieren und im Internet surfen. Foto: Raimund Götz Foto: Raimund Götz

Die Telekom plant in Herrenwies eine Mobilfunk-Anlage. Ein 43 Meter hoher Mast ist im Nordosten der Ortschaft am Waldrand vorgesehen. Er soll mobile Telefonate, Nachrichten- und Datenübertragung ermöglichen.

Endlich, sagt Herbert Brennsteiner: „Wir leben in 2020, mitten in einem der reichsten Länder, und haben hier null Handynetz.“ Er betreibt das Gasthaus Waldesruh in Herrenwies. Gerade für Touristen findet er ein ordentliches Mobilfunknetz wichtig. Der Ort selbst hat nur knapp 60 Bewohner, aber er wird von vielen Ausflüglern und Urlaubern besucht.

Gastwirte bieten zumindest WLAN an

Motorradfahrer, Wanderer und Ski-Langläufer legen bei ihm im Gasthaus einen Stopp ein. Feriengäste übernachten auf dem Campingplatz, in der Jugendherberge, Ferienwohnungen oder Freizeithäusern. „Wenn das alles ausgeschöpft ist, halten sich hier 300 bis 400 Leute auf”, schätzt der Wirt. Wenn das neue Besucherzentrum des Nationalparks Schwarzwald 2021 eröffnet, dürfte es den Andrang noch verstärken.

Wie andere Gastwirte bietet Brennsteiner seinen Kunden zumindest WLAN an. Trotzdem vermissen gerade junge Leute die gewohnte Verbindung zur weiten Welt. Manche Urlauber stellen sich auch die Frage, welche Möglichkeiten sie bei einem Notfall haben. Hilfesuchende haben schon bei Herrenwiesern an die Tür geklopft, um einen Krankenwagen für Verletzte zu rufen.

Nur gut, dass in diesen Fällen das Telefon funktioniert hat – denn das ist in den vergangenen Jahren in der Ortschaft nicht immer der Fall gewesen. Von tagelangen Ausfällen ist in Gesprächen zu hören.

Umso mehr freut sich Brennsteiner für sich und andere Gewerbetreibende über den Breitbandausbau im Ort. Parallel zu Arbeiten an den Stromleitungen werden derzeit Leerrohre verlegt, durch die später Glasfaserleitungen zu den Häusern geführt werden können. So wird der Ort Teil des Backbone-Netzes, das der Landkreis Rastatt in Zusammenarbeit mit Netze BW aufbaut.

Ein Startdatum für den Betrieb gibt es noch nicht

Wann die neue Mobilfunk-Anlage in Betrieb geht, ist noch nicht bekannt. Der Bauantrag für den Mast liegt nach Angaben der Gemeinde Forbach seit Montag vor. Sobald sie die Baugenehmigung erteilt, kann die Bundesnetzagentur die Planung prüfen und eine Standortbescheinigung erteilen.

Der Gemeinderat steht hinter dem Projekt: In einer öffentlichen Sitzung am Dienstag hat er die Verwaltung einstimmig beauftragt, einen Nutzungsvertrag über 15 Jahre abzuschließen. Schon im November hatte er zugestimmt, für die Anlage ein Gemeindegrundstück zur Verfügung zu stellen.

Reichweite soll mindestens einen Kilometer betragen

Neben der Telekom sollen auch andere Netzbetreiber den Mast nutzen können. Grundsätzlich ist der neue Mobilfunk-Standard 5G mit schnellen Übertragungsraten denkbar. Bis er verfügbar ist, peilt die Telekom zunächst LTE (4G) für die Datenübertragung und GSM (2G) für Telefonate an.

Zur Reichweite der Anlage äußerte sich ein Mitarbeiter der Deutschen Telekom, Ingo Reinhardt, in der Sitzung zurückhaltend. Guter Empfang sei im Radius von einem Kilometer bei Sichtverbindung garantiert. „Alles darüber hinaus” werde sich erst verlässlich zeigen, wenn der Standort in Betrieb ist. Denn allerlei Hindernisse können Funkwellen behindern – selbst dicht belaubte Bäume.

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