Skip to main content

Minus im Haushalt 2022

Ukraine-Krieg belastet Gernsbacher Haushalt

Erst die Corona-Pandemie, jetzt der Ukraine-Krieg: Der Gernsbacher Kämmerer Benedikt Lang berichtet von einer sehr angespannten Haushaltslage. Doch in zwei Bereichen rechnet er sogar mit mehr Einnahmen als geplant.

Ein Gebäude
Ungewiss: Noch ist nicht abzusehen, wie sich der Krieg künftig auf die städtischen Finanzen auswirkt. Foto: Adrian Mahler

Seine Stimme klingt ernst, als Benedikt Lang die aktuelle Haushaltslage der Stadt Gernsbach präsentiert. Im Gemeinderat am Montag sagt der Kämmerer: „Auf eine schwere Krise folgt jetzt eine noch schwerere Krise.“ Neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie mache nun auch der Ukraine-Krieg dem Haushalt der Stadt zu schaffen.

Ein kriegsbedingter Gaslieferstopp in der zweiten Jahreshälfte könne nach Einschätzungen von Fachleuten noch in diesem Jahr zu einem Konjunktureinbruch von 12 bis 15 Prozent führen, so Lang. „Im besten Fall sollte man deshalb mit einem Ergebnis rechnen, das nicht schlechter ist als im Plan veranschlagt“, erklärt Lang.

Doch es sei sehr wahrscheinlich, dass sich die wirtschaftlichen Kriegshandlungen weiter ausweiteten. Das werde voraussichtlich zu einer länger andauernden Rezession führen.

Schon jetzt zeichnen sich laut Lang im Ergebnishaushalt 2022 der Stadt Gernsbach Verschlechterungen ab: Der Ansatz für die lokale Gewerbesteuer wird von 6,25 Millionen Euro um 650.000 Euro nach unten korrigiert.

Konzessionsabgabe aus dem Strom fällt niedriger aus

Außerdem fällt die sogenannte Konzessionsabgabe aus dem Strom voraussichtlich um 200.000 Euro niedriger aus als geplant. Zur Erklärung: Die Konzessionsabgabe ist eine Art Nutzungsgebühr. Die Betreiber von Stromnetzen verlegen ihre Leitungen nämlich meist unter öffentlichen Straßen. Dafür müssen sie den jeweiligen Städten eine Gebühr zahlen.

Lang betont schließlich, dass es in zwei Bereichen voraussichtlich höhere Einnahmen geben werde als angenommen. Bei den Holzverkäufen rechnet er mit besseren Erlösen. Wie hoch diese ausfallen, lässt sich aus seiner Sicht aber erst im Herbst schätzen.

Größten Projekte liefen planmäßig ab

Trotz der Unwägbarkeiten, wie sich die finanzielle Situation weiterhin entwickelt, sagt Lang: „Die im Haushalt 2022 veranschlagten Investitionen werden umgesetzt.“ Die größten Projekte wie die Sanierung der Realschule, die Sanierung der Verdolung Läutersbach im Bereich der Deponie und die Maßnahmen zum Hochwasserschutz bei der Murg am Wörthgarten liefen planmäßig ab.

Schließlich gibt Lang einen Einblick in die Eckdaten des Haushaltsplans 2022: Ziel sei es, das veranschlagte Ergebnis ohne weitere Verschlechterung zu halten. Der Haushaltsplan 2022 weist ein Minus von 764.500 Euro auf. „Er ist demnach nicht ausgeglichen.“

Um die geplanten Investitionen zu stemmen, soll ein Kredit in Höhe von 3,5 Millionen Euro aufgenommen werden. Bei einem Aspekt beruhigt Lang: Der Anstieg der Energiekosten schlage in diesem Jahr noch nicht voll durch. Er betont: „Die Lieferverträge liefern zumindest kurzfristig stabile Preise.“

nach oben Zurück zum Seitenanfang