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Fünfmal so teuer

Denkmal am Rumpelstein bei Gernsbach: Vier Infotafel kosten mehr als 26.000 Euro

Die Infotafeln für das Denkmal am Rumpelstein bei Gernsbach sind deutlich teurer, als angedacht. Ursprünglich plante die Gemeinde mit 5.000 Euro. Nun sind es über 26.000 Euro. Woran das liegt.

Das Kriegerdenkmal auf dem Rumpelstein oberhalb von Gernsbach ist 1936 unter der NS-Herrschaft als Ehrenmal errichtet worden. Nun soll der Bau an der NS-Thingstätte und dem Gedenkstein der Heimatvertriebenen zum Mahnmal werden. Das hat die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Stadtarchiv vorangetrieben; der Gemeinderat steht einstimmig dahinter. Der evangelische Pfarrer Hans-Joachim Scholz aus dem Ortsteil Staufenberg begrüßt die Entscheidung. Er setzt und setzte sich in Mazedonien (Bitola), Israel und Russland für Aufarbeitung der Geschichte und Versöhnung ein.
Künftig bekommt das Kriegsdenkmal am Rumpelstein vier Infotafeln. Diese waren allerdings teurer als erwartet. Foto: Christiane Widmann

Insgesamt 5.000 Euro waren im Haushalt eingestellt, etwas mehr als 26.000 Euro haben sie letztlich gekostet: die Infotafeln am Denkmal am Rumpelstein samt Installation. Sie waren am 14. Juli eingeweiht worden.

Am Montag, zweieinhalb Monate später, wurde das Geld nachträglich als überplanmäßige Ausgabe vom Verwaltungsausschuss des Gemeinderats freigegeben. Sechs Räte stimmten für Ja, fünf enthielten sich.

Kommunalpolitischer Konsens war, das Kriegerdenkmal als Ganzes in seinem gegenwärtigen Zustand als Mahnmal und Lernort auf Dauer zu erhalten und es durch Informationstafeln zu ergänzen, die es erläutern und es in seinen historischen Kontext stellen.

Schließlich gibt es keinen Ort in der Stadt, der die Zeit des Nationalsozialismus so repräsentiert: 1936 erbaut, diente „der Rumpelstein“ den Nazis bis 1945 als Schauplatz ihrer Propaganda im Murgtal.

Arbeitskreis Stadtgeschichte bewertet Projekt als gelungen

Mit der Installation der vier Infotafeln hat die Stadt die Voraussetzungen geschaffen, dass sich Gernsbacher und Besucher nun mit dem martialischen Bauwerk inhaltlich auseinandersetzen können.

„Mit der Einweihung der neuen Anlage hat die Stadt ein wichtiges Stück Vergangenheitsbewältigung betrieben“, hieß es bei der feierlichen Übergabe des „Lernorts“.

Die Umsetzung des Projekts ist auch Einschätzungen des Arbeitskreises Stadtgeschichte zufolge sehr gut gelungen – das Denkmal stelle nun ein stimmiges Kunstwerk in sich dar.

Allerdings haben die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie, Preissteigerungen bei Material und Herstellung sowie Kapazitätsengpässe beim städtischen Bauhof, die Fundamentierung musste fremdvergeben werden, dafür gesorgt, dass die Infotafeln samt Aufbau fünfmal so teuer wurden wie veranschlagt.

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