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Zum ersten Mal

Über Moosteppiche und Felsen: Wie 26 Wanderer den Gausbacher „Wildweg“ bei Forbach bewältigten

Rund 18,5 Kilometer ist der Gausbacher „Wildweg“ bei Forbach lang. Dazu kommen 900 Höhenmeter und eine Kletterpartien – nichts für schwache Nerven. 26 Wanderer haben sich dem Weg gestellt.

Wanderer in Natur
Der Wildweg streift auch bekannte Orte und Wege (hier steht Wanderführer Florian Krämer auf dem Kuckucksfelsen). Foto: Katrin König-Derki

Sportplatz Gausbach, Samstag, 9.15 Uhr. Es ist kalt und neblig, doch Ortsvorsteher Björn Gaiser, der hier auf die 26 Teilnehmer des Wander-Openings für den neuen „Wildweg“ wartet, ist bester Laune. Nicht nur er: auch die gute Stimmung der Wanderer wird sich durch nichts trüben lassen.

Weder steile Wegabschnitte schrecken sie ab (es gilt 900 Höhenmeter zu bewältigen), noch Kletterpartien über instabile Steine oder das „Unterwandern“ umgestürzter Bäume. Letztere sorgen eher für Heiterkeit. „Die habt ihr extra auf den Weg gelegt“, scherzt Gaiser gegenüber Wanderführer Florian Krämer.

Die Tour wird ohnehin permanent kommentiert: „Cool“, heißt es da, „das nennt man über Stock und Stein“ oder auch „hier war ich nun wirklich noch nicht“. Am Ende wird übrigens angeregt, zusätzlich eine kürzere Variante zu erarbeiten.

Gaggenauer Wandergruppe drosselt nach Pause das Tempo

Dass die Gruppe aus passionierten Wanderern besteht, lässt sich schon am Erscheinungsbild ablesen: alle sind für die bevorstehenden rund 18,5 Kilometer mit Outdoor-Kleidung und Rucksäcken gewappnet.

Stark vertreten ist die Generation 60 plus, weshalb das Tempo, das Krämer und sein junges Team vorgeben, nach der ersten Pause ein wenig gedrosselt werden muss. „Einen halben Schritt langsamer, bitte“, sagt ein Mann.

Nun ist ja der Einstieg in den Wildweg so gar nicht wild, sondern zum Aufwärmen geeignet: Etwa die erste halbe Stunde wird um Gausbach gewandert, laut Gaiser ziemlich genau der Gemarkungsgrenze folgend. Die Wege sind breit und meist eben.

Ausgeschilderte Strecken, erklärt er, gebe es längst mehr als genug. Doch: „Als der Ortschaftsrat vor drei Jahren neu gewählt wurde, war eins der Anliegen des Gremiums, das bestehende Wanderkonzept zu verschlanken.“

150 Wildweg-Schilder kennzeichnen Wanderwege

Ratsmitglied Florian Krämer, viel in den Wäldern unterwegs, sei prädestiniert für die Leitung des Projekts gewesen, das sich – von der Idee über die Genehmigung bis zur Umsetzung – auch aufgrund vieler Rücksprachen mit dem Forst über Jahre erstrecke. „Der Wildweg ist nur der Auftakt“, sagt Krämer. „Wir möchten die Gesamtzahl der Wege reduzieren und eine neue Beschilderung erarbeiten.“

Die 150 modernen Wildweg-Hinweise mit dem Gausbacher Wappen wurden Gaiser zufolge aus gespendetem Blech gefertigt. „Gerichtet wurden sie von Daniel Merkel, das Design entwarf die Werbeagentur Finkbeiner.“

Die zunächst geplanten 50 Schilder seien aufgrund der Wegführung, dem Namen entsprechend streckenweise mitten durch die „Wildnis“, bei Weitem nicht ausreichend gewesen.

Ja, der Weg ist spannend, keine Frage. Nach besagtem sanftem Beginn folgt man zumeist schmalen Pfaden. Auch mal über „Teppiche“ aus Moos zu laufen, den derzeit reißenden Bach ganz in der Nähe, oder Felsen hochzukraxeln, das sorgt für Kurzweile.

Truppe schließt den Tag mit einer warmen Mahlzeit ab

Körperliche Fitness ist ein Muss, festes Schuhwerk ebenso (die Zielgruppe ist als „sportlich ambitionierte Wanderer“ definiert). Das Kreuzen bestehender Strecken und Rastplätze bleibt natürlich nicht aus.

Am Eckkopfgrat zum Beispiel geht es entlang, imposante Panoramen inklusive. Ein vom Ortschaftsrat gespendetes Vesper hat die ehemalige TV-Skiabteilung an der Winterhardhütte vorbereitet. Als die Gruppe ins Warme gebeten wird, schüttelt ein Wanderer, erhitzt und noch immer etwas aus der Puste, entschieden den Kopf.

„Wir bleiben lieber hier draußen in der Kälte“, sagt er unter Gelächter. Ganz zum Schluss – gegen 16 Uhr erreichen die Teilnehmer wieder den Ausgangspunkt – werden alle sogar noch mit einer warmen Mahlzeit belohnt, zubereitet vom Fasentverein Gausbach. Wildgulasch. Gaiser: „Wir fanden, das passt.“ Der „Wildnisweg“ wird in Kürze auf der Webseite der Gemeinde Forbach zu finden sein.

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