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Mit 85 Jahren gestorben

Gaggenau trauert um Ehrenbürger und renommierten Architekt Christoph Kohlbecker

Der renommierte Architekt und Gaggenauer Ehrenbürger Christoph Kohlbecker ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Er hat viele bedeutende Projekte realisiert und sich in seiner Heimatstadt stark engagiert.

Er wurde 85 Jahre alt: Der Architekt Christoph Kohlbecker, Ehrenbürger der Stadt Gaggenau, ist am Donnerstag gestorben. Foto: Joachim Kocher

Wegen besonderer Verdienste um Gaggenau war Christoph Kohlbecker im Jahr 2010 zum Ehrenbürger der Stadt ernannt worden. Am Donnerstag vergangener Woche ist der renommierte Architekt, der zuletzt krankheitsbedingt kaum mehr in der Öffentlichkeit auftrat, im Alter von 85 Jahren gestorben.

Ein Bestattungstermin steht laut Standesamt noch nicht fest. 1996 war er vom Land Baden-Württemberg zum Honorarprofessor der Universität Karlsruhe bestellt worden, dort war er viele Jahre Lehrbeauftragter im Bereich Fabrikplanung.

So ein Auftrag begegnet einem im Leben, wenn überhaupt, nur einmal
Christoph Kohlbecker

Christoph Kohlbecker hat mit seinem Büro Kohlbecker Gesamtplan national wie international viele bedeutende Projekte verwirklicht. Zu den herausragenden Vorhaben zählt die Gestaltung des Potsdamer Platzes in der Hauptstadt Berlin im Jahr 1992 nach einem Architekturwettbewerb, in dem sich Kohlbecker zusammen mit Renzo Piano (Paris/Genua) durchgesetzt hatte. „So ein Auftrag begegnet einem im Leben, wenn überhaupt, nur einmal“, würdigte er gegenüber den BNN diesen beruflichen Höhepunkt.

Die Automobilindustrie, und hier vor allem Daimler, gehört zu den Hauptkunden des Büros. Das Kohlbecker-Team hat die Daimler-Werke in Rastatt, Wörth und Bremen geplant und war zudem in anderen deutschen Werken tätig. Auf der nationalen Liste stehen auch Großprojekte bei IBM, den Heidelberger Druckmaschinen oder das Inselhotel in Konstanz.

In seiner Heimatstadt Gaggenau tragen das Sparkassengebäude, das Goethe-Gymnasium oder das Ausbildungszentrum des Mercedes-Benz-Werks sowie das Oskar-Scherrer-Haus die Handschrift des Architekturbüros Kohlbecker.

Christoph Kohlbecker, 1935 in Gaggenau geboren, wuchs in Berlin auf, wo sein Vater Karl Kohlbecker sein Architekturbüro hatte. Im Kriegsjahr 1944 wurde die Familie ins Walsertal und dann nach Allensbach am Bodensee evakuiert. 1946 erfolgte die Rückkehr ins zerbombte Gaggenau.

Nach dem Abitur 1954 am Markgraf-Wilhelm-Gymnasium in Baden-Baden studierte Christoph Kohlbecker Architektur an der TH Karlsruhe und trat nach dem Examen 1959 ins väterliche Büro als Teilhaber ein.

Ehrenbürger seit 2010

Als sein erstes Großprojekt, das in der Fachpresse große Beachtung findet, gilt die Planung eines Sozial- und Verwaltungsgebäudes der Fichtel & Sachs AG in Schweinfurt. Um nicht nur Architektur, sondern Gesamtplanungen anbieten zu können, gründeten Vater und Sohn Kohlbecker 1972 die „Kohlbecker Gesamtplan GmbH“. „Sie haben das Unternehmen Ihres Vaters zum Global Player gemacht“, sagte OB Christof Florus vor zehn Jahren bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde.

Trotz berufsbedingter zahlreicher Reisen im In- und im Ausland ist er stets gerne in seine Heimatstadt zurückgekehrt. „In Gaggenau zu leben, ist eigentlich ein Geschenk“, hat Christoph Kohlbecker im Juni 2010 anlässlich seiner Ernennung zum Ehrenbürger gesagt.

Durch die Jagd insbesondere mit Michelbach verbunden, kaufte er einst das denkmalgeschützte Hirtenhaus und überließ es dann dem Förderverein Michelbacher Hirtenhaus als Schenkung. Ehrenamtlich engagiert war er auch im Helmut-Dahringer-Haus.

Christoph Kohlbecker ist Ehrenmitglied des VFB Gaggenau, zudem war er Vorsitzender, Präsident und Ehrenpräsident des Golf-Clubs Baden-Baden. Sein großes Hobby war auch der Skilanglauf.

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