Skip to main content

Deutlicher Rückgang der Kunden in Geschäften

Gaggenauer Einzelhändler fürchten zweiten Lockdown

Bereits der Lockdown-Light führt im Einzelhandel zu einem drastischen Rückgang an Kunden. In Gaggenau hoffen die Einzelhändler, dass es nach dem Lockdown-Light keine weiteren Beschränkungen gibt. Sonst sehen sie schwarz fürs Weihnachtsgeschäft.

Dominik Müller vom Modehaus Z.Müller in Gaggenau überlegt sich einen Web-Shop zu eröffnen. Foto: Beatrix Ottmüller

Am 16. November beraten die Ministerpräsidenten der Länder über die Corona-Situation. Bleibt sie bis dahin angespannt, sind strengere Maßnahmen und ein verschärfter Lockdown denkbar, der auch den Einzelhandel treffen könnte. Doch bereits jetzt haben die steigenden Infektionszahlen in den Geschäften Auswirkungen.

Der Lockdown-Light sorgt für weniger Publikumsverkehr in den Städten. Melitta Strack, Inhaberin der Jeans Box in Gaggenau und Sprecherin der Werbegemeinschaft „Lebendiges Gaggenau“, ist von der Entwicklung besorgt. „Der Lockdowns-Light macht sich bereits sehr stark bemerkbar. Die Kunden reagieren zurückhaltend oder bleiben weg“, sagt sie nach einer Woche mit verschärften Corona-Regeln. „Wir hoffen, dass keine neue Schließung auf uns zukommt“, macht sie deutlich. Aus ihrer Sicht wäre ein erneuter Lockdown für den Einzelhandel fatal. Gerade in der Textilbranche laufe im Normalfall aktuell bereits das Weihnachtsgeschäft auf vollen Touren. „Am vergangenen Sonntag wäre eigentlich der verkaufsoffene Sonntag zu Weihnachten mit Kunsthandwerkermarkt gewesen“, bedauert Melitta Strack.

„Wir hoffen, dass keine neue Schließung auf uns zukommt.“
Melitta Strack, Inhaberin der Jeans Box in Gaggenau und Sprecherin der Werbegemeinschaft „Lebendiges Gaggenau“.

Die Jeans Box reagiert flexibel, vor allem wenn die Menschen verunsichert sind und sich nicht mehr vor die Tür trauen. „Während dieser Zeit sind wir natürlich auch gerne außerhalb der normalen Öffnungszeiten nach Terminabsprache für unsere Kunden da“, erläutert sie. Denn Strack hat einen Plan B. „Wir können natürlich auch anders verkaufen, Möglichkeiten gibt es mehr als genug“, sagt sie. Beispielsweise können sich ihre Kunden über WhatsApp-Anruf eine Auswahl zusammenstellen, die nach Absprache bis an die Haustür geliefert und wieder abgeholt wird. Bestellungen können per E-Mail oder im persönlichen Gespräch am Telefon aufgegeben werden. Das Bezahlen ist dann über den PayPal-Dienst möglich. „Wir sind für alles offen und freuen uns über jede Anfrage“, betont Strack.

Dominik Müller vom Modehaus Z.Müller bemerkt ebenfalls bereits nach einer Woche deutliche Auswirkungen des Lockdowns-Light. „Die Frequenzen in der kompletten Innenstadt sind infolge des Lockdowns deutlich nach unten gegangen“, sagt er. Laut Corona-Verordnung dürften sich im Modehaus Z.Müller über 100 Kunden gleichzeitig im Geschäft aufhalten, da es über 1.000 Quadratmeter Fläche verfügt. Die Realität sieht jedoch anders aus. „Im Moment haben wir über den ganzen Tag verteilt 30 bis 70 zahlende Kunden. Aber fast alle Kunden, die zu uns kommen, kaufen auch ein“, stellt er fest. Im November 2019 waren es mehr als 70 bis 150 zahlende Kunden.

„Im Moment haben wir über den ganzen Tag verteilt 30 bis 70 zahlende Kunden. Normalerweise sind es bis zu 150.“
Dominik Müller vom Modehaus Z.Müller in Gaggenau.

Müller geht nicht davon aus, dass es zu einem kompletten Lockdown kommen wird. „Da im Moment der Lockdown-Light schon zu sehr geringen Frequenzen führt, werden wir bestimmt in dieser Woche auch fallende Zahlen haben“, hofft er. Das könne natürlich im Januar schon wieder komplett anders aussehen. Er ist sich jedoch sicher, dass es, wenn überhaupt, frühestens nach Weihnachten zu einem kompletten Lockdown kommen werde. Eine erneute Schließung des Geschäfts wäre für das Modehaus ein Problem. „Natürlich kommt es auf den Zeitpunkt und die Dauer des Lockdowns an. Aber unsere Rücklagen schmelzen natürlich schon in der jetzigen Situation und würden dann drastisch sinken“, erklärt er.

Auch Müller sucht daher nach anderen Formen des Handels. „Viele Kollegen verkaufen mittlerweile über Plattformen wie Amazon und Zalando. Wir sind kurz davor.“ Allerdings verdiene an einem Verkauf auf einer Plattform hauptsächlich der Betreiber und nicht der eigentliche Verkäufer, findet er und ein eigener Webshop lohne sich in den meisten Fällen nur bei überregionaler Reichweite.

nach oben Zurück zum Seitenanfang