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Land will momentan keine Projekte

„Gaggenauer Modell“ für Lockdown-Lockerungen zurückgestellt: Enttäuschung im Rathaus ist groß

Das Sozialministerium Stuttgart hat alle Modellprojekte, die Öffnungsschritte zum Inhalt haben, vorerst zurückgestellt. Auch das „Gaggenauer Modell“ ist betroffen.

Einkauf weiterhin nur unter Einschränkungen: Die mit dem „Gaggenauer Modell“ beabsichtigte Öffnung kommt vorerst nicht. Foto: Thomas Dorscheid

Das „Gaggenauer Modell“, in das Oberbürgermeister Christof Florus wie auch der örtliche Handel große Hoffnung gesetzt hatten, muss auf Eis gelegt werden. Das Sozialministerium in Stuttgart hat mitgeteilt, dass alle noch offenen Modellprojekte zurückgestellt würden. Grund sei der kontinuierliche Anstieg der übermittelten Neuinfektionen und der 7-Tage-Inzidenz im Land.

Von der Warteschleife ist auch Gaggenau betroffen. Im Sozialministerium waren in den vergangenen Tagen laut Mitteilung mehr als 50 Anträge oder Interessensbekundungen auf Genehmigung eines Modellprojektes eingegangen.

Alle Modelle, auch das in der Großen Kreisstadt, wollen vorsichtige Öffnungsschritte vor allem von Handel und Gastronomie mit verstärkten Schnelltests kombinieren.

Gaggenau hätte Angestellte und Kunden großflächig getestet

Das „Gaggenauer Modell“ hatte die Stadtverwaltung zusammen mit dem örtlichen Handel entwickelt. Es ähnelt dem „Tübinger Modell“, soll aber vor Ort strenger kontrolliert werden, hatte OB Florus jüngst gesagt. Grundlage ist das Testzentrum in der Jahnhalle, das von der Stadt zusammen mit der Vital-Apotheke getragen wird.

Das „Gaggenauer Modell“ sieht zum einen vor, dass die Mitarbeiter des örtlichen Handels und der Gastronomie täglich getestet werden; zweiter Baustein ist die Testung der Kunden: Wer ein negatives tagesaktuelles Ergebnis vorweisen kann, darf in Gaggenau einkaufen und die Außengastronomie nutzen.

Dies alles in Anwendung der bekannten Regeln wie Abstandswahrung und Ausfüllen der Kontaktformulare. Das Konzept hatte die Stadtverwaltung an mehrere Kommunen im Landkreis wie auch an andere Werbegemeinschaften geschickt und nach eigener Aussage viele positive Rückmeldungen erhalten.

Unser Ansatz, großflächig viele Menschen zu testen, wäre mehr als ein Versuch wert gewesen.
Stellungnahme Stadt Gaggenau

Entsprechend groß ist jetzt die Enttäuschung im Rathaus: „Wir bedauern, dass das Land Baden-Württemberg nicht etwas mutiger vorangeht und weitere Testmodelle ausprobiert. Schließlich gilt es, den Blick nach vorne zu werfen und Lösungen zu finden, die der Gesundheit der Menschen, aber eben auch den Interessen des Handels/Gastronomie gerecht werden. Es braucht verantwortungsvolle Wege, um auch in der Pandemie die Zukunft von Morgen zu sichern. Unser Ansatz, großflächig viele Menschen zu testen, wäre mehr als ein Versuch wert gewesen“, heißt es in einer Stellungnahme auf BNN-Nachfrage.

„Gaggenauer Modell“ noch nicht endgültig abgeschrieben

Man könne aufgrund der steigenden Infektionszahlen die Haltung des Landes zwar auch nachvollziehen. Allerdings sollten doch die steigenden Zahlen der Neuinfektionen auch im Zusammenhang mit der stark angestiegenen Zahl der Testungen gesehen werden.

Abgeschrieben hat man im Rathaus das „Gaggenauer Modell“ noch nicht: „Wir setzen jetzt auf die Zusage des Ministers, dass Öffnungsschritte möglich seien, sobald es die Pandemielage zulässt. Wir hoffen, dass dann mit hoher Priorität positiv über unseren Antrag entschieden wird.“

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