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50 Kinder auf den Wartelisten

Gaggenau will weitere Betreuungsplätze schaffen

Die Stadt Gaggenau hat die Zahl ihrer Betreuungsplätze in der jüngeren Vergangenheit stetig ausgebaut. Sie wird diesen Kurs aber noch weiter fahren müssen, da die Nachfrage ungebrochen ansteigt. Auf den Wartelisten stehen 50 Kinder. Der Gemeinderat beschäftigte sich jetzt mit dem Kindergartenbedarfsplan für 2020/2021.

Alles ist belegt: Laut Rathaus Gaggenau sind die Plätze in den vorhandenen Einrichtungen für Kinder bereits ausgeschöpft. Weitere Kapazitäten sollen geschaffen werden. Foto: Christoph Soeder picture alliance/dpa

Die Stadtverwaltung Gaggenau hat nach eigener Aussage die Schaffung weiterer Kindergartenplätze und eventuell auch den Bau einer zusätzlichen Kindertageseinrichtung im Blick. Dies geht aus dem Kindergartenbedarfsplan der Stadt für das Jahr 2020/2021 hervor, der am Montagabend vom Gemeinderat in öffentlicher Sitzung einstimmig gebilligt wurde.

Auf BNN-Nachfrage teilte die Stadtverwaltung ergänzend mit, dass aktuell in Gaggenau 50 Kinder auf den Wartelisten stehen: Dies sind 37 Kinder unter drei Jahre (U3) und 17 Sprösslinge, die drei Jahre oder älter sind (Ü3). Dies könne unter anderem damit zusammenhängen, so die Pressestelle der Stadtverwaltung, dass Eltern bei ihrem „Wunschkindergarten“ warten, bis ein Platz frei werde. Der im Bau befindliche Kindergarten in einem Teil der Hebelschule (Wiesenweg) werde einen Teil dieser Nachfrage auffangen.

Private Kinderbetreuungsfirma boomt

Es gibt für Kinder in Gaggenau drei städtische Kindergärten (Hörden, Oberweier, Freiolsheim), der Großteil der Einrichtungen wird von kirchlichen oder freien Trägern betrieben. Grundsätzlich können Eltern in der Benz-Stadt in einem digitalen Vormerkprogramm rechtzeitig ihre Daten für einen Platz in einem Kindergarten hinterlegen.

Jasmin Haas leitet die Kindertagespflege „Zwergenbetreuung“, die in Gaggenau in privaten Räumen in der Eichelbergstraße und in der Theodor-Bergmann-Straße bereits zwei Standorte für Kinder von einem bis drei Jahre unterhält. „In Gaggenau herrscht ein Riesenbedarf. Die Nachfrage ist deutlich höher als das Angebot“, sagt Jasmin Haas im BNN-Gespräch. Erst im Juni als Eine-Frau-Firma gegründet, ist das Betreuungspersonal des jungen Unternehmens jetzt schon auf drei Kräfte angewachsen. „Wir stellen noch mehr Tagesmütter ein“, so Haas, die derzeit auch eine Betreuung in Gernsbach aufbaut.

Laut Kindergartenbedarfsplan ist die maximale Platzzahl in den vorhandenen Einrichtungen in Gaggenau bereits ausgeschöpft; das heißt alle Kindergärten sind voll belegt. Auch könnten dort, baulich bedingt, keine weiteren Gruppen untergebracht werden. Die Stadtverwaltung spricht von einer anhaltend hohen Nachfrage: Der Grund hierfür seien steigende Kinderzahlen und eine weiterhin steigende Inanspruchnahme von Kleinkind- wie auch von Ganztagsbetreuungsplätzen.

Aktuell 1.303 Plätze

Die Verwaltung legt Zahlen vor: Der nach den Einwohnerdaten zum Stichtag 31.12.2019 ermittelte Platzbedarf für Ü3-Kinder (drei Jahre bis Schulbeginn) liegt im jetzt begonnenen Kindergartenjahr 2020/2021 bei 1.104 Plätzen. In den 15 Einrichtungen in Gaggenau gibt es in 72 Gruppen 1.303 Betreuungsplätze. Hierzu zählen 186 Krippenplätze und 49 Plätze in altersgemischten Gruppen; hier werden Kleinkinder ab zwei zusammen mit Ü3-Kindern betreut, diese Kleinkinder belegen wegen des erhöhten Betreuungsaufwands jeweils zwei Plätze. Unter dem Strich stehen damit 1.019 Plätze für Kinder ab drei zur Verfügung.

Zur Erfüllung des Rechtsanspruchs, den Eltern für ihren Nachwuchs im Kindergartenalter haben, fehlen somit in Gaggenau rein rechnerisch 85 Plätze. Deshalb sollen weitere Betreuungsplätze geschaffen werden. „Wir müssen auf jeden Fall nachsteuern“, betonte Gabriele Maier vom Amt für Schulen und Betreuung, nachdem sie am Montagabend dem Gemeinderat die wichtigsten Zahlen vorgelegt hatte.

OB: Familien kommen nach Gaggenau

„Wir müssen an einen Neubau oder an Umstrukturierungen denken“, sagte auch Oberbürgermeister Christof Florus, um darauf hinzuweisen, dass der eigentliche Grund der Nachbesserungen ein erfreulicher sei: „Familien mit Kindern kommen nach Gaggenau. Aber immer, wenn wir irgendwo fertig sind, kommen neue Herausforderungen.“

Neue Plätze zu schaffen, werde in Zeiten knapper Kassen eine Herausforderung, nahm Rudi Drützler für die CDU Stellung zum Kindergartenbedarfsplan. Gerd Pfrommer (SPD) erinnerte an die Botschaft „Gaggenau als familienfreundliche Stadt“, die es mit Leben zu füllen gelte. Susanne Detscher (Grüne) wünschte sich Verbesserungen bei den Gebühren und Armin Kellert (AfD) sprach von einer „wichtigen Pflichtaufgabe auch in Zeiten knapper Kassen“.

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